Verband Deutscher Grundstücksnutzer

VDGN vor Ort

Veranstaltungen zum Dauerwohnen bei Vereinen und Interessengemeinschaften

Seit Jahren kämpfen Jörg Wolgem, Brigitte Kunisch und Uwe Schmidt (v.r.n.l.) darum, ihre Siedlung in Kleinmachnow zu erhalten

Seit Jahren kämpfen Jörg Wolgem, Brigitte Kunisch und Uwe Schmidt (v.r.n.l.) darum, ihre Siedlung in Kleinmachnow zu erhalten Foto: Kerstin Große

Seit Inkrafttreten der Änderungen des Baugesetzes zum Dauerwohnen in Wochenendhausgebieten häufen sich die Anfragen unserer Mitgliedsvereine und von Einzelmitgliedern zu diesem Thema. Die zunehmende Wohnraumknappheit in den Ballungsräumen und die dadurch mit ausgelösten Mietsteigerungen verstärken bei vielen den Wunsch, ihr Wochenendhaus zum Hauptwohnsitz zu machen. Jahrzehntelange Investitionen können so sinnvoll als Altersvorsorge genutzt werden und gleichzeitig den angespannten Wohnungsmarkt entlasten. Genau diese Überlegung hat der Bundestag aufgegriffen und deshalb seine Gesetzesinitiative auf den Weg gebracht. Weiter sollte den Gemeinden durch das Gesetz ein Instrument an die Hand gegeben werden, bestehende Gemengelagen (Einfamilienhaus neben Wochenendhaus), städtebaulich mit Bauleitplanungen zu steuern und durch die Nutzung von Baulandreserven für den Wohnungsbau weiterzuentwickeln.

In den vergangenen Monaten war der VDGN mit verschiedenen Infoveranstaltungen zum Thema Dauerwohnen unterwegs bei Mitgliedsvereinen und Interessengemeinschaften.

Kleinmachnow
Dauerbewohnern eines historischen Gemeindegebietes von Kleinmachnow (bei Berlin) droht das Aus. Der Hintergrund: Das in den 20er Jahren begründete Siedlungsgebiet „Ringwegsiedlung” – umgangssprachlich „Klein Moskau” genannt – wurde nach der Wende zum Außenbereich erklärt. Seitdem verfällt (mangels Klarheit der rechtlichen Lage) die ehemals attraktive Siedlung und entwickelt sich zum unschönen Schandfleck der Gemeinde. Die Anwohner leiden erheblich darunter, da sie weder bauliche Maßnahmen tätigen können noch ein gesichertes Wohnrecht haben. Um dieses Problem zu lösen, hat der Landkreis die Gemeinde ausdrücklich zu einer Entscheidung aufgefordert. Nach langer Diskussion leitete man ein Bebauungsplanverfahren für ein Wochenendhausgebiet ein. Aber ein Wochenendgebiet ist kein Wohngebiet, dient damit nicht als Wohnsitz. Ein Großteil der Grundstückseigentümer dürfte damit Wohnraum sowie Existenzgrundlage verlieren, faktisch auf der Straße landen, da nur Wohnnutzungen mit nachgewiesenem Bestandsschutz (Baugenehmigung) erhalten bleiben sollen. Die Interessengemeinschaft „Ringweg-Siedlung“ der Grundstückseigentümer hat sich auf ihrer Mitgliederversammlung am 2. Mai 2017 mit der Neuregelung im Baugesetz befaßt. Die Versammlung hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, bei der Gemeinde eine entsprechende Änderung des laufenden Planverfahrens zu beantragen. Die Interessengemeinschaft ist bereit, sich dazu als Vorhabenträger zu vereinbaren. Auf einer Veranstaltung am 19. Juli hat die Interessengemeinschaft mit Unterstützung der Referenten des VDGN bei den Fraktionen in der Gemeindevertretung für ihren Antrag geworben. Im September wird sich der Bauausschuß mit dem Antrag befassen.

Heidesee
Der Bürgermeister der brandenburgischen Gemeinde Heidesee und die Gemeindevertretung sehen in der Neuregelung des Baugesetzes eine Chance, die seit Jahren ins Stocken geratene Bauleitplanung in kleinen Schritten voranzubringen. Bisher scheiterte die Aufstellung eines Flächennutzungsplans an der landesplanerischen und naturschutzrechtlichen Zustimmung zur geplanten Umwandlung von Wochenendhausgebieten in reine Wohngebiete. Die punktuelle Lösung städtebaulicher Probleme durch die Ermöglichung von eingestreuten Wohnnutzungen in vollerschlossene Wochenendhausgebieten, ohne dabei den Charakter der Gebiete zu zerstören, könnte hier der Durchbruch sein. In verschiedenen Ortsteilen soll die Machbarkeit geprüft werden. So in Prieros, Bindow und Dolgenbrodt. Am 22. Juli hat sich die Mitgliederversammlung des VDGN-Mitgliedsvereins in Dolgenbrodt dafür ausgesprochen, die neuen Möglichkeiten gemeinsam mit der Gemeinde zu nutzen.

Magdeburg
Am 9. August nutzten viele Einzelmitglieder des VMEG die Gelegenheit, die das Treffen der Vereinsvorstände am Barleber See bot, sich über die Möglichkeiten des Dauerwohnens zu informieren. Am Barleber See hat der VDGN gegen überzogene Pachten gekämpft, unterstützt von einer Vielzahl von Klagen den Kauf der Grundstücke ermöglicht. Seit Januar diesen Jahres gibt es einen Bebaubauungsplan für ein Erholungsgebiet. Jetzt besteht bei vielen Grundstückseigentümern der Wunsch, in schöner Umgebung zu wohnen. Damit wird sich der VDGN befassen.

Fred Fischer

zurück