Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Pflicht für Homeoffice nötig?

Unternehmen und Mitarbeiter sollten selbst entscheiden können

Zu Recht gelten in Deutschland hohe Maßstäbe bei der Ausstattung von Arbeitsplätzen, an denen auch das Bundesgesundheitsministerium mitgewirkt hat. Das betrifft ein komfortables und ergonomisch gesundes Sitzen auf dafür geeigneten Arbeitsstühlen sowie die Versorgung mit technischer Infrastruktur. Andererseits sollen jetzt Mitarbeiter teilweise über Monate von zu Hause am Laptop arbeiten.

Es entsteht insgesamt der Eindruck, daß Unternehmen ihre Mitarbeiter ausschließlich kontrollieren wollen und deswegen nicht für alle Branchen und Berufe das Homeoffice ermöglichen. Vor allem mittelständische Unternehmer haben jedoch eine enge Bindung zu ihren Mitarbeitern und unterstützen deren Familien, wo sie es nur können. Die Mitarbeiter sind das höchste Gut des Unternehmens. Dessen sind sich die meisten Chefs auch bewußt.

Gerade deshalb haben sich die Firmen selber strenge Hygieneregeln auferlegt, um das Wohl der Mitarbeiter und des Unternehmens sicherzustellen.

Demgegenüber hat das Land Berlin seine eigenen Mitarbeiter in der öffentlichen Verwaltung so schlecht ausgestattet, daß viele Dienstleistungen nicht mehr funktionieren. Bei der Rentenversicherung des Bundes sitzen immer noch mehrere Angestellte zusammen in einem Büro. Abstände können dort nicht eingehalten werden. Homeoffice wird hier nicht umgesetzt. Wenn, dann müssen sich Angestellte oftmals selber Monitore besorgen. Was würde hier für ein Aufschrei durch weite Bereiche der Politik und Bevölkerung gehen, wenn das die Unternehmen von ihren Mitarbeitern verlangen.

Homeoffice kann eine sehr sinnvolle und gute Lösung sein. Es ist oft sogar effektiver, als im Büro zu arbeiten. Man sollte den Unternehmen und Mitarbeitern aber gewisse Freiheiten lassen, damit sie selber entscheiden können, welcher Weg der richtige für sie ist.

Olaf Schenk, Leiter des VDGN-Unternehmenspools

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