Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Für mehr Glaubwürdigkeit

Medizinischer Dienst soll künftig unabhängig von den Krankenkassen agieren

Am 17. Juli 2019 wurde im Bundeskabinett ein neuer Gesetzesentwurf für eine höhere Transparenz der Krankenhausabrechnungen und zur Unabhängigkeit des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) vorgelegt und beschlossen. Dies ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, denn bisher ist der MDK – wie der Name schon sagt – eine Institution in Abhängigkeit von den Krankenkassen und steht in seinen Einschätzungen unter deren Einfluß.

An der Glaubwürdigkeit der Entscheidungen von Gutachtern, z. B. bei der Festlegung eines benötigten Pflegegrades, haben daher viele Menschen Zweifel. Denn besonders kleine Pflegekassen sind häufig klamm und daran interessiert, ihre Ausgaben gering zu halten.

Laut Auftrag sollte der Medizinische Dienst der Krankenkassen im Interesse der gesetzlich Versicherten entscheiden! Was offenbar nicht immer der Fall ist – wie allein die vielen Widersprüche hinsichtlich der Einstufung in einen Pflegegrad und bezüglich einer nicht genehmigten Heil- oder Hilfsmittelverordnung, die wir in den letzten drei Jahren für unsere Mitglieder verfaßten, zeigen.

Den Betroffenen kostet das zusätzlich zu ihrem Leidensdruck weiter Kraft und Nerven – und uns Zeit, die wir besser für eine sinnvolle Beratung unserer Mitglieder verwenden könnten.

Die Kernfrage ist allerdings, wie die neue Struktur des MDK künftig aussehen soll. Bisher gilt für dieses Gremium das Prinzip der Selbstverwaltung, bei dem die Krankenversicherten in Form einer Sozialwahl Vertreter in die Kontrollgremien der gesetzlichen Krankenversicherung wählen. Jeder kann sich bestimmt noch an die letzten Wahllisten seiner Kasse erinnern, die einem zugesandt wurden mit der Bitte, daran teilzunehmen. Eine Reihe von unbekannten Namen … Woher soll man da wissen, wer die Mitgliederinteressen ethisch und inhaltlich richtig vertritt?!

Nun soll der MDK laut Gesetzentwurf zu einer unabhängigen Körperschaft des öffentlichen Rechts werden, und den Patienten beziehungsweise Pflegebedürftigen sowie deren Angehörigen soll mehr Beteiligung eingeräumt werden. In der zukünftig Medizinischer Dienst (MD) genannten Institution soll künftig auch kein Vertreter von Kranken- und Pflegekassen mehr sitzen. Daß dieses Vorhaben bei bisherigen Mitgliedern des (alten) Gremiums nicht besonders ankommt, kann sich wohl jeder vorstellen.

Warten wir ab, wie letztlich diese Geschichte ausgeht. Mehr als überfällig ist es

– auch finanziell – eine Trennung von den letztlich zahlenden Institutionen vorzunehmen. Nur so können glaubwürdige Begutachtungen und Entscheidungen über pflegerische und medizinische Maßnahmen für die Betroffenen möglich und mehr Transparenz bei Krankenhausleistungen erreicht werden.

Pflegeberater des VDGN

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