Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Neuer Zuschuß fürs Haus

Wer Baukindergeld beantragen kann und welche Wohnbauförderung es gibt

Laura Sader
Foto: LBS Ost

Jährlich 1.200 Euro erhalten Bauherren mit Kindern, die jetzt in die eigene Immobilie ziehen. Der Förderzuschuß wird für einen Zeitraum von zehn Jahren gezahlt. Die Beantragung ist seit September 2018 möglich. Wer erhält den Zuschuß? Wie hoch sind die Einkommensgrenzen und welche Fördervoraussetzungen gelten? Wie wird der Antrag gestellt und welche Unterlagen sind notwendig? Fragen zum Baukindergeld beantwortet Laura Sader, Bezirksleiterin der LBS Ostdeutsche Landesbausparkasse AG in Cottbus im Telefonforum.

Wer kann Baukindergeld beantragen?
Die Regeln für das Baukindergeld sind relativ eng gesteckt. Familien und Alleinerziehende mit Kindern können das Baukindergeld beantragen. Förderberechtigt sind nur Kindergeldempfänger, in deren Haushalt zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens ein Kind unter 18 Jahren lebt. Die Förderung können alle beantragen, die ihre Immobilie zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 gekauft oder die Baugenehmigung erhalten haben. Wenn Sie eine bereits selbst bewohnte Mietimmobilie erwerben, ist als Stichtag nur das Kaufdatum auf dem notariellen Kaufvertrag relevant.

Nach dem Einzug haben Antragsteller drei Monate Zeit, den Förderantrag bei der KfW zu stellen. Eine Begrenzung der Wohnfläche gibt es nicht. Man muß den Zuschuß nicht zurückzahlen.

Für welche Wohnimmobilien bekommt man die Förderung?
Der Neubau oder Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum wird gefördert. Hierzu gehören neu gebaute Häuser, gebrauchte Immobilien sowie Eigentumswohnungen, die in Deutschland als einzige Immobilie im Besitz des Antragstellers sind. Ferienwohnungen gehören nicht dazu.

Wie lange wird es das Baukindergeld als Förderung jetzt geben? Für die nächsten Jahre?
Das Baukindergeld wird es bis 2020 geben. Sie werden gefördert, wenn das Bauvorhaben bis 31. Dezember 2020 startet. Bis dahin müssen Sie, je nach Vorhaben, eine Baugenehmigung erhalten bzw. die Bauanzeige stellen oder den Kaufvertrag unterschreiben.

Wie viel Baukindergeld erhalten wir? Wir haben zwei schulpflichtige Kinder und ziehen Ende April in unser neues Haus.
Für jedes Kind unter 18 Jahren gibt es einen jährlichen Zuschuß in Höhe von 1.200 Euro über einen Zeitraum von maximal 10 Jahren. So können Sie insgesamt 12.000 Euro für jedes Kind erhalten. Die Förderung wird nur so lange gezahlt, wie das Wohneigentum vom Antragsteller ununterbrochen selbst genutzt wird. Das Geld fließt auch, wenn die Kinder während dieses Zeitraums erwachsen werden. Sie müssen nur zum Zeitpunkt der Antragstellung jünger als 18 Jahre alt sein. Für Kinder, die nach dem Einzug geboren werden, kann das Baukindergeld nicht beantragt werden.

Bekommt man für alle eigenen Kinder Baukindergeld? Wir leben in Trennung, mein Kind wohnt nur teilweise bei mir.
Nein. Ist das Kind nicht bei Ihnen gemeldet, können Sie die Förderung leider nicht beantragen.

Ich habe drei Kinder. Davon lebt jedoch nur noch eines im Haushalt. Bekomme ich dann für alle drei Kinder den Zuschuß?
Wenn das im Haushalt lebende Kind das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und eine Kindergeldberechtigung vorliegt, erhalten Sie das Baukindergeld für ein Kind.

Gibt es Einkommensgrenzen? Welches Haushaltseinkommen ist entscheidend?
Das zu versteuernde Jahreshaushaltseinkommen darf bei einem Kind 90.000 Euro nicht übersteigen, bei jedem weiteren Kind steigt die Einkommensgrenze um 15.000 Euro. Angesetzt wird der Durchschnitt des zu versteuernden Einkommens aus dem zweiten und dritten Jahr vor Antragstellung.

Wo und wie beantrage ich das Baukindergeld?
Das Baukindergeld beantragen Sie bei der KfW über das Zuschußportal www.kfw.de/ zuschußportal. Hier ist bereits ein Vorab-Check möglich, ob die Voraussetzungen für die Förderung erfüllt werden. Beachten Sie unbedingt, daß die KfW keine Unterlagen per Post verschickt. Der Antrag muß spätestens drei Monate nach dem Einzug in das Eigenheim gestellt werden. Das Baukindergeld kann mit anderen KfW-Förderprogrammen kombiniert werden.

Welche Unterlagen muß man einreichen? Muß ich für den Immobilienbesitz einen Nachweis erbringen?
Benötigt werden die Einkommensteuerbescheide aus dem zweiten und dritten Jahr vor der Antragstellung. Wenn Sie im Jahr 2019 das Baukindergeld beantragen, müssen Sie die Einkommensteuer-Bescheide von 2016 und 2017 einreichen. Außerdem müssen Sie die Meldebestätigungen und einen Grundbuchauszug einreichen. Mit der Meldebestätigung wird die Eigennutzung des Wohneigentums nachgewiesen. Sowohl der Antragsteller als auch der Ehegatte oder Lebenspartner sowie die Kinder müssen hier mit ihrem Hauptwohnsitz gemeldet sein. Mit dem Grundbuchauszug weisen Sie den Erwerb des zu fördernden Wohneigentums nach. Liegt noch kein Grundbuchauszug vor, genügt der Nachweis mit einer Auflassungsvormerkung. Diese darf sich nur auf einen Kaufvertrag ab dem 1. Januar 2018 beziehen.

Wann schicke ich die Nachweise an die KfW?
Seit Ende März 2019 werden Antragsteller entsprechend der Reihenfolge der Antragseingänge von der KfW per Mail aufgefordert, die Unterlagen hochzuladen. Eine Auszahlung des ersten Baukindergeldes ist wegen der Antragsflut nicht vor Sommer 2019 zu erwarten.

Was passiert, wenn wir aus dem Haus wieder ausziehen?
Wenn Sie die selbst genutzte Immobilie verkaufen oder vermieten, also nicht mehr selbst nutzen, sind Sie verpflichtet, die KfW sofort zu informieren. Damit endet auch die Förderung durch das Baukindergeld.

Ich habe schon einmal Wohneigentum besessen, es wieder verkauft und wohne derzeit zur Miete. Mit meinem neuen Partner wollen wir nun wieder ein Haus erwerben. Kann ich dafür Baukindergeld beantragen?
Wenn Sie in der Vergangenheit schon einmal Eigentümer waren und dies nach Unterbrechung zwischen 2018 und 2020 wieder werden, können Sie gemäß der Fördervoraussetzungen Baukindergeld beantragen. Die im KfW-Formblatt verwandte Formulierung „gefördert wird der erstmalige Neubau oder Erwerb von Wohneigentum zur Selbstnutzung in Deutschland“ ist laut Rücksprache mit der KfW fehlerhaft. Die förderfähige Immobilie muß also nicht die erste eigene, aber die einzige sein, die Sie gerade besitzen.

Wir möchten umbauen und modernisieren. Erhalten wir auch die Förderung?
Nein. Es werden nur der Erwerb, nicht aber Modernisierungsmaßnahmen, gefördert.

Können wir das Baukindergeld auch auf einen Bausparvertrag einzahlen? Erhalten wir dann noch weitere Förderungen?
Ja. Sie haben die Möglichkeit, einen normalen Bausparvertrag oder einen Vorfinanzierungskredit abzuschließen, auf den das Baukindergeld fließt. Neben den Finanzierungsvorteilen können Sie zusätzlich von anderen staatlichen Förderungen wie Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulange profitieren. Junge Familien können hier den Finanzierungsbaustein „LBS Family“ nutzen. Grundsätzlich gilt auch hier, daß eine Förderung ausgeschlossen ist, wenn im zu fördernden Haushalt bereits Wohneigentum vorhanden ist.

Man hört in den Medien, daß der Erwerb von Wohneigentum demnächst umfassender vom Staat gefördert werden soll? Was ist da zu erwarten?
Neben dem Baukindergeld sollen hauptsächlich Entlastungen von Ersterwerbern bei der Grunderwerbsteuer und Anpassungen bei der Wohnungsbauprämie umgesetzt werden. Mögliche Grunderwerbsteuerfreibeträge und eine vereinfachte kommunale Baulandbereitstellung, unter anderem durch Verbesserungen im Bauplanungsrecht, unterstützen den Immobilienerwerb. Mit einer Erhöhung der Einkommensgrenzen und einem erhöhten Prämiensatz bei der Wohnungsbauprämie können wieder mehr Haushalte für Wohneigentum sparen. In Kombination mit dem Anspruch auf das günstige und zinssichere Bauspardarlehen lassen sich so gestiegene Immobilienpreise und Nebenkosten kompensieren.

www.kfw.de/zuschussportal

www.lbsost.de

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