Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Laßt euch nicht verkaufen!

Düsseldorfer Kleingärtner-Stadtverband ruft auf, Hamburger Widerstand zu unterstützen

Mit der Hamburger Initiative des Vereins Schreberrebellen gegen massive Kleingartenvernichtung in ihrer Stadt erklärt sich der Düsseldorfer Stadtverband der Kleingärtner, Mitglied des VDGN, solidarisch. Der Vorsitzende Peter Vossen schreibt dazu:

Wer in Hamburg einen Kleingarten gepachtet hat, der kann sich nicht sicher sein, daß er sehr schnell von der gepachteten Fläche verschwinden muß. Hintergrund ist, daß die Stadt Hamburg Flächen für die Bebauung benötigt. Was ist also leichter, als Kleingartenanlagen dem Erdboden gleichzumachen und diese dann an zahlungskräftige Firmen zu verkaufen. Mit dem Ergebnis, daß viele dieser Flächen zunächst jahrelang ungenutzt bleiben und augenscheinlich zu Spekulationsobjekten werden.

Das Bundeskleingartengesetz sieht für den Fall, daß Kleingärten auf kommunalen Flächen einer anderen Nutzung zugeführt werden, die Gestellung von Ersatzflächen vor. In Hamburg greift man zu den von Angelika Traversin (s. Beitrag auf S. 19) geschilderten Maßnahmen.

Möglich wird das über einen Vertrag zwischen der Stadt Hamburg und dem Landesbund der Gartenfreunde in Hamburg e.V., der regelt, wieviel Kleingartenland jährlich der Stadt Hamburg durch den Landesbund geräumt zu übergeben ist.

Die von den Kleingärtnern über ihre Vereine gewählten Vertreter vertreten also nicht die Interessen der Kleingärtner, sondern mehr die Interessen der Stadt Hamburg. Zudem droht der Landesbund den Vereinen unverhohlen mit Kündigung, wenn sie die neue Mustersatzung nicht annehmen. Warum lassen sich die Kleingärtner das alles gefallen? Aus Angst vor Kündigung und Repressalien durch den Landesbund. Warum lassen sich die Kleingartenvereine die Gängelei durch den Landesbund gefallen? Auch hier Angst vor dem Landesbund.

Aber es keimt eine kleine Zelle des Widerstandes. Sie nennen sich „Schreberrebellen“. Sie wollen nicht mehr alles hinnehmen, was der Landesbund mit den Kleingärtnern macht, und versuchen mit allen demokratischen Mitteln dagegenzuhalten. Nur wenn die Kleingärtner in Hamburg sich der Tatsache bewußt werden, daß es ihre Interessenvertreter sind, von denen sie verkauft werden, und aktiv werden, kann auch in Hamburg ein demokratisches modernes Kleingartenwesen aufblühen. Die Schreberrebellen sind auch im Internet zu finden und brauchen dringend finanzielle Unterstützung.  

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