Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Bausparen für Umbau

Telefonforum zu Zuschüssen und Förderprogrammen

Hausbesitzer sollten rechtzeitig an den altersgerechten Umbau ihrer Immobilie denken und diesen finanziell auch langfristig planen. Wichtig ist, unbedingt die staatliche Förderung zu nutzen. Ganz nebenbei erhöht sich der Komfort des eigenen Zuhauses wesentlich. Was sollte man beachten, damit die barrierefreien Umbauten und Modernisierungen mit dem Guthaben aus dem Bausparvertrag oder einem riestergeförderten Bausparvertrag finanziert werden können? Es berät Heiko Dikall, Finanzierungsberater der LBS in Potsdam.

Was muß ich tun, wenn ich später aus gesundheitlichen Gründen modernisieren muß? Geht das mit einem Bausparkredit?
Ein Bausparvertrag kann selbstverständlich für Modernisierungen und damit auch für die Schaffung von Barrierefreiheit eingesetzt werden. Modernisierer haben typischerweise einen kleineren bis mittleren Finanzierungsbedarf zwischen 5.000 und 30.000 Euro. Schon mit kleineren, regelmäßigen Beträgen läßt sich eine stattliche Rücklage ansparen. Ist der Vertrag zuteilungsreif, können Bausparer ihr Guthaben und das zinsgünstige Bauspardarlehen nutzen, um mit dem Umbau zu beginnen. Der langfristig vereinbarte Darlehenszins gilt unabhängig von der Höhe des Kredits.

In der Darlehensphase sind jederzeit Sondertilgungen möglich. Mit einem Bausparvertrag lassen sich auch staatliche Fördermittel wie Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmerzulage ausschöpfen.

Für Baumaßnahmen möchten wir keinen weiteren Kredit aufnehmen, da wir noch einen Bausparvertrag einsetzen möchten. Wir haben gehört, daß es auch Zuschüsse für Baumaßnahmen gibt?
Das ist richtig. Die KfW bietet grundsätzlich zu ihrem Darlehen alternativ einen Investitionszuschuß an. Dieser beträgt maximal 6.250 Euro je Wohneinheit (bis 12,5 Prozent der förderfähigen Investitionskosten). Dazu gehören beispielsweise die Beseitigung von Barrieren in der Wohnung und im Außenbereich sowie die Erhöhung der Einbruchsicherheit.

Das Förderprogramm kann von allen Privatpersonen, unabhängig von Alter und Familienstand, beansprucht und auch mit einem Bausparvertrag kombiniert werden. Grundsätzlich gilt, daß das Vorhaben bei der Antragstellung noch nicht begonnen wurde und daß der Zuschuß direkt bei der KfW beantragt werden muß.

Es gibt doch auch aus der Landesförderung Fördermittel für den altersgerechten Umbau. Wo kann ich mich informieren?
Modernisierer können gegebenenfalls auch bei kommunalen Institutionen wie den Landesförderinstituten Fördermittel beantragen. Eine Übersicht über die Fördermittel in den einzelnen Bundesländern sowie über die jeweiligen Konditionen stellt das Bundeswirtschaftsministerium unter www.foerderdatenbank.de zur Verfügung.

Wir haben in diesem Jahr unser Haus altersgerecht modernisiert. Können wir die Kosten im nächsten Jahr von der Steuer absetzen?
Ja, das ist möglich. Für die erbrachten Leistungen können Sie steuerliche Begünstigungen nutzen. Handwerkerleistungen, die im Zuge einer Modernisierung anfallen, lassen sich von der Steuer absetzen.

20 Prozent der Arbeitskosten, maximal aber 6.000 Euro pro Jahr, können Immobilienbesitzer in ihrer Steuererklärung geltend machen. Wichtig ist, daß auf der Rechnung Material- und Arbeitskosten getrennt ausgewiesen werden. Kosten für Arbeitsmaterialien sind nicht absetzbar. Modernisierer erhalten so eine Steuererstattung von jährlich bis zu 1.200 Euro.

Wir haben einen Bausparvertrag, der demnächst zuteilungsreif ist. Kann ich den altersgerechten Badumbau in unserem Haus damit finanzieren?
Natürlich. Mit einem Bausparvertrag ist finanziell für Maßnahmen wie ein behindertengerechtes Bad, eine barrierefreie Küche oder einen schwellenfreien Hauszugang vorgesorgt. Sobald der Vertrag zuteilungsreif ist, können Sie Ihr Guthaben und das zinsgünstige Bauspardarlehen für Umbaumaßnahmen zur Barrierereduzierung nutzen.

Bausparen ist für Modernisierungen mit kleinem bis mittlerem Finanzierungsbedarf besonders interessant, da der langfristig vereinbarte Darlehenszinssatz unabhängig von der Höhe des Kredits gilt.

Für den altersgerechten Umbau unseres Hauses in einigen Jahren würden wir demnächst einen Bausparvertrag abschließen. Gibt es besondere Kredit-Modelle?
Ein Bausparvertrag kann von Eigenheimbesitzern, aber auch – nach Absprache mit dem Vermieter – von Mietern für eine altersgerechten Umbau oder die Sanierung des Bades eingesetzt werden. Sobald der Vertrag zuteilungsreif ist, können Bausparer ihr Guthaben und das zinsgünstige Bauspardarlehen nutzen, um mit dem Umbau zu beginnen. Modernisierer benötigen häufig kleine bis mittlere Kreditsummen. Ich kann nur für die LBS sprechen, wir haben speziell für kleine Darlehenssummen den Tarif WohnFit3 entwickelt. Bis zu drei kleine Modernisierungsetappen können Sie mit nur einem Vertrag vornehmen.

Welche Summe empfehlen Sie hierfür? Gibt es Vorteile gegenüber einem Hypothekenkredit?
Ein Bauspardarlehen gibt es zu den günstigen Konditionen einer Immobilienfinanzierung, anders als die Konditionen bei Banken. Sie verlangen für Kredite unter 50.000 Euro oft Zinsaufschläge. Sogenannte Blankodarlehen bis 30.000 Euro darf die LBS ohne Sicherheiten vergeben.

Ein Eintrag ins Grundbuch ist dann nicht notwendig. Das spart Gebühren, Lauferei, Papierkram und Zeit für zum Beispiel Notar und Grundbuch. Die Zusage erhalten Kunden oft in wenigen Tagen.

Wofür kann ich meinen Bausparvertrag im Alter einsetzen. Vielleicht möchte ich dann nicht mehr umbauen?
Sie können alle altersgerechten Umbauten zu Wohnzwecken mit einem Bausparvertrag finanzieren. Das können Aus- und Umbaumaßnahmen sein oder auch die altersgerechte Sanierung des bestehenden Bades. Auch der Erwerb eines eigentumsähnlichen Dauerwohnrechts in einem Seniorenwohnheim oder in einer Anlage für Betreutes Wohnen gehören dazu. Sollten die Maßnahmen schnell erforderlich und finanzierbar sein, bieten Vorfinanzierungskredite die schnellste und günstigste Lösung. Sie besparen den Bausparvertrag im Nachhinein, können aber bereits die günstigen Darlehenszinsen nutzen.

Lohnt sich der Abschluß eines Bausparvertrages, auch wenn ich noch nicht weiß, ob ich mir in einigen Jahren den Erwerb altersgerechten Wohnraums leisten kann?
Ja. Das Geld geht nicht verloren. Zinsen und Bausparförderung zusammengenommen, können eine attraktive Rendite erzielen. Wollen Sie später kein Wohneigentum erwerben, können Sie Ihren Darlehensanspruch auch auf Ihre Kinder und Enkel übertragen.

Ich habe gehört, daß die geplanten Umbauten, die wir mit unserem Wohnriester-Vertrag finanzieren möchten, einer vorgegebenen DIN entsprechen müssen. Stimmt das?
Der Staat unterstützt mit diesem Modell nicht nur den Erwerb von Wohneigentum. Auch für den altersgerechten Umbau ihres Zuhauses können Förderberechtigte den geförderten Bausparvertrag nutzen. Voraussetzung ist, daß die Hälfte der Investitionssumme für Maßnahmen eingesetzt wird, die den gesetzlichen DIN-Vorgaben für einen barrierefreien Umbau entsprechen. Mit dem restlichen Teil der Summe sind ebenfalls Barrieren zu reduzieren, die allerdings nicht die Anforderungen der DIN erfüllen müssen. Beides ist von einem Sachverständigen zu bestätigen Außerdem gelten Mindestbeträge. 20.000 Euro müssen investiert werden, wenn die Eigentümer die Immobilie schon länger als drei Jahre besitzen, andernfalls liegt die Untergrenze bei 6.000 Euro. Für Umbaukosten, die mit Wohn-Riester finanziert werden, dürfen keine anderen Förderprogramme, Zuschüsse oder Steuererleichterungen genutzt werden. Energetische Modernisierungsmaßnahmen werden übrigens nicht riestergefördert.

Was steckt hinter der DIN-Norm für Barrierefreiheit? Ich habe gehört, daß danach gebaut und umgebaut werden muß. Ist das auch bei der Finanzierung wichtig?
Die gültige DIN 18040-2 legt Mindeststandards für Gebäude fest, wenn sie als barrierefrei gelten sollen. Ziel ist, daß die Bewohner ihre Wohnräume ohne Einschränkungen nutzen können. Die Norm bezieht auch die besonderen Bedürfnisse von Familien mit Kindern und Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung, motorischen Einschränkungen oder Mobilitätshilfen mit ein. Die Norm ist Bestandteil der Bauordnungen des jeweiligen Bundeslandes und gilt für Wohnungen, Wohngebäude und deren Außenanlagen. Wichtig sind die darin enthaltenen Vorgaben für Modernisierer, die den altersgerechten Umbau mit einem riestergeförderten Bausparvertrag finanzieren möchten. So gelten für Eigentümer Mindestbeträge, die entnommen werden müssen. Diese richten sich nach der Zeit, die die Immobilie im Besitz ist. Außerdem muß ein Sachverständiger herangezogen werden.

Weitere Infos:

 www.lbs.de

 www.kfw.de

 www.foerderdatenbank.de

zurück