Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Unsere starke Stimme wird gebraucht

Von Jochen Brückmann, Präsident des VDGN

Jochen Brückmann
Foto: Rainer Große

Was wird morgen sein? Und übermorgen? Das fragen sich in diesen Zeiten ungeahnter Wandlungen auch die meisten Grundstücksnutzer. Der Staat investiert, zählt man alles zusammen, etwa eine halbe Billion Euro, also eine Summe, die sich kaum noch einer vorstellen kann, in die Abfederung der Corona-Folgen. Das Geld will er irgendwann wiederhaben. Erfahrungsgemäß richten sich dann die Blicke von Bund, Ländern und Kommunen gerade auch auf die Besitzer von Eigenheimen, eigenen Wohnungen und auf Menschen, die sich Eigentum für die Tage und Wochen der Erholung – und nicht zu vergessen – für die Altersvorsorge geschaffen haben. Da ist vermeintlich etwas zu holen, und gern wird dann überlegt, ob man nicht ein Stück an der Abgabenschraube drehen, Steuern erhöhen, neue Gebühren einführen und aus Pachtverträgen mehr Geld erwirtschaften könne. Spätestens dann braucht es entschlossene und kompetente Gegenwehr, damit nicht im schnellen Zugriff gerade die Schicht jener bodenständigen Menschen irreversibel geschwächt wird.

Übergreifend sehe ich da als Stimme dieser ansonsten oft lobbylosen Millionen bundesweit nur eine starke Kraft: unseren VDGN. Dessen Tatkraft wird mehr denn je gebraucht. Die unmittelbaren Aufgaben dabei liegen klar vor uns und werden bereits angepackt. So wollen wir verhindern, daß mit der anstehenden neuen Grundsteuer eine bedeutend höhere Last auf Eigenheimer und Wohnungseigentümer zukommt – das insbesondere im Osten, wo absehbar die gravierendsten Veränderungen stattfinden werden. Wir müssen dafür sorgen, daß nach der glücklichen Abschaffung der Straßenausbaubeiträge in vielen Bundesländern nun nicht eine Welle von saftigen Erschließungsbeiträgen für seit langem genutzte Straßen über die Anlieger schwappt. Und nicht zuletzt setzen wir uns für Kleingärten in den Ballungszentren wie auf dem „platten Lande“ ein – als Orte übrigens auch, die in der Zeit der Corona-Maßnahmen ihre Unverzichtbarkeit für die Erholung bewiesen haben.

Ganz klar ist: Wenn wir etwas erreichen wollen, müssen wir unseren Verband weiter stärken, ihn robust aufstellen, um im Interesse der Mitglieder zu wirken. Dazu gehört nicht nur die politische Interessenvertretung, sondern auch die Beratung. Der Anspruch: Jeder und jedem soll es möglichst leichtgemacht werden, Rat und Hilfe zu bekommen – von einer Beratungsstelle in der Nähe bis zum Online-Angebot. Fördern wollen wir ebenso das ehrenamtliche Engagement unserer Mitglieder, sei es in den Regionalgruppen, den VDGN-Fachgruppen oder bei der Unterstützung regionaler Aktionen. Wir brauchen Ihr Wissen, Ihre Erfahrung, Ihre Tatkraft! Machen Sie mit!

Mein Gesicht sehen viele von Ihnen heute wahrscheinlich zum ersten Mal. Die Vertreter der VDGN-Mitgliedsvereine haben mir im Mai mit großer Mehrheit das Vertrauen geschenkt. Für diesen starken Rückenwind bedanke ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz ausdrücklich! Gern möchte ich aber auch mit Ihnen, liebe Leserinnen, liebe Leser, ins Gespräch kommen. Dafür werden wir künftig Gelegenheit bieten und an das Beispiel unserer erfolgreichen Telefonforen anknüpfen. Achten Sie bitte auf die Ankündigung „Präsident am Telefon“ und rufen Sie an, um Ihre Vorschläge, Kritik, Hinweise, Ideen oder was Sie auch immer auf dem Herzen haben zu äußern. Ich freue mich darauf.

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