Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Energieeffiziente Geräte erkennen

Wie im Haushalt Energie gespart werden kann

Ob Fußbodenheizung, Dachausbau oder der richtige Herd: Fragen rund ums Energiesparen im Haus beantwortete Angelika Baumgardt, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Sachsen

Wir möchten unsere Dachetage ausbauen? Worauf sollten wir in Energiehinsicht achten?
Sie sollten bei den Ausbauarbeiten auf eine zukunftsfähige Dämmung des Daches achten. Die Energieeinsparverordnung schreibt bei Sanierungsarbeiten einen bestimmten energetischen Standard vor. Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) des gedämmten Daches sollte 0,24 W/m²K nicht überschreiten. Das kann man zum Beispiel mit einer 18 Zentimeter dicken Dämmschicht aus Mineralwolle zwischen den Sparren erreichen. Aber auch andere Dämmstoffe und Dämmarten sind möglich.

Ein besonders guter sommerlicher Wärmeschutz wird etwa durch Zellulosedämmung (z. B. als Einblasdämmung) oder Holzweichfaserplatten (z. B. als Aufsparrendämmung in Kombination mit einer Zwischensparrendämmung) erreicht.

Mit einer Aufsparrendämmung aus hochwärmedämmendem Material erreicht man hingegen eine wärmebrückenfreie Konstruktion und mit vergleichsweise geringen Dämmstärken bereits sehr hohe Dämmwerte. Wird ein U-Wert des sanierten Daches von 0,14 W/m²K erreicht oder unterschritten, kann eine Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch genommen werden. Bei der Dämmung sollte zudem auf eine luftdichte Ebene innen und eine winddichte Ebene außen sowie auf eine möglichst wärmebrückenfreie Konstruktion geachtet werden. Die luftdichte Ebene auf der Innenseite (Dampfbremse) soll verhindern, daß während der Heizsaison warme Luft aus dem Wohnraum in die Dämmebene eindringt und dort Feuchteschäden verursacht. Welche Art der Dämmung und welches Material zum Einsatz kommt, ist vom konkreten Einzelfall abhängig. Die Energieberater der Verbraucherzentrale beraten Sie dazu gern kompetent und unabhängig verbraucherzentrale-energieberatung.de

Müssen wir wirklich immer Geräte mit dem Kennzeichen A+++ kaufen, wenn wir am besten Energie sparen wollen?
Die Geräte mit der höchsten Energieeffizienzklasse verbrauchen deutlich weniger Energie als die der anderen Effizienzklassen. Darum ist es auf jeden Fall sinnvoll, beim Kauf eines neuen Gerätes auch auf eine möglichst hohe Energie-Effizienzklasse zu achten. Ein Kühlschrank der Effizienzklasse A+ hat zum Beispiel im Vergleich zu einem vergleichbaren A+++-Gerät einen doppelt so hohen Stromverbrauch. Leider sind die Energie-Label aber für viele Menschen verwirrend, da nicht für alle Elektrogeräte A+++ die höchste Effizienzklasse ist, sondern für manche auch A++ oder einfach nur A.

Für Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen, Geschirrspüler, Elektrobacköfen, Raumklimageräte, Staubsauger und Wäschetrockner ist die beste Effizienzklasse A+++. Für Wäschetrockner, Dunstabzugshauben ist die beste Effizienzklasse dagegen nur A, für Fernsehgeräte, Lampen und Leuchten ist die beste Effizienzklasse A++. Für alle anderen Elektrogeräte gibt es keine vorgeschriebenen Energieeffizienzklassen.

Diese verwirrende Regelung mit den Plus-Erweiterungen der Effizienzklasse A wird nun wieder abgeschafft. Man kehrt zur Auszeichnung von A bis G zurück. Das soll ab 2020 geschehen. In der Übergangszeit wird es schwierig bleiben, den Durchblick zu behalten. Am besten vergleicht man den auf den meisten Energielabeln ausgewiesenen jährlichen Stromverbrauch. Unabhängig von der Effizienzklasse sollte man aber vor der Entscheidung für den Kauf eines neuen Gerätes immer auch gründlich überlegen, welche Größe und Ausstattung wirklich erforderlich sind. So steigt etwa beim Fernseher mit der Bildschirmdiagonale auch der Stromverbrauch. Ein großer Kühlschrank verbraucht mehr Strom als ein kleiner usw.

Wann ist eine Fußbodenheizung sinnvoll?
Eine Fußbodenheizung als eine Form der Flächenheizung – wie zum Beispiel auch die Wandheizung – wird mit sehr niedrigen Systemtemperaturen betrieben, meistens mit cirka 35 Grad Celsius im Maximum. Diese niedrigen Temperaturen im Heizsystem sind Voraussetzung für einen effizienten Betrieb einer Wärmepumpe. In Verbindung mit einer Wärmepumpe ist daher eine Flächenheizung empfehlenswert. Bei Gas-, Öl- oder Holzheizungen sind diese niedrigen Systemtemperaturen nicht erforderlich, es kann aber natürlich auch hier eine Fußbodenheizung installiert werden. Generell gilt: Je niedriger die Temperaturen im Heizsystem, desto geringer sind auch die Wärmeverluste im Verteilsystem.

Zu beachten ist jedoch, daß eine Fußbodenheizung – durch den Estrich über den Rohren – ein träges System ist. Das heißt, sie kann nicht schnell auf eine Laständerung im Raum reagieren. Wenn also z. B. große Fensterflächen nach Süden vorhanden sind und die Sonne den Raum erwärmt, registriert das zwar der Raumtemperaturfühler, und die Regelung schaltet die Fußbodenheizung ab, die Speichermasse des Fußbodens ist aber noch warm und kühlt nur langsam ab. Es kann dann in der Folge zu einer Überhitzung des Raumes kommen. Auch ein schnelles Aufheizen des Raumes ist nicht möglich. In der Folge werden Fußbodenheizungen oft auf konstanter Temperatur „durchgefahren“, was zu einem höheren Energieverbrauch führen kann als es mit schnell regelbaren Heizkörpern der Fall wäre.

Welche einfachen Energiespartips gibt es?
Von jedem einfach umzusetzen sind zum Beispiel folgende Dinge: Die Raumtemperatur nicht zu hoch einstellen, 19 bis 21 Grad Celsius sind in Wohnräumen optimal. Zu hohe Raumtemperaturen führen zu einem hohen Heizenergieverbrauch. Hier helfen eine warme Jacke und dicke Socken Geld sparen. Nachts und bei Abwesenheit kann die Temperatur weiter abgesenkt werden. Dabei sollte jedoch die Schimmelgefahr, besonders bei schlecht gedämmten Gebäuden, im Blick behalten werden. Auch die Erwärmung des Wassers benötigt viel Energie. Es macht daher durchaus Sinn, Duschsparköpfe oder Durchflußbegrenzer zu installieren. Sie reduzieren damit den Wasserdurchfluß ohne Komfortverlust. Die Beleuchtung im Haus sollte nach und nach auf LED umgestellt werden. Geschirrspüler und Waschmaschine sollten immer voll beladen, die Waschtemperatur so niedrig wie möglich eingestellt werden. Nutzen Sie die Energiesparprogramme der Geräte, auch wenn Sie die lange Programmlaufzeit zunächst verwirrt. Nutzen Sie einen Wasserkocher für die Erwärmung kleiner Wassermengen. Schalten Sie Elektrogeräte, die Sie nicht nutzen, am besten direkt aus und vermeiden Sie so Standby-Verbrauch und Scheinausverluste.

Stromfresser wie z. B. elektrische Heizgeräte, Wasserbetten, Klimageräte, Aquarium, Sauna, Solarium, Wäschetrockner usw. sollte man im Blick haben und mit Bedacht nutzen. Extratip: Eine regelmäßige Kontrolle der Zählerwerte, zum Beispiel einmal monatlich, bewahrt Sie vor bösen Überraschungen bei der Jahresabschlußrechnung.

Wir überlegen, einen Gasherd anzuschaffen, weil wir das Kochen mit Gas gewohnt sind. Allerdings sind wir nicht an eine Gasversorgung angeschlossen. Ist ein Gasherd für uns überhaupt machbar?
Das Kochen mit Gas ist prinzipiell trotzdem möglich und auch meist preiswerter als mit Strom. Es kann dazu Flüssiggas genutzt werden. Die Brenner eines vorhandenen Gasherdes müssen dafür auf Flüssiggas umgerüstet werden. Eine Gasflasche bis 11 Kilogramm Größe darf grundsätzlich in der Wohnung – aber nicht im Keller! – aufgestellt werden. Eine Außenaufstellung, sofern möglich, kann von Vorteil sein, da im Falle einer Undichtheit genügend Luft zur Verdünnung zur Verfügung steht. In einer Mietwohnung sollte man vorher den Mietvertrag prüfen, ob er Regelungen enthält, die dem Vorhaben entgegenstehen.

Wir haben im unisolierten Dachraum freiliegende Heizungsrohre und überlegen, ob wir diese isolieren können. Ist das sinnvoll?
Ja, das ist sinnvoll. Es kann hier mit einem geringen Investitionsaufwand sehr viel Energie eingespart werden. Daher enthält die EnergieEinsparVerordnung EnEV 2014 in §10 Abs. 2 für diese Fälle auch eine Nachrüstpflicht. Demnach müssen ungedämmte, zugängliche Heizungs- und Warmwasser-Leitungen in unbeheizten Räumen gedämmt werden. Die erforderliche Dämmstärke ist in Anlage 5 der EnEV 2014, Anforderungen an die Wärmedämmung von Rohrleitungen und Armaturen, in Tabelle 1 geregelt. Für Rohre mit einem Innendurchmesser bis 22 Millimeter beträgt sie 20 Millimeter, für Rohre mit einem Innendurchmesser über 22 bis 35 Millimeter dann 30 Millimeter und für Rohre mit einem Innendurchmesser über 35 bis 100 Millimeter ist sie gleich dem Innendurchmesser.

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