Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Werden Sie sicherer!

Was Notrufsysteme können und wann die Pflegekasse etwas zuschießt

Ein Telefon
Foto: Rainer Große

Die Pflegefachgruppe berät nicht nur bei Schwerbehinderung und Pflegegrad, sondern darüber hinaus auch über viele Hilfsmittel und technische Lösungen. Dabei stellen wir fest, daß vielen Ratsuchenden die Möglichkeiten eines modernen Notrufsys-tems noch nicht bekannt sind.

Es gibt zahlreiche Anbieter auf dem Markt, aber die eigentliche Frage ist doch, was brauche ich wirklich und ab wann brauche ich es?

Diesen Fragen wollen wir hier nachgehen.

Prinzipiell ist ein Notrufsystem immer gut, egal, wie jung oder alt man ist. Jedem kann es passieren, von einem Tag auf den anderen Hilfe zu benötigen! Auch Jüngere bedienen sich sehr häufig solcher Hilfssysteme, nennen es aber nicht Notruf-, sondern Smart-System. Zwischen beiden Systemen gibt es allerdings doch einen kleinen Unterschied: Bei einem Smart-System wird häufig eine „Notrufnummer“ aus der eigenen Familie oder dem Freundeskreis angegeben, wohingegen ein Notrufsystem auf eine 24 Stunden besetzte Notrufzentrale aufläuft. Fest steht, daß Letzteres die sicherere Form ist.

Prinzipiell muß man für alle diese Systeme selber aufkommen. Für das Notrufsystem gibt es aber in der Grundausstattung (Basisgerät plus ein Sendeteil, in der Mehrheit ist es der Handsender) eine Ausnahme: Bei Menschen mit einem Pflegegrad kann die Pflegekasse – egal, in welchem Bundesland der Pflegebedürftige wohnt – diese Kosten übernehmen.

Bei alleinstehenden Pflegebedürftigen ist das gar kein Problem. Komplizierter wird es, wenn Menschen in eine Gemeinschaft eingebettet sind. Dann muß man es gut begründen. Aber auch hier ist die Kostenübernahme durch die Pflegekasse nicht ausgeschlossen.

Ein Notrufsystem kann um viele Elemente ergänzt werden. So gibt es inzwischen den Rauchmelder (wichtig bei Rauchern mit Demenz), einen Wasserüberlaufmelder, eine automatische Herdabschaltung, einen Fallsensor oder einen Bewegungsmelder (kann auch als Null-Bewegungs-Melder eingesetzt werden). Je nach Einschränkung hat das eine oder andere zusätzliche System Sinn. Allerdings müssen diese Zusatzteile durch eine Monatsgebühr selbst finanziert werden.

Einen Tip noch am Rande: Leider wird die Schlüsselhinterlegung nicht von den Pflegekassen getragen. Wir von der Pflegefachgruppe halten dieses Modul aber für den wichtigsten Zusatz überhaupt. Denn was nützt es, wenn ein Notruf ausgelöst wurde und die Rettungskette auf Grund des fehlenden Zutritts in die Räumlichkeiten verhindert bzw. verzögert wird. Viele Anbieter bedienen sich eines sogenannten Türtresors, in dem sich der Wohnungs- bzw. Haus-türschlüssel befindet. Die Notrufzentrale erhält dann den Zugangscode für den Tresor, und im Ernstfall ist der Zugang zu einem in Not geratenen Menschen gesichert.

Gerne geben wir Ihnen hier auch weitere Tips bzw. organisieren Ihnen – je nach Wohnlage – einen Notrufanbieter.

Ute Brach

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