Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Schwarze Schafe unterwegs

Für wen die Hilfsmittel da sind und wann Sie hellhörig werden sollten

Ute Brach

So langsam kommen die pflegerischen Maßnahmen, gleich ob seit dem 1. Januar 2017 neu, in abgewandelter oder erweiterter Form, an der Basis, bei den Pflegebedürftigen an. Allerdings wird es für einen Laien immer schwieriger den Durchblick im Maßnahmendschungel zu behalten. Viele vertrauen dem Profi, der sie tagtäglich begleitet und eventuell auch pflegt. Und das Vertrauen ist ja fast immer gerechtfertigt. Die meisten Pflegekräfte sind wirklich Profis! Aber schwarze Scharfe scheint es auch in dieser Branche zu geben.

Beispiel Verbrauchshilfsmittel, wie Handschuhe, Mundschutz, Schutzschürzen und Desinfektionsmittel: Oft ist gar nicht bekannt, daß diese Hilfsmittel – sie werden mit maximal 40 Euro im Monat vergütet – für den Pflegebedürftigen und dessen pflegende Angehörigen bestimmt sind – nicht für die Tätigkeit des ambulanten Pflegedienstes! Der ambulante Pflegedienst muß solche Arbeitsmittel selbst als persönliche Schutzausrüstung für die Mitarbeiter bereithalten und dieses auch dokumentieren.

Wenn nun ein Pflegebedürftiger die o. g. Mittel persönlich oder im Kreise seiner Familie gar nicht benötigt (z. B. weil der ambulante Pflegedienst alles übernimmt), dann kann er sich für diesen Satz  andere Leistungen verrechnen lassen, so z. B. zusätzliche Inkontinenzmaterialien (wenn die Menge auf Rezept nicht ausreicht), saugende Bettschutzeinlagen oder Fingerlinge.

Grundsätzlich gilt erst einmal, daß die Pflegekasse sogenannte Sachleistungen bereitstellt. Das heißt, der Versicherte bekommt vom Hilfsmittelanbieter die Mittel, und der Hilfsmittelanbieter erhält das Geld dafür von der Kasse. Über das Pflegeweiterentwicklungsgesetz ist jetzt auch eine Kostenerstattung möglich, d. h., man kann die zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel nun selbst besorgen, so zum Beispiel aus den Drogeriemärkten und läßt sich nachher die Kosten von  der zuständigen Pflegekasse erstatten. Maximal 40 Euro pro Monat werden dafür bezahlt.

Bleibt mir zum Schluß zu hoffen, daß Sie, liebe Leser, nun für den Fall der Fälle besser gewappnet sind und möglichst keine schlechten Erfahrungen mit „schwar-zen Schafen“ machen müssen.

Ute Brach

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