Leipziger Garagenhöfe als Zukunftsstandorte sichern

23.02.2021

Erster Runder Tisch mit Vertretern der Stadt, der Garagenvereine und des VDGN

Garagen sind in Leipzig akut bedroht – Copyright: VDGN | Rainer Große

Stadtverwaltung, Stadträte und Garagenvereine wollen bei der weiteren Entwicklung der weit über 100 Garagenstandorte auf kommunalen Grundstücken in Leipzig eng zusammenarbeiten und sich dabei insbesondere auch wichtigen Zukunftsthemen wie der Installation von Solaranlagen und E-Ladesäulen widmen. Das ist das Ergebnis eines digitalen Runden Tisches, zu dem das Liegenschaftsamt der Stadt am Montag, dem 22. Februar 2021, Vertreter des Stadtrates sowie von Garagenvereinen und des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) eingeladen hatte. Hintergrund des Treffens war, dass sich in den vergangenen Monaten vor allem im Zusammenhang mit der Übernahme der Garagengrundstücke in die Eigenverwaltung der Stadt eine Reihe von strittigen und offenen Fragen ergeben hatten. Der VDGN als Interessenvertreter von 19 Garagenvereinen der Stadt mit 2700 Mitgliedern sowie die Stadtratsfraktion der Linken hatten daraufhin die Einberufung eines Runden Tisches vorgeschlagen.

Dazu erklärt der 1. Vizepräsident des VDGN, Peter Ohm: „Wir begrüßen, dass es jetzt zu dieser konstruktiven Gesprächsrunde aller Beteiligten über die Zukunft der Leipziger Garagenhöfe gekommen ist. Viele offene Fragen – unter anderem zu den von der Stadt versandten Vertragsnachträgen oder zu den Betriebskosten – wurden thematisiert und sollen jetzt gemeinsam und kontinuierlich abgearbeitet werden. Uns war es wichtig, dass die Stadtverwaltung dabei weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit mit den Vorständen der Garagenvereine setzt und deren ehrenamtliche Tätigkeit schätzt.  

In den Fokus wird dabei besonders auch die Frage rücken, welchen Beitrag die Garagenhöfe mit ihren Standortressourcen künftig für den Klimaschutz, für Verkehrswende und E-Mobilität leisten können. Besonders gefreut haben wir uns über die die Mitteilung des Stadtrates der Linken, Dr. Volker Külow, dass seine Fraktion im Stadtrat einen entsprechenden Antrag einbringen wird. Demnach soll die Stadtverwaltung prüfen, inwieweit Solaranlagen auf den Dachflächen der städtischen Garagengemeinschaften installiert werden können, um mit dem dort gewonnenen Strom Ladesäulen für Elektroautos zu versorgen. Eine entsprechende Pilotanlage könnte am Garagenhof Mockau-Ost entstehen, wo schon planerische Vorarbeit geleistet wurde. Jens Lehmann, CDU-Bundesabgeordneter und Stadtrat in Leipzig, hat als Teilnehmer des Runden Tisches bereits seine Unterstützung zugesagt.  

Für solche Projekte ebenso wie für andere Investitionen benötigen wir klare Aussagen über die Perspektiven der jeweiligen Garagenstandorte. Deshalb begrüßen wir, dass der Bürgermeister für Stadtentwicklung und Bau, Thomas Dienberg, am Runden Tisch den VDGN-Vorschlag, einen Garagenstandortentwicklungsplan für Leipzig zu erarbeiten, aufgegriffen hat und mit in die Verwaltung nehmen will. Dazu wie auch zu den anderer angerissenen Themen soll es Nachfolgerunden und spezielle Arbeitstreffen geben, bei denen der VDGN seine bundesweiten Erfahrungen bei der Entwicklung von Garagenhöfen einbringen wird.“