Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Licht und Schatten

Entwurf für neues Wohnungseigentumsgesetz: VDWE bereitet Stellungnahme vor

Fassade eines mehrstöckigen Wohngebäudes
Foto: Rainer Große

Der Verein Deutscher Wohnungseigentümer (VDWE), Mitglied des VDGN, hat die Modernisierung des Wohnungseigentumsgesetzes grundsätzlich begrüßt. Die Reform des alten Gesetzes aus dem Jahr 1951 war längst überfällig. In dem kürzlich vorgelegten Referentenentwurf werden viele alte Regelungen vereinfacht und bestimmte Rechte der Eigentümer gestärkt, so etwa die Einsichtnahme in Verwaltungsunterlagen und die verbesserte Möglichkeit, sich bei Vertrauensverlust vom bestellten Verwalter trennen zu können. Auch die Elektromobilität wird gefördert durch einen Anspruch auf eine Lademöglichkeit. Außerdem können Wohnungseigentümer nun auch auf Barrierefreiheit und Einbruchschutz bestehen.

Aber, wo Licht ist, ist auch Schatten: Insbesondere die geplante Neuordnung der Rechtsbeziehungen in der Gemeinschaft bedeutet faktisch die Entmachtung des einzelnen Wohnungseigentümers.
Der neue Referentenentwurf weist nunmehr der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer die Aufgabe zu, das gemeinschaftliche Eigentum zu verwalten und nicht mehr dem einzelnen Eigentümer der Gemeinschaft. Die Beschneidung der Rechte des einzelnen, gepaart mit den nun erweiterten Befugnissen des Verwalters, die gewöhnliche Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums selbständig auszuüben, sind aus Sicht des VDWE als Vertreter des „Kleineigentums“ in dieser Form nicht akzeptabel.

Der VDWE wird das Angebot des Bundesjustizministeriums annehmen und bis zum 14. Februar 2020 eine Stellungnahme zum neuen Referentenentwurf erarbeiten.

Lothar Blaschke

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