Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Endlich ein Bad ohne Barrieren

Pflegeberatung half, Umbau zu koordinieren und Zuschuß von der Pflegekasse zu erhalten

Das Telefon klingelt. Eine Dame ist am Apparat und möchte wissen, welche Hilfsmittel es gibt, damit ihr pflegebedürftiger Mann, Mitglied im VDGN, sich besser in der Dusche festhalten kann: „Wissen Sie, die Dusche ist ja so klein, ich kann da nicht mit rein, um ihn zu stützen …“

Auf die Frage, ob er bereits Leistungen aus der Pflegekasse erhält, also im Besitz eines Pflegegrades ist, heißt es: Ja! So konnten wir über die Möglichkeit sogenannter umfeldver-bessernder Maßnahmen auf Kosten der Pflegekasse beraten. Das Gespräch fand vor Ort, im Haus der Mitglieder, statt. Es stellte sich heraus, daß bereits seit einiger Zeit zwei Angebote von Baufirmen vorlagen, die aber erstmal zur Seite gelegt wurden. Diese Angebote stellten sich als solide Grundlage für das weitere Vorgehen heraus, zumal es sich um den Installations-Meisterbetrieb Lothar Rettig & Sohn GmbH und die Fliesenlegerfirma Karsten Ramlow, beides Firmen aus dem VDGN-Unternehmenspool, handelte. Somit übernahm die betreuende Pflegeberatung des VDGN die Koordination aller weiteren Maßnahmen und nahm Kontakt zu den Poolfirmen auf. Das Angebot für den Umbau des Bades verfeinerten wir weiter dahingehend, daß es genau auf die Einschränkungen des Pflegebedürftigen zugeschnitten war: So sollte eine bodengleiche Dusche mit genügend Bewegungsfreiheit für die Ehefrau oder andere Helfer – der vorhandene Raum gab das her –, und ein behindertengerechtes WC eingebaut werden. Nun stellte die Pflegeberatung zusammen mit der Ehefrau des Pflegebedürftigen den Antrag auf Zuschuß zu den Baumaßnahmen von 4.000 Euro bei der Pflegekasse. Die Pflegegruppe des VDGN begründete diese Baumaßnahmen im Antrag noch medizinisch an Hand der Diagnosen des Pflegebedürftigen.

Innerhalb kurzer Zeit bekam unser Mitglied die Genehmigung zum Umbau, womit vier Fünftel aller Kosten bereits gedeckt werden konnten. Allerdings konnte der pflegebedürftige Mann auf Grund seiner Erkrankungen während der Baumaßnahmen nicht zu Hause bleiben. Deshalb beantragten wir zusammen mit der Ehefrau eine sogenannte „Kurzzeitpflege“ in einer dafür vorgesehenen Einrichtung. Auch dieser Antrag wurde medizinisch begründet und gleichzeitig auf die Umbaumaßnahmen (die von der gleichen Pflegekasse bereits genehmigt waren) hingewiesen. Innerhalb einer Woche kam auch dafür die Genehmigung von der Pflegekasse.

Nun konnte es losgehen. Gemeinsam mit der Fliesenlegerfirma wurden die Fliesen ausgesucht, danach wurden alle Baumaßnahmen zwischen den beiden beteiligten Firmen des Unternehmenspools abgestimmt und der Termin für die Umbauten festgehalten. Dieser Termin wurde mit der Pflegeberatung des VDGN und der Kurzzeitpflege koordiniert, so daß es schließlich hieß: „Bahn frei zum Bau“.

Nun standen die beiden Baufirmen unter Druck, denn nichts durfte schiefgehen. Es waren nur 10 Tage Zeit für den Umbau – dann sollte der pflegebedürftige Ehemann aus der Kurzzeitpflege wieder nach Hause zurückkehren!

Aber mit Ruhe, Gelassenheit und guter Koordination zwischen den Firmen Ramlow und Rettig sowie einer herzlichen Bauherrin, nämlich der Ehefrau des Pflegebedürftigen, wurde alles zur Zufriedenheit nach Zeitplan fertiggestellt.

Da kann man nur sagen, wenn alle Fachgebiete gut zusammenarbeiten, dann können auch solche schwierigen Aktionen absolut gewinnbringend für das Mitglied abgeschlossen werden. Und nun passen beide, der Pflegebedürftige und die pflegende Ehefrau unter die Dusche! Die Pflege ist jetzt durch den Umbau wesentlich erleichtert worden.

Ute Brach


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