Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Bleiben Sie gesund!

Von Jochen Brückmann, Präsident des VDGN

Jochen Brückmann
Foto: Rainer Große

Was für ein Jahr!  Von heute auf morgen und das sogar mehrmals haben die Corona-Ausnahmezustände das Leben auf den Kopf gestellt, für alle Einschränkungen und für viele enorme Belastungen gebracht. Wir wollen hier in dieser Hinsicht gar kein Resümee ziehen. Das geschieht andernorts in den nächsten Tagen und Wochen zur Genüge. Und jeder wird in stillen Stunden sicher Revue passieren lassen, wie es ihm und seinen Lieben ergangen ist.

Auch uns beim VDGN hat es kalt getroffen, als im Frühjahr der „Lockdown“ eingeleitet wurde. Wer kann so etwas schon vorhersehen und in seine Eventualplanungen einbeziehen? Da knirschte und quietschte es im Gebälk, und wir mußten unser Beratungssystem auf die neuen Bedingungen einstellen. Um alle Beteiligten zu schützen, war das Gespräch mit unseren Mitgliedern, die Rat und Hilfe brauchten, nur per Telefon oder Skype, via Email oder gar mittels der guten alten, aber nicht mehr so schnellen Post möglich. Und auch derzeit müssen wir diese Variante wieder favorisieren.

Es ist uns aber auch unter Corona-Bedingungen gelungen, den Bedarf nach Beratungen zu befriedigen. Denn einen „Lockdown“ für die Zumutungen, die Menschen ganz unabhängig vom Infektionsgeschehen ausgesetzt sind, hat es nicht gegeben. Auch 2020 wurden Eigenheimer mit horrenden Forderungen für Pseudo-Erschließungen der Straßen vor ihren Häusern traktiert. Es gab „Nacherhebungen“ für Wasser- und Abwasseranschlüsse aus früheren Zeiten. Kleingärtner erhielten Kündigungen, weil sie angeblich nicht den Anforderungen an die „kleingärtnerische Nutzung“ ihrer Parzellen genügten. Eigentümer von Garagen auf fremdem Grund und Boden  sahen sich der Drohung mit Kündigung ausgesetzt, um von ihnen eine höhere Pacht zu erpressen. Und nicht wenige unserer älteren Mitglieder brauchten Hilfe im Kampf mit den Ämtern, um die Anerkennung  eines bestimmten Pflegegrads oder einer Schwerbehinderung zu erreichen. Wir halfen, wo wir konnten. Und meistens konnten wir etwas erreichen. Der VDGN hat sich so in turbulenter Zeit wiederum als Helfer bei Alltagsproblemen bewährt, von denen wir nicht täglich in der Zeitung lesen, die aber eben da sind und vom Einzelnen allein oft nicht bewältigt werden können.

Selbstverständlich waren wir in diesem Jahr auch politisch aktiv, um den Interessen der vielen Geltung zu verschaffen, die ihr Eigentum an Eigenheimen, Wohnungen und anderen Baulichkeiten selbst nutzen. Das war durchaus schwieriger als sonst. Denn Corona absorbierte einen großen Teil der Aufmerksamkeit in Politik und Verwaltung. Dennoch gelang es, gemeinsam mit zahlreichen Bürgerinitiativen einen weiteren Meilenstein zu setzen, indem in Sachsen-Anhalt die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge beschlossen wurde, was ja in jüngerer Zeit bereits in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Thüringen geschehen war.  Das schafft Erleichterung für zehntausende Menschen.

2020 war auch für den VDGN ein schwieriges, aber kein erfolgloses Jahr. Aus den Reihen unserer Mitglieder haben wir viel Aufmunterung erfahren. Dafür nochmals herzlichen Dank, der auch allen ehrenamtlich Tätigen in den Gliederungen unseres Verbandes gilt. Im Namen der Mannschaft des VDGN und ganz persönlich wünsche ich Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr.

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