Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Wieder Mut geschöpft

VDGN-Pflegeberatung half Mitglied Peter Schick erfolgreich beim Streit um die Pflegestufe

Peter Schick in seiner Wohnstube Foto: Kerstin Große

Der Berliner Peter Schick ist schon seit den neunziger Jahren Mitglied im VDGN. Dem früheren Rundfunkreporter, Kabarettisten und Conferencier war das Anliegen des damals gegründeten Verbandes, sich für die Interessen ostdeutscher Grundstücksnutzer einzusetzen, gleich sympathisch, erinnert sich der heute 81jährige. Und daran habe sich nichts geändert, unterstreicht er. Seinen Mitgliedsbeitrag sehe er vor allem als solidarische Unterstützung für Menschen, die sich beherzt für die Rechte anderer einsetzen, der Politik immer wieder Druck machen.

Nur ein einziges Mal hatte Peter Schick in all den Jahren die Hilfe des Verbandes in Anspruch genommen: als er Streit mit einem Handwerker hatte. „Da lernte ich den Unterschied zwischen Angebot und Kostenvoranschlag kennen, mit dem Ergebnis, das ich wohl oder übel viel Geld für eine schlechte Leistung lassen mußte”, gibt er augenzwinkernd zu Protokoll.

Doch vor einem knappen Jahr spielte ihm das Schicksal übel mit. Bei einem kleinen chirurgischen Eingriff infizierte er sich mit einem gefährlichen Krankenhauskeim. Eine schwere Zeit brach an – mehr als drei Monate lag er im Krankenhaus, wurde gar zeitweilig ins künstliche Koma versetzt. Als er endlich entlassen werden konnte, konnte Peter Schick nicht mehr laufen. Der Alltag mußte völlig neu organisiert werden. Er benötigte plötzlich fremde Hilfe. Mit einem Wort, er war pflegebedürftig geworden. Doch sein Antrag auf eine Pflegestufe wurde abgelehnt. Noch heute ärgert er sich über das arrogante Urteil des Gutachters, er sei im Großen und Ganzen mobil.

Normalerweise hat Peter Schick für alles im Leben einen Plan B. Der hat ihm so manches Mal auf der Bühne, bei Rundfunk-Liveübertragungen aus der Patsche geholfen. Doch nun war er rat- und hilflos: Wie sollte es nur weitergehen? – Zum Glück erinnerte er sich des Angebotes der VDGN-Pflegeberatung für hilfsbedürftige Mitglieder, von dem er öfters im Journal gelesen hatte. Und schon nach dem ersten Anruf schöpfte er Hoffnung, mit seinem Problem nicht alleingelassen zu werden.

Die Leiterin der Pflegeberatung des VDGN Ute Brach kam kurz darauf in sein Haus in Mahlsdorf. Mit ihrer Hilfe legte Peter Schick gegen die Ablehnung der Pflegestufe Widerspruch ein, wies die stark eingeschränkte Mobilität nach und deckte zudem einen eklatanten Fehler bei den berechneten Pflegeminuten auf. Das hat die Pflegekasse dann überzeugt. Bald darauf erhielt Peter Schick seine Pflegestufe 1 (nach der Umstellung zu Jahresbeginn 2017 jetzt Pflegegrad 2) zuerkannt. Er ist dankbar für die Unterstützung seines Verbandes in Sachen Pflege: „Frau Brach war mir eine große Hilfe! Zuverlässig und bescheiden, fachkundig und resolut. Und sie beherrscht die Kunst des guten Gesprächs, hat mir aufmerksam zugehört.“

Mit den Leistungen aus der Pflegeversicherung kann sich Peter Schick nun sein neues Leben besser organisieren. Wortgewaltig wie eh und je, unterhält er viele Kontakte nach draußen. Auch wenn er längst nicht mehr so mobil ist wie früher einmal – zum Gehen und Stehen fehlt ihm schon nach kurzer Zeit die Kraft, das Auto muß er stehen lassen – sein Terminkalender sei dennoch auch heute noch voll, erzählt er. In der Garage steht jetzt ein motorisierter Rollstuhl bereit, mit dem er kleinere Wege erledigen kann. Langsam schöpft er auch wieder Mut zu etwas größeren Unternehmungen. Demnächst soll es per Bahn nach Bad Bevensen in die Lüneburger Heide gehen.

Kerstin Große

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