Verband Deutscher Grundstücksnutzer

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VDGN-Kooperation mit Leitungsauskunftsportal gestartet / Interview

Jürgen Besler (links) und Jochen Brückmann halten gemeinsam ein Kabel
Eine Kooperation vereinbarten Jürgen Besler, Geschäftsführer der infreSt – Infrastruktur eStrasse GmbH und VDGN-Präsident Jochen Brückmann Foto: Frank Hufnagel

Unter jedem Grundstück liegen etliche Strom-, Gas- oder Wasserleitungen. Für denjenigen, der bauen will und einen Schacht ausheben muß, ist es Gold wert, wenn er bereits in der Planungsphase alle Leitungsverläufe auf seinem Grund und Boden kennt. Über das Leitungsauskunftsportal der infrest können alle VDGN-Mitglieder nun vergünstigt mit einem Rabatt von zehn Prozent eine Leitungsanfrage stellen, die dann ohne Mehraufwand an alle Netzbetreiber und Behörden verschickt wird. Eine entsprechende Kooperation haben VDGN-Präsident Jochen Brückmann und infrest-Geschäftsführer Jürgen Besler in Berlin unterzeichnet. Die Leitungsanfrage ist sehr einfach gestaltet und kann problemlos umgesetzt werden. Mehr Information dazu unter www.infrest.de.

Über folgenden Link können sich VDGN-Mitglieder anmelden: www.infrest.de/ leitungsauskunftsportal/ registrierung/

Herr Besler, Sie gehen mit Ihrem Unternehmen gerne in den Untergrund. Was machen Sie und wer sind Ihre Kunden?
Über infrest können sämtliche Informationen zu Leitungen und Kabeln unter der Erde eingeholt werden, damit unsere Kunden bereits vor Start der Baumaßnahme besser planen können. Das geschieht über unser Leitungsauskunftsportal über das vor allem private und gewerbliche Bauherren und Planer, aber auch öffentliche Verwaltungen und Netzbetreiber ihre Prozesse vereinfachen und Tiefbaumaßnahmen beschleunigen können. Diese Genehmigungs- und Leitungsanfragen, die über unser Portal gestellt werden, leiten wir ohne Mehraufwand für unsere Kunden an alle zuständigen Stellen weiter.

Was war der „Auslöser“ für die Gründung von infrest und wer ist daran beteiligt, das Land Berlin, die Privatwirtschaft?
Die infrest wurde vor zehn Jahren vom Land Berlin gegründet mit der Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg, der Vattenfall Wärme Berlin und der Stromnetz Berlin als Partner. Inzwischen sind wir mit unseren Dienstleistungen deutschlandweit bei mehr als 7.500 Bau- und Planungsunternehmen, Netzbetreibern sowie Städten und Kommunen im Einsatz. Darüber hinaus nutzen auch private Grundstückseigentümer und -nutzer unser Portal, um bei Bauarbeiten auf ihren Grundstücken gebündelte Leitungsauskünfte einzuholen.

Mit wie vielen Behörden und Netzbetreibern arbeiten Sie zusammen und wie viele Anfragen erhalten Sie etwa in der Woche?
Insgesamt sind bereits mehr als 10.600 Unternehmen wie eben Netzbetreiber und Telekommunikationsunternehmen sowie auch Behörden über unser Leitungsauskunftsportal deutschlandweit erreichbar. Wir arbeiten daran, diese Zahl kontinuierlich auszubauen. Die Zahl der über unser Portal gestellten und versendeten Leitungsanfragen sowie Meldungen liegt inzwischen bei mehr als 600.000 jährlich, Tendenz deutschlandweit steigend!

Eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Und wie lange dauert die Beantwortung einer Anfrage/Genehmigung im Durchschnitt?
Das hängt stark von den angefragten Unternehmen und Behörden ab. Unternehmen, die unsere Anfragen direkt in ihre IT-Systeme übernehmen, antworten bereits innerhalb weniger Minuten.

Einige Unternehmen und Stellen, deren Geschäftsprozesse komplexer sind, brauchen länger. In der Regel dauern deren Antworten dann bis zu zehn Tage. Die Digitalisierung bekommt aber sowohl in den Städten und Kommunen, Stichwort Smart Cities, als auch bei den Netzbetreibern gerade in der aktuellen Situation einen erheblichen Schub, so daß sich die Antwortzeiten sicher weiter beschleunigen werden.

Was erhoffen Sie sich von der Kooperation mit dem VDGN und wie können VDGN-Mitglieder davon profitieren?
Wir hoffen, daß viele VDGN-Mitglieder und Mitgliedsunternehmen die Kooperation mit Leben füllen und bei Planungs- und Tiefbauarbeiten unser Leitungsauskunftsportal kräftig nutzen. Die Prozesse zur Erstellung einer Leitungsanfrage sind sehr einfach gestaltet und problemlos umzusetzen. Durch die Nutzung des Leitungsauskunftsportals können ebenso Schäden bei Tiefbauarbeiten durch aktuelle Leitungsauskünfte vermieden werden. Das ist zum Schutz von Leib und Leben sowie möglichen Haftungsrisiken wichtig, wenn etwa eine Gas- oder Stromleitung beschädigt wird. Durch eine gebündelte Leitungsanfrage an Netzbetreiber und Behörden statt der bisher üblichen Einzelanschreiben können VDGN-Mitglieder erheblich Mühen, Zeit und Kosten sparen.

Fragen: Frank Hufnagel

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