Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Alltagshelfer gehen an den Start

Ehrenamtliche Kräfte unterstützen pflegebedürftige VDGN-Mitglieder

Beim VDGN werden die Alltagshelfer für ihren Einsatz geschult. Vizepräsident Eckhart Beleites erläutert das Anliegen Foto: Ulf Mätzig
Beim VDGN werden die Alltagshelfer für ihren Einsatz geschult. Vizepräsident Eckhart Beleites erläutert das Anliegen Foto: Ulf Mätzig

Seit Ende Februar hat der VDGN die Zulassung, pflegebedürftige Menschen mit haushaltsnahen Dienstleistungen zu unterstützen. Wie der Verband diese neue Aufgabe meistert, erläutert Ute Brach, Leiterin der Fachgruppe Pflege beim VDGN.

Geschafft! Seit wenigen Wochen sind beim VDGN Alltagshelfer im Einsatz. Sie unterstützen pflegebedürftige Berliner. Aufwendige Vorarbeiten gingen dem voraus…
Richtig. Und das kann auch gar nicht anders sein, schließlich übernehmen die Alltagshelfer eine verantwortungsvolle Aufgabe. Deshalb hat sich der VDGN schon im vergangenen Jahr intensiv mit dieser Thematik beschäftigt. Der Berliner Senat wollte genau von uns wissen, wie wir unser Konzept umsetzen möchten. Auch vonseiten des Gesetzgebers waren jede Menge Bedingungen und Auflagen zu beachten, Voraussetzungen zu erfüllen.

Doch offensichtlich konnten wir mit unserem wohlbegründeten, fast 100-seitigen Antrag die Verantwortlichen in der Behörde überzeugen: Das Fundament einer guten Betreuung ist gelegt!

Rechtzeitig hatten wir auch Anzeigen und Aufrufe gestartet, um geeignete Interessenten für diese ehrenamtliche Arbeit zu finden. Schon im Dezember 2016 waren wir soweit, warteten nur noch auf die behördliche Genehmigung. Das erleichterte uns den Start nun erheblich. Wir mußten nur noch loslegen.

Wobei unterstützen die Alltagshelfer die pflegebedürftigen Menschen im Haushalt?
Die haushaltsnahen Dienstleistungen können ganz unterschiedlicher Art sein. Momentan helfen unsere Alltagshelfer bei der Pflanzenpflege, beim Fensterputzen, beim Schränkesäubern, Staubsaugen oder Fußbodenwischen, bei der Begleitung zum Einkaufen oder Arztbesuchen. Sie führen Botengänge aus, lösen Rezepte ein, bringen Briefe zum Briefkasten und anderes mehr. Besonders gern beschäftigen sie sich direkt mit den (unter Umständen schon sehr einsamen) Menschen, backen gemeinsam oder spielen Karten, gehen mit ihnen im Park oder Garten spazieren, lesen vor oder unterhalten sich einfach.

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit ich einen Alltagshelfer in Anspruch nehmen kann?
Es gibt nur eine wirkliche Bedingung: Betroffene müssen einen Pflegegrad besitzen und somit gesetzlich als pflegebedürftig gelten. Dann bezahlt die Pflegekasse die Leistungen von Alltagshelfern. Auf Grund der hohen Nachfrage dieser Hilfe beim VDGN haben unsere Alltagshelfer allerdings inzwischen eine weitere Bedingung festgelegt – die der unbedingten Mitgliedschaft im Verband! Denn unsere Alltagshelfer sind Freiwillige, die unter dem Motto Mitglieder helfen Mitgliedern Hilfe geben. Somit möchten die Ehrenamtler der Solidargemeinschaft des Verbandes Rechnung tragen. Weiterhin sollte der Nutzer eines solchen Angebotes wissen, daß unsere Alltagshelfer sich inzwischen wirklich als eine Art „Goldstaub“ herauskristallisieren. Deshalb gebe ich den Tip: Pflegen Sie diese gut, dann kommen sie gerne zu Ihnen wieder!

Wie wird man Alltagshelfer?
In erster Linie muß man Lust haben, anderen zu helfen. Eine berufliche Voraussetzung benötigt man nicht. Allerdings legen die Politik und auch wir (!) Wert darauf, daß unsere Ehrenamtler nicht hilflos und blauäugig in die Haushalte gehen. Deshalb hat der Senat von Berlin hier eine Ausbildung von 30 Stunden angeordnet, deren Inhalte sich von Arbeitsschutz über Rettungskette bis hin zu Grundkenntnissen in den wichtigsten Alterserkrankungen hinziehen. Dieses Wissen wird dann auch über die 30 Stunden hinaus immer weiter vertieft. Momentan befinden sich unsere Ehrenamtler in dieser Ausbildung und büffeln sozusagen „alltagshelferbegleitend“.

Wie stark werden diese Leistungen nachgefragt?
Wir werden buchstäblich überrannt mit Anfragen! Deshalb mußten wir über die Bedingung hinaus (Besitz eines Pflegegrades) ein weiteres Regularium finden, nach dem wir unsere „Edelsteine“ vergeben, und das ist die direkte Mitgliedschaft!

Wenn Sie von „Edelsteinen“ sprechen und diese Alltagshelfer so sehr nachgefragt sind, müssen wir sie ganz besonders „pflegen“. Somit stellt sich die Frage, wie sind diese denn versichert?
Das ist nicht besonders schwierig und war unsere kleinste Hürde. Alle Ehrenamtler sind von staatlicher Seite bereits durch die Ehrenamt-Unfallversicherung versichert.

Wenn ein Alltagshelfer zu mir kommt und im Haushalt hilft, mit welchen Materialien, z. B. bei der Fensterreinigung, arbeitet sie oder er dann?
Diese Mittel müssen schon aus dem Haushalt des Pflegebedürftigen gestellt werden. Beim Fensterputzen sollte also nicht nur das Putzmittel bereitstehen, sondern auch eine Leiter. Denn unsere Alltagshelfer sind angehalten, Unfallgefahren zu meiden, umsichtig zu arbeiten. Was im Arbeitsschutz sonst gilt, gilt gleichermaßen auch für den Einsatz der ehrenamtlichen Kräfte bei pflegebedürftigen Menschen.


 

 


Foto S. 25

Foto: AOK-Medienservice

Ehrenamtliche Helfer können pflegebedürftige Menschen bei sehr vielen täglichen Verrichtungen unterstützen – beispielsweise beim Gang in die Apotheke oder zum Einkauf im Supermarkt. Sie können den Pflegebedürftigen auch auf dem Weg zum Arzt, zur Behörde oder zu einer Veranstaltung begleiten  

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