Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Finanzierung gesichert

Dauerpächter in Wusterhausen beteiligen sich an Kosten für Bebauungsplan

Groß war die Aufregung vor ca. einem Jahr auf dem Campingplatz in Wusterhausen/Dosse im nördlichen Brandenburg. Über 60 Eigentümer von Mobilheimen, die seit vielen Jahren auf dem Gelände installiert waren, sahen sich drohenden Nutzungsuntersagungen ausgesetzt, die der Landkreis wegen möglicher Baurechtswidrigkeit der Bungalows aussprechen wollte. Die Betroffenen wandten sich hilfesuchend an den VDGN, der aktiv wurde, indem er sie beriet und die Maßnahmen zur Rettung der Mobilheime koordinierte.

Der im Frühjahr neugewählte VDGN-Präsident Jochen Brückmann erklärte die Angelegenheit sofort zur Chefsache. In zahlreichen Gesprächen mit den Dauercampern und dem Grundstückseigentümer, aber auch mit dem zuständigen Dezernenten des Landkreises Werner Nüse, kristallisierte sich ein möglicher Weg heraus, die Mobilheime dauerhaft zu sichern: Ein Bebauungsplan muß her, um zumindest den Teil des Campingplatzes, auf dem diese stehen, als Wochenendhausgebiet festzulegen.

Da die Gemeinde aber kein eigenes Interesse an der Erstellung eines Bebauungsplans für dieses Areal hat, wird sie ein solches Verfahren nur beginnen, wenn die Finanzierung sichergestellt ist. Die Kosten für die erforderliche Vermessung und die Arbeiten eines Planungsbüros gehen dabei in den sechsstelligen Bereich und müssen von denen getragen werden, die von der Planung profitieren. Dies ist zum einen der Eigentümer des Campingplatzes, aber auch die Nutzer der Mobilheime, auch wenn sie nur Pächter des Grund und Bodens sind, auf dem ihre Aufbauten stehen.

Entscheidend war somit, daß sich die betroffenen Pächter und der Campingplatz-betreiber auf eine Aufteilung der erheblichen Kosten einigen. Nach langen Verhandlungen, bei denen der VDGN seine Mitglieder durch rechtliche Prüfung der verschiedenen Vertragsentwürfe und konstruktive Hinweise unterstützte, einigte man sich schließlich auf eine Finanzierungsvereinbarung, die inzwischen auch von mehr als 40 Betroffenen unterschrieben wurde. Im Gegenzug für das von den Pächtern getragene finanzielle Opfer wurden mit diesen neuen Pachtverträge abgeschlossen, die in den nächsten acht Jahren nicht gekündigt werden können. Somit ist sichergestellt, daß sie auch wirklich Nutznießer der von ihnen mitfinanzierten Bauplanung sein werden.

Der Abschluß der Finanzierungsvereinbarung ist ein wichtiger erster Schritt. Der VDGN wird die Pächter auch weiterhin auf ihrem Weg zur dauerhaften Sicherung der Mobilheime unterstützen.

Ulf Mätzig

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