Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Rat rund ums Altern

VDGN-Vizepräsident Eckhart Beleites initiierte deutschlandweit einzigartiges Projekt

Die Arbeiten am Hausbau gehen zügig voran
Die Arbeiten am Hausbau gehen zügig voran Foto: Hagen Ludwig

Am 23. Juni dieses Jahres fand beim Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) in Berlin-Biesdorf die feierliche Grundsteinlegung für das „Haus der Pflege“ statt. Als Gäste wurden unter anderem der Geschäftsführer des Unfallkrankenhauses Berlin, Professor Dr. med. Axel Ekkernkamp, die Mitglieder des Abgeordnetenhauses von Berlin, Mario Czaja, Christian Gräff und Dr. Gottfried Ludewig, sowie der Bezirksstadtrat für Wirtschaft von Marzahn-Hellersdorf, Johannes Martin, begrüßt.

Bisher einzigartig in Deutschland
Das mit finanzieller Unterstützung durch den Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf in den nächsten Monaten zu errichtende Gebäude soll mit seinen Einrichtungen zeigen, wie Ein- oder Zweifamilienhäuser und Wohnungen für die Bedürfnisse pflegebedürftiger und behinderter Menschen umgebaut und mit das Alltagsleben unterstützenden Hilfsmitteln ausgestattet werden können. Zudem bietet der VDGN in diesem Haus seinen Mitgliedern umfassende Beratung und Unterstützung zu den Fragen der Gewährung eines Pflegegrades und Zuerkennung eines Behindertengrades an.

Mit diesem umfassenden Konzept des Hauses der Pflege bietet der VDGN seinen Mitgliedern ein komplettes Leistungsspektrum zu Pflege und Schwerbehinderung an, das wegweisend und derzeit noch einzigartig in Deutschland ist.

Bis zur Grundsteinlegung war es ein mit Widrigkeiten und Hindernissen gepflasterter Weg. Wie fing alles an? Initiator und Wegbereiter für das neue Projekt war VDGN-Vizepräsident Eckhart Beleites, der sich seit mehreren Jahren mit diesem Themenkreis intensiv beschäftigt.

Ausgangspunkt der Überlegungen waren die demographischen Veränderungen hin zu einer immer älter werdenden Bevölkerung und die damit verbundenen neuen Anforderungen an das Lebensumfeld der Menschen. Bei der zunehmenden Zahl an Pflegefällen wird es nicht möglich sein, alle diese in Heimen zu pflegen. Auch werden viele Betroffene auf Grund finanzieller Beschränkungen eine professionelle Pflege in einem Heim nicht in Anspruch nehmen können.

Dieser demographische Wandel betrifft auch die Mitgliederstruktur des VDGN. Sehr viele Mitglieder, denen der Verband in den zurückliegenden Jahren mit Rat und Tat zu allen Problemen ihrer Grundstücke zur Seite stand, die seit über 25 Jahren eine enge und vertraute Verbundenheit zum VDGN pflegen, trugen vermehrt an den VDGN auch ratsuchend Fragen heran, die sich mit dem Leben im Alter in den eigenen vier Wänden, mit Problemen von Pflege und Schwerbehinderung verbanden.

Tragend war und ist die Aussage, solange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. In vielen Gesprächen mit Kompetenzträgern aus Politik und Wirtschaft, insbesondere mit dem ehemaligen Senator für Gesundheit Mario Czaja entwickelte Eckhart Beleites das Konzept des Hauses der Pflege, welches mit seiner geplanten Einweihung im Frühjahr 2018 seine endgültige Umsetzung findet.

Ein unabdingbarer Grundpfeiler des von Eckhart Beleites verfolgten Konzeptes ist die Unabhängigkeit von jeglichen Institutionen und Einrichtungen, die auf dem Gebiet der Pflege tätig sind, sowie von wirtschaftlichen oder politischen Interessenvertretern, wie es sich über die Jahrzehnte bei der Arbeit des VDGN bewährt hat.

In dem Neubau können zukünftig vielfältige technische Lösungen praxisnah vorgeführt und getestet werden. Ob die Badewanne mit tiefem Einstieg, Treppenlift, spezielle Toiletten, Blindenleitsysteme oder Möbel mit Aufstehhilfe usw. usf.

Maßgeschneiderte Lösungen
Als Partner stehen auf kurzem Weg Fachfirmen des VDGN-Unternehmenspools zur Verfügung. Zu Fragen der Planung und Finanzierung solcher Umbauten sowie flankierenden Hilfsangeboten beraten Experten des Vereins Leben, Wohnen und Pflege (LWP). Ziel einer weitergehenden, umfassenden Beratung wird es sein, maßgeschneiderte Lösungen für unsere Mitglieder zu finden. Dabei geht es um ein Gesamtkonzept für den staatlich geförderten Abbau von Barrieren in Haus und Wohnung ebenso wie individuell angepaßte Alltagshilfen oder die Unterstützung bei der Beantragung und Durchsetzung eines Pflegegrades oder Schwerbehindertengrades. Ebenfalls sollen Kurse für pflegende Angehörige angeboten werden, die sowohl praktische Hilfen als Pflegeperson als auch rechtliche Informationen vermitteln.

Das neue Haus der Pflege wird allen Betroffenen offenstehen und ist mit seinen komplexen Beratungsmöglichkeiten ein zusätzliches und besonderes Serviceangebot für unsere Verbandsmitglieder.

Hans-Joachim Kloetz

 

 

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