Kaum Fortschritt beim Schallschutz

19.08.2016

Mangelhafte Lärmschutzmaßnahmen am Flughafen BER: Fehler oder Strategie?

In 29 Prozent der Fälle sind die realisierten Schallschutzmaßnahmen am Berliner Großflughafen BER mangelhaft. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik. In diesen Fällen liegt in den Innenräumen von Wohngebäuden der Schallpegel über dem zulässigen Wert von 55 Dezibel.

Dazu erklärt der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Peter Ohm:

Uns wundert das gar nicht. Es paßt voll ins Bild. In unsere Schallschutzberatungen kommen überwiegend Betroffene, die mit den Gutachten und den Schallschutzangeboten der Flughafengesellschaft unzufrieden sind und die darum zähe Auseinandersetzungen führen müssen. Immer wieder werden uns auch Fälle bekannt, in denen Betroffene mit zu niedrigen Entschädigungen abgespeist werden, die Grundstückseigentümer die Angebote aber annehmen, weil sie ein Ende der Streitereien wollen. Insofern fragen wir uns schon, ob falsche Berechnungen der Dämmstärken oder des Einfallswinkels des Schalls, wie sie das Fraunhofer-Institut nun festgestellt hat, nur Fehler oder nicht Teil der bekannten Strategie der Flughafengesellschaft sind, beim Schallschutz zu sparen.

Alles in allem müssen wir feststellen: Die Schallschutzmaßnahmen am BER gehen immer noch schleppend voran – und daß, obwohl die EU nun bereits mehrfach Milliardenkredite mit der Begründung genehmigt hat, das Geld solle auch zur Verbesserung des Schallschutzes für die Anwohner verwendet werden. Man kann es auch so sagen: Würden sämtliche Kreditsummen, die unter dem Vorwand des Schallschutzes in Brüssel genehmigt wurden, tatsächlich für den Schallschutz verwendet, dürfte es auf diesem Gebiet keinerlei Probleme geben.