Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Entlassen – verlassen?

Wann der Sozialdienst eines Krankenhauses für Patienten aktiv werden muß

Viele kennen die Situation: Ein Angehöriger wird plötzlich ins Krankenhaus eingewiesen, behandelt. Doch nicht jeder kann es geheilt wieder verlassen. Mancher muß erst wieder zu Kräften kommen, für eine bestimmte Zeit oder auch dauerhaft gesundheitliche Einschränkungen hinnehmen.

Für derart Betroffene muß noch im Krankenhaus ein qualifiziertes Entlassungsmanagement einsetzen – was leider allzu oft nicht der Fall ist. Viele Menschen wissen nicht, worauf sie Anspruch haben: So sind die Mitarbeiter des Krankenhaus-Sozialdienstes verpflichtet, in solchen Fällen zu beraten. Und auch die sogenannte Anschlußversorgung muß sichergestellt sein! Im Sozialgesetzbuch (SGB) sind die Vorschriften dazu festgehalten: §11 Abs. 4 / §39 Abs. 1a SGB V.

Was heißt das im einzelnen? Der Sozialdienst des Krankenhauses hat die Aufgabe, vor der Entlassung zu klären, ob der Patient in seine häusliche Umgebung (Wohnung, Eigenheim) zurückkehren kann oder unterstützende Maßnahmen ergriffen werden müssen. Dazu können – je nach Zustand des Betroffenen – gehören: die Bereitstellung von Hilfsmitteln (Rollstuhl, Rollator, Badewannenlift usw.), die Erstversorgung mit Arzneimitteln, Heilmitteln (Physiotherapie, Logo-, Ergotherapie), häusliche Krankenpflege oder Leistungen aus der Pflegeversicherung, Haushaltshilfe und das Initiieren baulicher Veränderungen.

In vielen dieser Fälle wird Kurz-zeitpflege empfohlen, also der zeitweilige Aufenthalt in einer Einrichtung mit stationärer Betreuung rund um die Uhr. Dieser Kurzzeitpflege muß man nicht zustimmen, wenn die Rückkehr nach Hause unter Einsatz der genannten Hilfen ebenso möglich ist.

Eine weitere Alternative kann auch die sogenannte Akut-Rehabilitation darstellen. Dann wird der Patient vom Krankenhaus in die Akut-reha-Einrichtung gebracht und eine spätere Rückkehr in die häusliche Umgebung vom Sozialdienst der Reha-Einrichtung geplant.

Ute Brach

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