An der Schwelle der Gesundheitsgefährdung

23.09.2021

Neue Messungen zum Straßenlärm bestätigen Dringlichkeit der Tangentialen Verbindung Ost in Berlin. VDGN: Vernünftiges Projekt nicht gegen Klimaschutz ausspielen

An der Schwelle der Gesundheitsgefährdung

Bis an die Grenze der Gesundheitsgefährdung sind die Anwohner der Köpenicker Straße im Siedlungsgebiet von Berlin-Biesdorf vom Lärm durchfahrender PKW und LKW belastet. Das haben aktuelle Verkehrszählungen und eine vom Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) in Auftrag gegebene Lärmmessung ergeben. Danach liegt zur Nachtzeit die Lärmbelastung im Mittel bereits auf dem vom Bundesverwaltungsgericht verwendeten Schwellenwert zur Gesundheitsgefährdung von 60 Dezibel.

„Wenn nicht endlich das Projekt der Tangentialen Verbindung Ost (TVO) zur Verkehrsentlastung des Berliner Südostens realisert wird, ist absehbar, daß bald alle Schwellenwerte für die Lärmbelastung der Anwohner überschritten werden“, erklärt VDGN-Präsident Jochen Brückmann. „Denn je mehr der Flughafen BER seinen Betrieb hochfährt, desto größer wird der Durchgangsverkehr auch in der Köpenicker Straße sein. Die Lärmbelastungen, wie sie dort herrschen, von 66 Dezibel am Tag und 60 Dezibel in der Nacht dürften schon heute den Anwohnern neu gebauter Straßen nicht zugemutet werden. Die 16. Bundesimmisionschutzverordnung gibt hier 59 Dezibel tagsüber und 49 Dezibel in der Nacht vor. Auch bei bestehenden Straßen ziehen höchste Gerichte diese Richtwerte bereits seit längerem als Orientierungspunkte heran.“

Jochen Brückmann weiter: „Wer meint, Klimaschutz bedeute, sinnvolle und dringend notwendige Straßenbauprojekte wie die TVO abzulehnen oder gar zu verhindern, befindet sich auf dem Holzweg. Das ist reine Symbolpolitik, so wie auch die pauschale Ablehnung individueller Mobilität. Ich kenne kein Infrastrukturprojekt, bei dem der Nutzen für die Menschen, die Wirtschaft und auch die Umwelt so offensichtlich ist wie bei der TVO. Denn mit der TVO werden weit mehr als 100.000 Menschen in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Treptow-Köpenick von täglichen massiven Staus vor ihrer Haustür und den damit einhergehenden Belastungen durch Lärm und Abgase entlastet. Gleichzeitig sorgt die TVO für die Anbindung des Flughafens BER, und sie verbessert die Erreichbarkeit verschiedener Gewerbestandorte im Südosten Berlins.“

Das TVO-Projekt genieße berlinweit ja breite Unterstützung, so Brückmann weiter. Das zeige die unabhängige und parteiübergreifende Resolution „Die Tangentialverbindung Ost zügig realisieren – Anwohner entlasten und gewerbliche Anbindungen verbessern“. Diese wurde im Mai von über 20 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unterzeichnet und hat seitdem prominente neue Unterstützer gewonnen. Ob die Bürgermeister der drei direkt betroffenen Bezirke, ob die Senatoren Andreas Geisel und Klaus Lederer, Abgeordnete aus CDU, SPD, FDP und LINKE, ob Unternehmens- und Handelsverbände, ob Vereine oder Anwohner – alle sprechen sich für eine zügige Realisierung der TVO und den Beginn des Planfeststellungsverfahrens spätestens im kommenden Jahr aus.

Der VDGN engagiert sich seit mehr als 15 Jahren für den Bau der TVO.