Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Umzugskosten von der Steuer absetzen

VDGN-Telefonforum zum Thema Steuern

Uwe Rauhöft
Uwe Rauhöft

Wann müssen Rentner eine Steuererklärung machen? Und kann man die neue Küche von den Um-zugskosten absetzen? Und was ist neu im Steuerrecht? Fragen rund um die Steuer beantwortete Uwe Rauhöft, Geschäftsführer beim „Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL).

Ich erhalte Pflegegeld. Muß ich dieses zusätzlich zu meiner Rente versteuern?
Pflegegeld ist grundsätzlich steuerfrei. Das gilt selbst dann, wenn es beispielsweise an einen Familienangehörigen weitergeleitet wird, der die Pflege übernimmt. Allerdings ist in diesem Fall ein Pflegepauschbetrag für den pflegenden Angehörigen ausgeschlossen.

Im letzten Jahr bin ich umgezogen und habe in diesem Zusammenhang eine neue Küche einbauen lassen. Kann ich von diesen Kosten etwas absetzen?
Die Kosten im Zusammenhang mit dem Umzug sind als haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerrechnungen absetzbar. Das betrifft so- wohl Aufwendungen für die alte Wohnung, falls dort beispielsweise noch Malerarbeiten erforderlich waren, als auch für die neue Wohnung. Ab Beginn des neuen Mietvertrages zählt diese Wohnung zum Haushalt, selbst wenn der Einzug erst danach erfolgt. Ebenso sind die Handwerkerlei- stungen – ohne Material – für den Küchen-einbau absetzbar und die Umzugskosten selbst. Voraussetzung ist aber in allen Fällen, daß keine Barzahlung erfolgt ist.

Das Finanzamt hat im Steuerbescheid auf meine Erstattungszinsen vom Vorjahr 25 Prozent Abgeltungsteuer erhoben. Ist das korrekt?
Grundsätzlich ja. Auch Erstattungszinsen gehören zu den steuerpflichtigen Kapitalerträgen. Da Abgeltungsteuer nicht im Vorfeld bei der Zahlung erhoben wird, erfolgt die Versteuerung im Nachhinein. Wenn Sie allerdings in dem Jahr, in dem Sie die Erstattungszinsen erhalten haben, ihren Sparer-Pauschbetrag noch nicht ausgeschöpft ha-ben, können Sie die Zinsen steuerfrei stellen lassen. Dazu müssen Sie die Anlage Kap zur Steuererklärung ausfüllen.

Wenn das Finanzamt die Zinsen bereits besteuert hat, müssen Sie einen Einspruch einlegen und aufführen, wie viel vom Sparer-Pauschbetrag noch zur Freistellung zur Verfügung steht.

Da aber auch beim Bundesverfassungsgericht eine Beschwerde zur Versteuerung der Erstattungszinsen vorliegt, können Sie gegen die Versteuerung auch Einspruch einlegen und das Ruhen des Verfahrens beantragen. Mit der Verfassungsbeschwerde, Az. 2 BvR 2671/14, wird die Ungleichbehandlung gegenüber Nachzahlungszinsen gerügt, welche steuerlich nicht berücksichtigt werden.

Ich habe vor, eine Wohnung in meinem Haus zu vermieten. Muß ich dem Finanzamt dies mitteilen?
Eine Meldepflicht im Vorfeld gibt es nicht. Sie müssen lediglich die Mieteinkünfte in der Einkommensteuererklärung angeben. Wenn Sie jedoch bereits im Vorfeld Aufwendungen haben, sollten Sie diese bereits in der Anlage V (Vermietung) angeben. Das können beispielsweise Renovierungskosten sein, laufende Hauskosten und Abschreibungen, die auf die Wohnung während des Leerstands entfallen, oder Kosten für einen Makler oder Anzeigen. Dies gilt ab dem Zeitpunkt, ab dem Sie den Entschluß gefaßt haben, die Wohnung zu vermieten, und wenn diese auch nicht mehr selbst genutzt wird. Wenn noch keine Mieteinnahmen anfallen, ergibt sich ein Verlust bei den Mieteinkünften. Dieser wird dann mit anderen positiven Einkünften beispielsweise aus einem Arbeitsverhältnis versteuert. Wenn allerdings so geringe Einkünfte vorliegen, beispielsweise aus Rente, daß bisher keine Steuern gezahlt werden, geht dieser Steuervorteil verloren. Nur wenn insgesamt nach der Verrechnung aller Einkünfte ein Verlust übrig bleibt, kann dieser in das nächste Jahr vorgetragen werden.

Ich beziehe lediglich eine Altersrente von 1190 Euro. Muß ich eine Steuererklärung einreichen?Wenn Sie tatsächlich keine weiteren Einkünfte haben und es sich hierbei um die Brutto-Monatsrente handelt, also vor Abzug der Versicherungsbeiträge, brauchen Sie noch nicht mit einer Steuerbelastung zu rechnen. Bei einem Rentenbeginn im letzten Jahr liegt die Grenze etwa bei 1220 Euro Brutto-Monatsrente, ab der eine Steuerbelastung entstehen kann.

Bei früheren Rentnerjahrgängen liegt die Grenze noch deutlich höher. Alle künftigen Rentnergenerationen werden bereits bei geringeren Rentenbeträgen Steuern zahlen müssen.

Ich habe gelesen, daß jetzt wesentlich mehr Handwerkerrechnungen und haushaltsnahe Dienstleistungen abgesetzt werden können. Trifft das zu?
Sie haben vermutlich eine Pressemitteilung der Finanzverwaltung zum neuen BMF-Schreiben vom November letzten Jahres gesehen. Nach unserer Einschätzung sind die Neuerungen nicht nur positiv zu bewerten. Im wesentlichen wurde auf positive Urteile der Finanzgerichte reagiert. Danach sind nunmehr auch Pauschalen für Hausnotrufdienste und die Betreuung von Haustieren in der Wohnung begünstigt.

Eingeschränkt wurde dagegen die Rechtsprechung zum Abzug von Anschlußkosten an Versorgungssysteme. Wenn es sich hierbei um öffentliche Träger oder von diesen beauftragte Dritte handelt, sind die Kosten nicht absetzbar. Ob das rechtens ist, muß der Bundesfinanzhof in einem aktuellen Verfahren entscheiden. In der Vergangenheit wurden vergleichbare Kosten bereits anerkannt. Einschränkungen sieht die Finanzverwaltung auch für den Fall vor, daß die Arbeitskosten nicht extra ausgewiesen sind. Eine Schätzung soll nicht zulässig sein.

www.nvl.de

zurück