Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Energiesparen

VDGN-Telefonforum: Sonne, Handy und Computer – worauf achten beim Zuhausearbeiten?

Die Fragen beantwortete Ulrike Körber, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Sachsen
Die Fragen beantwortete Ulrike Körber, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Sachsen

 

Ist ein Klimagerät fürs Arbeitszimmer sinnvoll?Wenn im Sommer die Hitze unerträglich ist, sehnt man sich schnell nach einer maschinellen Klimatisierung. Dazu gibt es Splittgeräte mit Innen- und Außenteil und Kälteleitung, Monoblöcke mit einem Schlauch für die Abluft oder mobile Kompaktklimageräte – auch Luftkühler oder Aircooler genannt – ganz ohne Abluftleitung. Splittgeräte erfordern Bauarbeiten durch einen speziellen Fachbetrieb. Die Monoblöcke sind wenig sinnvoll, da der Abluftschlauch aus dem geöffneten Fenster hängt, durch welches dann wieder warme Außenluft einströmt. Außerdem sind sie lautstarke Stromfresser.

Die Luftkühler wären eine Alternative. Sie haben zwar eine niedrigere Kühlleistung, sind aber leicht und mobil einsetzbar. Sie funktionieren im Umluftbetrieb und kühlen die Luft mittels Eis und Wasser. Der Stromverbrauch kann aus der Anschlußleistung und der Laufzeit berechnet werden. Eine einfache Alternative sind sogenannte Turmventilatoren. Sie gibt es schon ab 60 Euro, im Winter sogar etwas preiswerter. Aber auch hier sollte auf die Betriebsstunden geachtet werden. Strom ist mittlerweile mit 30 Cent pro Kilowattstunde recht teuer.

Wo sind die größten Stromfresser am Heimarbeitsplatz?
Der Stromverbrauch der Rechentechnik hängt von Bauart und Leistung des Computers ab. Für typische Büroanwendungen verbraucht ein Standard-Laptop bei acht Stunden Dauerbetrieb an fünf Tagen etwa eine Kilowattstunde. Das kostet also pro Woche rund 30 Cent. Bei einem Desktop-PC mit separatem Bildschirm ist es schon dreimal so viel.

Hochgerüstete Gamer-PCs dagegen sollten im Homeoffice nicht über einen längeren Zeitraum verwendet werden. Hier ist der Verbrauch auch bei normaler Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Surfen im Internet wesentlich höher. Ein echter Großverbraucher ist der Rooter, insbesondere wenn er viele WLAN-Empfänger versorgt, weil an mehreren Laptops, Tablets, Handys oder Smart-TV über viele Stunden das Internet genutzt wird.

Tückisch sind auch WLAN-Repeater, die in größeren Häusern die Reichweite des Funksignals erweitern.

Soll der PC die ganze Zeit laufen, auch wenn ich gerade nicht daran arbeite?
In Arbeitspausen sollte auch jeder PC seine Ruhe haben und in den Energiesparmodus schalten. Möglichkeiten zur Einstellung sind in den „Energieoptionen“ zu finden. Ein sinnvoller Klick ist, immer mal die WLAN-Verbindung zu trennen. Wenn die Hardware des Arbeitsplatzes inklusive PC, Bildschirmen, Drucker und Leuchte an einer schaltbaren Steckleiste „hängen“, kann die Technik über Nacht oder bei Abwesenheit komplett abgeschaltet werden. In dem Fall läßt sich mit einem Strommeßgerät auch gut der individuelle Verbrauch für einen durchschnittlichen Arbeitstag feststellen.

Handy aufladen: Verbraucht das Mobiltelefon Strom, wenn es den ganzen Tag am Ladegerät ist?
Natürlich. Und zwar für alle Onlinedienste, die im Hintergrund laufen. Mit gezieltem Abschalten der verschiedenen Apps läßt sich der Verbrauch reduzieren und die Akku-Laufzeit verlängern. Wer zuhause ist, könnte zum Beispiel die Ortung und Navigation deaktivieren. Auch wie das Wetter wird und wann die nächste Straßenbahn kommt, muß man nicht zu jeder Zeit wissen. Mitunter kann auch komplett auf die mobile Datenübertragung verzichtet werden, wenn man ohnehin an Laptop oder PC arbeitet.​

Wie kann ich das Arbeitszimmer im Sommer abkühlen? Ich hatte im letzten Jahr damit große Probleme.
Abkühlen können Sie ein einmal aufgeheiztes Zimmer nur maschinell. Wichtig wäre aber zunächst, die Sonnenwärme gar nicht erst eindringen zu lassen. Eine außenliegende Verschattung ist die effektivste Maßnahme. Machbar sind eventuell Sonnenschutz- oder Reflexionsfolien für die Scheiben. Hochwertige Fensterfolien fangen bis zu 80 Prozent der Strahlung direkt am Glas ab. Für die Wahl der Folie, also ob Innen- oder Außenanbringung, Reflexionsfarbe und Verdunklungsgrad sind allerdings die Fensterart und die Verglasung zu beachten.

Auch Vorhänge aus hellen, glatten Stoffen können helfen, denn sie reflektieren die Strahlung. Dunkle Gegenstände und Textilien dagegen absorbieren Wärme, also sie speichern sie. Eine weiße Arbeitsplatte ist demnach besser als eine schwarze.

Ich mußte im Schlafzimmer einen PC-Arbeitsplatz einrichten und habe daher im Sommer abends dort immer größere Hitze als sonst. Was kann ich machen?
Das ist verständlich, denn die technischen Geräte geben Wärme ab. Vermeiden Sie in dem Zimmer jede zusätzliche Wärmequelle. Beispielsweise muß der Drucker nicht immer betriebsbereit sein. Selbst ein Netzteil oder Ladegerät kann sehr heiß werden. Vielleicht läßt sich ja die Arbeitszeit in die kühlen Morgenstunden verlegen. Solange es akustisch machbar ist, lüften Sie nachts ordentlich durch.

Wie hoch ist der Stromverbrauch beim Streamen und Skypen?
Ein solcher Durchschnittswert heruntergebrochen auf den privaten Haushalt oder gar pro Film, läßt sich schwer ermitteln. Der Stromverbrauch hängt von der Art des Endgeräts, der Auflösung und des Datenvolumens ab. Global gesehen sind alle unsere digitalen Aktivitäten enorme Energiefresser.

Filme und Songs lagern auf Servern, die in großen Rechenzentren aufwändig gekühlt werden müssen. Jedes Aufrufen, jede Internetsuche, jedes Werbefilmchen, was ungefragt nebenher abläuft, verbraucht Strom zur Datenübertragung.

Klimafreundlich zu streamen, ist nicht leicht. Die Vielzahl macht es eben. Hier setzt auch der neue Trend des „Digital Detox“ an: weniger, aber gezielter; und nicht parallel dabei noch surfen oder Nachrichten checken.

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