Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Lebensraum Hecke

Der naturnahe Garten: Wofür sie gut ist und worauf man beim Pflanzen achten sollte

Rotkehlchen vor einer Hecke
Das Rotkehlchen liebt Hecken Foto: Naturschutz Berlin-Malchow

Hecken durchziehen Siedlungen und Landschaften und bilden dadurch ein grünes Netzwerk, das getrennt liegende Lebensräume von Tieren und Pflanzen miteinander verbindet.

Im Garten werden Hecken gerne als natürliche Grundstücksbegrenzung angepflanzt. So bieten sie zusätzlich Schutz vor Wind, Staub und Lärm. Gleichzeitig bieten sie vielen Tierarten einen Lebensraum, vorausgesetzt, man pflanzt heimische Gehölze.

Der Vorteil heimischer Arten liegt auch in ihrer Widerstandsfähigkeit, da sie an unser Klima besser angepaßt sind als ihre exotischen Verwandten. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, aus Sträuchern in Abwechslung mit kleinwüchsigen Bäumen eine Hecke zu gestalten.

Heckenarten
Oftmals bestimmt die Größe des Gartens die Pflanzenart und das Aussehen einer Hecke. Wer einen großen Garten besitzt, könnte durchaus eine freiwachsende Hecke pflanzen. Sie benötigt etwa eine Breite von drei bis fünf Meter und kann eine beliebige Länge haben. Durch ihre Ausdehnung und Gehölzvielfalt bietet sie einen sehr wertvollen Lebensraum im Garten.

Sollte der Garten zu klein für eine zusammenhängende, frei wachsende Hecke sein, kann man stattdessen eine Gebüschgruppe aus drei bis fünf Gehölzarten pflanzen.

Eine geschnittene Hecke ist ebenfalls platzsparend und wird durch häufigen Schnitt sehr dicht. Leider kommt sie dadurch selten zum Blühen oder Fruchten, jedoch kann sie verschiedenen Vogelarten als Brutplatz dienen. Für eine solche Hecke eignen sich Rot- und Hainbuche (halten ihr farbenfrohes Laub bis ins Frühjahr), Liguster (bleibt bis tief in den Winter grün), Weißdorn, Feldahorn, Gemeiner Schneeball.

Nahrungsquelle, Unterschlupf
Beim Pflanzen von Hecken ist stets auf den Abstand zum Nachbargrundstück zu achten. Dies richtet sich nach der Höhe der Pflanzen. Hecken bis 200 cm Höhe müssen zum Beispiel in Berlin einen Mindestabstand von 50 cm zum Nachbargrundstück haben, Hecken ab einer Höhe von 201 cm müssen einen Mindestabstand von 100 cm einhalten (Berliner Nachbarrechtsgesetz §28).Zu beachten ist, daß in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Abstandsregeln gelten.

Heimische Hecken und auch einzelne Sträucher dienen im Garten zahlreichen Tierarten als Nahrungsquelle oder als Unterschlupf. Neben diversen Vogelarten nutzen auch Igel, Eidechsen, Wildbienen oder Käfer diesen Lebensraum. Dabei ist zu betonen, daß heimische Pflanzen, im Vergleich zu ihren exotischen Verwandten, einen wesentlich höheren Nutzen haben.

Gleichzeitig dienen heimische Sträucher vielen Schmetterlingsarten als Ort für die Eiablage, wie zum Beispiel der Faulbaum für den Zitronenfalter. Auch andere Schmetterlingsarten, wie der Faulbaum-Bläuling, profitieren von diesem heimischen Gehölz.

Wann pflanzen?
Eine gute Pflanzzeit ist nach dem Laubfall, von Oktober bis April des Folgejahres. Voraussetzung ist, daß der Boden nicht gefroren ist. Am besten geeignet sind die Monate Oktober und November. Dadurch müssen die gesetzten Bäume oder Sträucher nur bei der Pflanzung sehr gut gewässert werden und danach nur noch bei entsprechender Witterung. Zudem ist auch nur ein geringer Rückschnitt der Triebe notwendig. Bei einer Pflanzung im Frühjahr müssen die Triebe und Wurzeln um etwa ein Drittel gekürzt werden, wodurch das Anwachsen gefördert wird.

Pflege
Hecken brauchen keinen Dünger und auch die Verwendung von Insektiziden ist nicht notwendig, denn die heimischen Sträucher sind robust und weniger anfällig für Schädlinge. Außerdem beeinträchtigt die Giftspritze mehr unsere Nützlinge im Garten. In längeren Trockenphasen sollten die Hecken ab und zu gewässert werden.

Wohin mit dem Laub?
Sollten Sie Laub abwerfende Arten gepflanzt haben, kommt im Herbst häufig die Frage, was mache ich mit dem ganzen Laub? Laub ist ein wichtiger Bestandteil im Kreislauf der Natur, denn es trägt zur natürlichen Boden- und Humusbildung bei. Zusätzlich bietet es Nahrung und Versteckmöglichkeiten für viele Bodentiere und Insekten.

Regenwürmer, Tausendfüßler, Pilze und Bakterien zerkleinern und zersetzen die Blattreste. Die Nährstoffe stehen den Pflanzen im nächsten Jahr zur Verfügung, dadurch wird Düngen überflüssig.

Eine Laubschicht bildet gleichzeitig eine wärme- und feuchtigkeitsisolierende Schutzschicht für die Wurzeln der Gehölze und für Frühblüher wie Schneeglöckchen oder Buschwindröschen.

Zahlreichen Tieren bietet das Laub wertvolle Überwinterungsmöglichkeiten. Am bekanntesten ist der Igel, er überwintert gerne in kompakten und geschützten Laubhaufen. Überwinternde Insekten suchen sich gerne ein frostsicheres Plätzchen in der Streuschicht und sind dadurch auch für Vögel im Winter eine Nahrungsquelle.

Rechtliches
Bitte beachten Sie im Garten, daß Hecken, Gebüsche, lebende Zäune und andere Gehölze nur von Anfang Oktober bis Ende Februar des Folgejahres geschnitten werden dürfen. Allerdings sind Form- und Pflegeschnitte ganzjährig zulässig, dabei darf aber nur der jährliche Zuwachs zurückgeschnitten werden. Bei jedem Schnitt ist grundsätzlich zu beachten, daß das Zerstören von Lebensstätten wildlebender Tiere, wie zum Beispiel Niststätten von Vögeln, nicht gestattet ist.

Am besten kontrollieren Sie vor jedem Schnitt, ob sich Nester in der Hecke oder Sträuchern finden.

Julia Bensch, Umweltbüro Berlin-Lichtenberg

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