Verband Deutscher Grundstücksnutzer

„Sanieren ja, aber mit Augenmaß!“

Der Bauingenieur Tino Matthes berät Mitglieder des VDGN zu Bau- und Energiefragen

Gebäudeenergieberater Tino Matthes (links) mit Uwe Schönfelder vom VDGN-Unternehmenspoo
Gebäudeenergieberater Tino Matthes (links) mit Uwe Schönfelder vom VDGN-Unternehmenspool Foto: Kerstin Große

Schon seit 14 Jahren ist der Hochbauingenieur Tino Matthes für Mitglieder des VDGN ein Ansprechpartner in Fragen rund ums Bauen, Sanieren und auch Energiesparen. In dem Städtchen Erkner nahe Berlin unterhält er seit 1999 sein Ingenieurbüro. Im tschechischen Brno hatte Matthes von 1980 bis 1984 ein Hochbaustudium absolviert. Sachverständiger für Bauschäden ist er seit 2003, eine Weiterbildung zum Sicherheitskoordinator absolvierte er 2005, und 2006 erwarb er den Abschluß als Gebäudeenergieberater.

Mitglieder fragen ihn beispielsweise dann um Rat, wenn ihr Haus – meist ist es ja schon einige Jahrzehnte alt – zu große Wärmeverluste aufweist. „Wenn ich Empfehlungen gebe, dann mit Augenmaß! Einem 85jährigen Mitglied die aufwendige und teure energetische Rundum-Sanierung vorzuschlagen, das würde mir nicht einfallen. Wichtig ist mir, auf die Wünsche des Ratsuchenden einzugehen und individuell zu beraten. Was davon umgesetzt wird, entscheidet der Hausbesitzer“, betont Tino Matthes. Neben technischen Parametern und Kostenfragen habe die Beratung immer eine starke psychologische Komponente.

Einfühlungsvermögen und behutsame Gesprächsführung sind auch an anderer Stelle unverzichtbar. Beispielsweise, wenn er den Neubau eines Einfamilienhauses im Auftrage des Bauherren fachlich begleitet. „Haben Generalunternehmer bei solchen Projekten den Hut auf, kann es passieren, daß der Ton rauher wird, wenn ein Mann vom Fach ihre Arbeit kontrolliert, Baumängel aufdeckt und Beseitigung fordert“, sagt Matthes.

In der Planung und Bauleitung von Altbausanierungen bis hin zur Instandsetzung von Denkmalen liege jedoch der Schwerpunkt seiner Tätigkeit. Eine besondere Herausforderung war 2015 zum Beispiel die Modernisierung eines Seniorenheimes bei vollem Betrieb. „Das alte Gebäude mußte brandschutztechnisch auf Vordermann gebracht werden, und ein Lift wurde nachträglich eingebaut“, erklärt er.

Auch für Wohnungseigentümergemeinschaften wird er tätig, erarbeitet Empfehlungen zur Instandhaltung der Gebäude in bestimmten Zeiträumen und welche Rücklagen dafür gebildet werden müssen. Solche Empfehlungen, natürlich immer aufs jeweilige Objekt bezogen, wären genauso für Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern sinnvoll, findet Tino Matthes. Darin ist er sich mit seinen Kollegen aus der VDGN-Fachgruppe Bau- und Energieberatung einig, wie sich kürzlich bei einer Zusammenkunft im VDGN-Kommunikationszentrum herausstellte.

Kerstin Große

 

 

 

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