Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Sozialverband VDGN

Von Christoph Schmidt-Jansa, Präsident des VDGN

Wie wird Deutschlands Zukunft aussehen? Gibt es eine Wende, bei der in der „großen Politik“ die Probleme der „kleinen Leute“ in den Vordergrund rücken, insbesondere soziale Fragen wie die sich entwickelnde bzw. verschärfende Wohnungsnot in den großen Städten oder die mehr und mehr kollabierenden Systeme der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum? Das sind Fragen, die sich viele Menschen stellten, während in den letzten Wochen vier Parteien in Berlin über die Bildung einer neuen Bundesregierung verhandelten, ohne zu einem Ergebnis zu gelangen. Wie es weitergehen wird, läßt sich derzeit nicht absehen. Die Hoffnung, das Signal des Bundestagswahlergebnisses sei verstanden worden, hält sich jedenfalls in Grenzen.

In dieser Situation nun fand der 15. Ordentliche Verbandstag des VDGN statt, der für die weitere Arbeit des Verbandes inhaltliche wie personelle Entscheidungen traf. Deren Kern ist recht einfach zu umreißen: Der VDGN ist und bleibt ein Verband mit konsequent sozialer Ausrichtung, überparteilich, aber politisch aktiv, wenn es gilt, selbstgenutztes Eigentum an Eigenheimen, Wohnungen, Wochenendhäusern, Kleingartenlauben und Garagen vor Bedrohungen zu schützen. Dabei stellt er sich neu auftauchenden Herausforderungen, so wie er es angesichts demographischer Veränderungen mit der verstärkten Hinwendung zu den Fragen des Lebens und Wohnens im Alter und der Pflege getan hat.

Der Verbandstag verdeutlichte diesen „Markenkern“ des VDGN in vielfältiger Weise. So faßte er zum Beispiel den Beschluß, die Arbeit des VDGN künftig verstärkt darauf auszurichten, sich für die Schaffung und Sicherung bezahlbaren Wohnraums einzusetzen. Dabei geht es um ein ganzes Bündel von Faktoren – wie den Schutz vor unbezahlbaren „energetischen Sanierungen“, die auch zahlreiche Datschen- und Garagennutzer sowie Kleingärtner in ihrer Eigenschaft als Wohnungsmieter betreffen, die Abwehr von Straßenausbau- und Anschlußbeiträgen, die das Wohnen enorm verteuern, oder staatliche Anstrengungen, den wohnraumvernichtenden Anstieg des Grundwassers in davon betroffenen Regionen zu verhindern. Um möglichst vielen Menschen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden bis ins hohe Alter zu ermöglichen, forderte der Verbandstag rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen ein, die im Falle der Pflegedürftigkeit von Menschen den nötigen Umbau von Eigenheimen und Wohnungen gewährleisten. Und er bestimmte die Schaffung eines neuen Vertragstyps für Wochenend- und Erholungsgrundstücke und den Kampf gegen die Vernichtung von Kleingärten zu weiteren Schwerpunkten der Verbandsarbeit.

So schwer und unsicher die See derzeit ist, das Schiff des VDGN wird auf Kurs bleiben – mit einer guten Mannschaft, zu der auch die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer gehören, denen unser besonderer Dank gilt. Als neugewählter Präsident des VDGN, das kann ich versprechen, werde ich alles dafür tun, die nicht kleiner werdenden Herausforderungen für unseren Verband zu meistern, heute und morgen.

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