Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Mit Ehrenamtlern hoch hinaus

Auf Entdeckungsfahrt zum Baumkronenpfad ins brandenburgische Beelitz-Heilstätten

Grandiose Aussicht vom Baumwipfelpfad
Grandiose Aussicht vom Baumwipfelpfad Foto: Rainer Stange

Für die ehrenamtlich tätigen VDGN-Mitglieder ging es zur Dankeschön-Fahrt in diesem Jahr hoch hinaus. Eingeladen wurde am 30. Mai zu einer Entdeckungsreise auf den neuen Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten, der erst kürzlich auf der Internationalen Tourismusmesse ITB mit dem Tourismuspreis des Landes Brandenburg ausgezeichnet wurde. Was die Faszination dieses sagenumwobenen Ortes ausmacht, war besonders eindrucksvoll vom 40 Meter hohen Aussichtsturm und beim an-schließenden gut 300 Meter langen Spaziergang auf leicht schwankenden Bohlen über den Wipfeln der Bäume und der Weltkriegsruine des Alpenhauses zu erleben.

1902 wurden die Beelitzer Heilstätten vor allem für Tbc-Kranke von der Landesversicherungsanstalt Berlin errichtet, heute sind sie das größte Flä-chendenkmal Brandenburgs.  Eingang in das gewaltige Bauvorhaben fanden damals die neuesten Erkenntnisse aus Technik, Bauwesen, Architektur und Medizin. So entstand in den Heilstätten das erste Fernheizkraftwerk Deutschlands. Über zahlreiche unterirdische und begehbare Kanäle konnten die vielen Klinikgebäude von dort aus versorgt werden. Um die Abwärme sinnvoll zu nutzen, wurde der große Schornstein in einen Wasserturm integriert und anschließend architektonisch anspruchsvoll verkleidet. Heute ist er eine der Landmarken, die von hoch oben gut zu sehen sind. Ringsum grünt es in den verschiedensten Tönen, und die frische Waldluft war es auch, auf die man mangels anderer Heilmethoden bei der Behandlung der Lungenkranken viele Jahre setzte. Zahlreiche Liegehallen und offen gestaltete Krankenzimmer zeugen davon.

Aus dem Meer aus Bäumen ragt  das gewaltige Dach eines 1997 restaurierten Krankenhausgebäudes heraus, das heute eine moderne neurologische Reha-Klinik beherbergt. Wie die meisten anderen Häuser auch wurde es im englischen Landhausstil errichtet und läßt deutlich erkennen, welcher Glanz einmal vom gesamten Heilstätten-Komplex ausgegangen sein muß. Andere Gebäude der Heilstätten, die in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1994 das größte sowjetische Militärlazarett außerhalb der UdSSR beherbergten, harren noch einer neuen Nutzung. Endgültig von der Natur zurückerobert wurde das Alpenhaus, ein großes Klinikgebäude, das zum Kriegsende schwer beschädigt wurde und über das heute der Baumkronenpfad führt. Beeindruckend ist der Wald, der dort mittlerweile auf den Dächern emporgewachsen ist. So kommen auch Freunde der Botanik voll auf ihre Kosten, zumal zur Entstehungszeit der Heilstätten von den kaiserlichen Hofgärtnern einst großzügige Parkanlagen geschaffen wurden. Daraus resultiert eine erstaunliche Artenvielfalt, die den Baumkronenpfad neben den vielen geschichtlichen Entdeckungen so interessant werden läßt.

Mit dem von Dr. Herrmann-Touristik zur Verfügung gestellten Bus fuhren die VDGN-Ehrenamtler dann zum Beelitzer Jakobshof, wo erntefrischer Spargel auf die Teller kam. Abgerundet wurde der Ausflug  mit einem Spaziergang durch die teils sehr schön restaurierte Altstadt mit ihrer bekannten Stadtpfarrkirche und der Wunderblutkapelle. Unbedingt zu empfehlen ist ein Besuch im Museum in der historischen Posthalterei. Hier wurden auf der Postkutschenroute von Berlin nach Leipzig einst die Pferde getauscht und Erfrischungen an die Reisenden gereicht. Sogar der Fahrkartenschalter ist noch erhalten, ebenso wie viele andere Details aus dieser Zeit. Spätestens beim Probesitzen in einer dort ausgestellten Postkutsche fühlten sich die Gäste gänzlich in vergangene Zeiten zurückversetzt. 32 Stunden dauerte im 18. Und 19. Jahrhundert eine Fahrt von Berlin nach Leipzig. Wesentlich schneller gelangten unsere Ehrenamtler – trotz vieler Baustellen – dann wieder zurück nach Berlin.                             

Hagen Ludwig

 

Fotos (2): Rainer Stange

Bildtext: VDGN-Ehrenamtler am Start zur Wipfel-Tour

Bildtext: Grandiose Aussicht

 

Foto S. 5: Foto: www.baumundzeit.de

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