Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Rechte beherzt wahrnehmen

Neue Beratungsstelle in Sachsen-Anhalts Süden / Fragen an Markus Bolik

Rechtsanwalt Markus Kolik
Foto: Kanzlei

Mit Rechtsanwalt Markus Bolik in Merseburg, Sachsen-Anhalt, erweitert sich das VDGN-Beratungsnetz für Mitglieder des Verbandes. Seit 2018 arbeitet Markus Bolik mit den beiden Anwälten Sven Karras und René Richter in eigener Kanzlei in Merseburg. Vorher war er angestellter Rechtsanwalt in einer Kanzlei in Halle. Das Verwaltungsrecht ist eines seiner Spezialgebiete.

Herr Bolik, ab sofort bieten Sie VDGN-Mitgliedern, die im südlichen Sachsen-Anhalt leben, Beratung rund um Grundstücksthemen an. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem VDGN?
Schon während meiner Tätigkeit in Halle beschäftigte ich mich intensiv mit Themen rund ums Haus und Grundstück, zum Beispiel mit Fragen des Verwaltungsrechts, wie den Straßenausbau- oder Abwasserbeiträgen. So wurde ich bald auf den VDGN aufmerksam, der in diesen Fragen ja bundesweit aktiv und öffentlich präsent ist. Gerade die Straßenausbaubeiträge sind nach wie vor ein umstrittenes Thema hier im Land. Der Beratungsbedarf ist groß. So lag es auf der Hand, Kontakte zum VDGN anzubahnen. Ein gutes und konstruktives Gespräch mit dem Vizepräsidenten Peter Ohm war sozusagen der Start für eine Zusammenarbeit im Interesse der VDGN-Mitglieder im südlichen Sachsen-Anhalt.

Beiträge und Gebühren sind ein Dauerbrenner, der Grundstückseigentümer, aber auch Datschen- und Garagenbesitzer immer wieder beschäftigt.
Es ist ja so, daß solche Abgabenbescheide von den Behörden oder auch Zweckverbänden recht häufig Fehler aufweisen. Da fällt mir zum Beispiel ein aktueller Fall ein, bei dem ein Zweckverband Bescheide erließ, die nicht berücksichtigten, daß auf einem Grundstück Niederschlagswasser aufgefangen wird. Oder: Wenn ein Teilstück einer Straße ausgebaut wird, die auf der einen Seite viele und auf der anderen Seite nur sehr wenige Anlieger hat, kann das auch zu Bescheiden führen, die als ungerecht empfunden werden.

Auf den ersten Blick lassen sich Fehler in den meist knappen, allgemeinen Schreiben nicht erkennen. Und für Otto Normalverbraucher ist das Amtsdeutsch oft nur schwer zu verstehen. Leider gibt hier mancher zu schnell auf, wirft die Flinte ins Korn.

Da biete ich meine Hilfe an: Ich möchte Betroffene ermuntern, ihr Recht zu erkennen und beherzt wahrzunehmen. Solche Dokumente sollten genau geprüft werden, ebenso die Satzungen, auf die sie sich beziehen. Wenn nötig, kann ich bei den Behörden auch Einsicht in Akten nehmen. Anschlie-ßend bespreche ich mit den Ratsuchenden genau, was man tun kann.

Bei welchen Themen bieten Sie außerdem Beratung an?
Zum Beispiel bei Nachbarschaftsstreitigkeiten. Als Anwalt kann ich hier unterstützen, auch ohne Einschalten eines Gerichts einen Weg zu finden, mit dem beide zerstrittene Parteien leben können. Nachbarn hat man ja für viele Jahre, da kommt es auf ein gutes Klima an.

Auch bei Verbraucherthemen, die Grundstücksbesitzer häufig betreffen, kann unsere Kanzlei beraten, wie zum Beispiel bei Mängeln bei Handwerkerleistungen rund ums Haus und Grundstück, aber auch bei Fragen rund ums Wohnungseigentumsrecht. Diese Gebiete werden von meinen beiden Kollegen Sven Karras und René Richter bearbeitet, die bei Bedarf hinzugezogen werden können.

In der Anwaltskanzlei sind Sie erster Ansprechpartner für VDGN-Mitglieder aus dem südlichen Sachsen-Anhalt. Wann stehen Sie zur Beratung bereit?
Am besten ist es, zunächst einmal per Telefon über 03461/7448 500 Kontakt mit mir aufzunehmen, oder auch per Mail an info@bkr-rechtsanwaelte.de und das Problem kurz zu schildern. Dann vereinbaren wir einen Beratungstermin.

Für VDGN-Mitglieder ist das in der Regel der erste oder dritte Donnerstag im Monat von 16 bis 18 Uhr. In dringenden Angelegenheiten finden wir natürlich auch einen anderen Termin.

Kostet Ihr Beratungsangebot etwas?
Die erste überblicksmäßige Beratung kostet VDGN-Mitglieder nichts. Sollen jedoch weitere Schritte folgen, wie Akteneinsicht und die genaue Prüfung von Dokumenten, das Verfassen von Schreiben oder auch die Vertretung vor Gericht, fallen Kosten an. Anwälte müssen sich hier nach einer für sie gültigen Gebührenordnung richten. Selbstverständlich bespreche ich vorab mit Ratsuchenden, welche Kosten auf sie zukommen würden.

Interview: Kerstin Große

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