Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Kesseltausch fördern lassen

Telefonforum zu Heizungsmodernisierung und staatlichen Zuschüssen

Birgit Holfert

Ab Januar 2020 wurden die staatlichen Förderungen zum Austausch alter Kessel erheblich verbessert: Zuschüsse bis 40 Prozent sollen Hausbesitzern den Umstieg auf moderne, energiesparende Kessel schmackhaft machen. Möglich ist aber auch, Investitionen in Energiesparmaßnahmen über mehrere Jahre verteilt von der Steuer abzusetzen. Bis zum Oktober kann ein Kesseltausch bequem erledigt werden. Doch die Auswahl ist sehr groß: Luft-, Wasser- oder Sole-Wärmepumpen, Holz-, Pellet- oder Gas-Brennwertkessel – welcher ist der Richtige, und worauf ist beim Kesseltausch zu achten? Welche Förderungen gibt es wofür, wie werden sie beantragt und worauf ist zu achten?

Diese und weitere Fragen zum Kesseltausch und den aktuell attraktiven, staatlichen Förderungen beanwortete die Energieexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, Dipl-Ing. (FH) Birgit Holfert  im Telefonforum.

Mein Gaskessel ist 21 Jahre alt, ich möchte diesen durch einen modernen Gas-Brennwertkessel ersetzen. Bekomme ich dafür Förderung?
Nein, für den Einbau von reinen Gas- oder Ölbrennwertkesseln gibt es seit dem 1. Januar 2020 keine staatliche Förderung mehr. Nur wenn die Kessel kombiniert werden mit einem zusätzlichen Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energie, zum Beispiel einem Holz- oder Pelletkessel, einer Solaranlage oder einer Wärmepumpe – sogenannte Hybridanlagen –, dann gibt es bis zu 30 Prozent Zuschuß vom Staat.

Ich möchte meinen 28 Jahre alten Ölkessel durch eine moderne Wärmepumpe ersetzen. Bekomme ich dafür staatliche Förderung und worauf muß ich achten?
Bei Ablösung einer Ölheizung und Einbau einer Heizung auf Basis erneuerbarer Energien, wie etwa Holz- oder Pelletkessel, Wärmepumpe, gibt es bis zu 45 Prozent Zuschuß vom Staat. Der Antrag ist per Internet online beim BAFA einzureichen mit einem aktuellem Kostenvoranschlag. Diese Beantragung kann bei Erteilung einer Vollmacht auch vom Heizungsbauer vorgenommen werden. Die Arbeiten dürfen grundsätzlich erst nach Einreichung des Förderantrages und Vorliegen einer Registriernummer begonnen werden.

Die Heizkörper der alten Heizung sollten überprüft werden, ob sie für die neue Heizungsanlage noch verwendet werden können. Eine Absenkung der Heizkurve erfordert größere Heizflächen. Der hydraulische Abgleich muß generell bei Einbau der neuen Heizung vorgenommen werden, dazu sind eventuell alle Heizkörperventile auszutauschen. Wärmepumpen sollten vorrangig in gut gedämmten Häusern und in Verbindung mit einer Fußbodenheizung ausgewählt werden, um einen guten Wirkungsgrad der Anlage und geringe Heizkosten zu erzielen.

Ich habe von einem BAFA-Förderzuschuß gehört – welche Kosten beim Kesseltausch sind förderfähig?
Das BAFA veröffentlicht auf seiner Internetseite regelmäßig aktualisierte Merkblätter zu den förderfähigen Kosten beim Kesseltausch. Nur das bei Einreichung des Antrages gültige Merkblatt kommt zur Berechnung der Förderhöhe zum Ansatz. Außerdem gilt: Nur die Arbeiten, die im Kostenvoranschlag enthalten waren, können bei der Abrechnung bezuschußt werden. Zusätzliche Arbeiten, die vorher nicht aufgeführt waren, werden nicht berücksichtigt.

Allgemein werden folgende Arbeiten bezuschußt, wobei die Aufzählung nicht vollständig ist: Installation der neuen Kesselanlage mit Erneuerung der Abgasanlage, Demontage des alten Kessels – bei Öl auch Demontage des Öltanks und des Öleinfüllstutzens –, bei neuer Gas-Hybridheizung die Errichtung des Gashausanschlusses, Austausch von Heizkörpern bzw. Einbau einer Fußbodenheizung, Durchführung des hydraulischen Abgleichs mit Einbau neuer Heizkörperventile, sämtliche Baunebenkosten wie Deckendurchbrüche bzw. Maler- und Putzarbeiten, die mit dem Einbau der neuen bzw. Ausbau der alten Heizungsanlage erforderlich sind. Sowie Kosten für Beratungs-, Planungs- und Bauleitungsarbeiten im direkten Zusammenhang mit dem Kesseltausch.

Wenn ich weitere Fragen zum Kesseltausch bzw. dessen Förderung habe, wo bekomme ich eine neutrale Beratung?
Möchten Sie vorher noch eine weitere fachlich neutrale Beratung haben, können Sie sich an die Energieberatung der Verbraucherzentrale wenden. Unter der kostenfreien, bundesweiten Hotline 0800 809 802 400 erhalten Sie telefonische Auskünfte eines Energieberaters oder können sich für eine ausführliche persönliche Beratung in einer Beratungsstelle Ihrer Region anmelden.

Die Beratungen in den Beratungsstellen sind kostenfrei. Kommt ein Energieberater der Verbraucherzentrale zu einem Energiecheck zu Ihnen nach Haus, kostet das lediglich 30 Euro.

Mehr Informationen unter:

https://verbraucherzentrale-energieberatung.de/beratung/stationaere-beratung/

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