Heizungstausch

Die Heizungen in deutschen Ein- und Zweifamilienhäusern sind durchschnittlich knapp 20 Jahre alt. Im Osten dürfte das Alter aufgrund der Sanierungswellen in den neunziger Jahren noch darüber liegen. Nicht nur, weil nach dem Gebäudeenergiegesetz Gas- und Ölheizungen nach 30 Jahren Betriebsdauer ausgetauscht werden müssen, stehen viele Eigenheimer vor der Entscheidung, ob sie sich eine neue Heizung anschaffen und wenn ja, was für eine. Doch steigende Energiepreise und politische Unsicherheiten machen die Beantwortung dieser Frage zu einem Vabanquespiel.

Rainer Sturm / pixelio.de

Mit immer neuen Abgaben und Steuern hat die Politik die fossilen Brennstoffe in den letzten Jahren stets verteuert. Im Namen des Klimaschutzes sollen die Verbraucher mit dem Strom aus erneuerbaren Energien nicht nur ihre Haushaltsgeräte, sondern auch ihr Auto und ihre Heizung betreiben. Alternativ zur strombetriebenen Wärmepumpe stehen Holzheizungen (Pellets, Hackschnitzel) oder sogar Brennstoffzellen für die Wärmeerzeugung zur Verfügung. Die Solarthermie kann in diesem Reigen immer nur eine ergänzende Funktion haben und reicht nicht, für ein Haus die Raumwärme und das Warmwasser bereit zu stellen.

Für alle diese Technologien gibt es Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau und des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, die teilweise mit den Förderprogrammen der Länder kombinierbar sind. Der VDGN informierte gemeinsam mit Partnern über diese Möglichkeiten. Doch ist hier Vorsicht geboten: Notwendige Umrüstungen, wie zum Beispiel die Installation einer Fußbodenheizung beim Einbau einer Wärmepumpe werden nicht gefördert. Grundsätzlich wird auch die Anschaffung einer Brennstoffzelle, meist in Kombination mit einem Gasbrennwertgerät zur Heizungsunterstützung, gefördert. Doch derzeit ist dies noch etwas für Menschen, die sich ein teures gutes grünes Gewissen leisten können und wollen.   

Es braucht eine deutliche Ausweitung der finanziellen Förderung des Heizungstauschs im Eigenheim. Zudem darf das Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag der Ampel nicht umgesetzt werden, nachdem ab 1. Januar 2025 jede neu eingebaute Heizung auf der Basis von 65 Prozent erneuerbarer Energien betrieben werden soll. Wie soll das in der Praxis funktionieren? Tatsächlich bedeutet dieses Vorhaben nichts anderes als ein Verbot von Gasheizungen durch die Hintertür. Dabei braucht es in der aktuellen Situation mehr pragmatische Entscheidungen mit Augenmaß, die Verbrauchern Auswahl lassen und nicht dazu zwingen, sich mit der Anschaffung teurer Technologien finanziell zu ruinieren.