Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Neue Herausforderungen

15. Verbandstag des VDGN steckte wichtige Ziele ab / Christoph Schmidt-Jansa neuer Präsident

Abstimmung auf dem Verbandstag
Foto: Hagen Ludwig

Zum neuen Präsidenten des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) wurde am 18. November auf dem 15. VDGN-Verbandstag in Berlin der Jurist Christoph Schmidt-Jansa (33) gewählt. Peter Ohm, der den Verband acht Jahre geleitet hatte, trat bei der Wahl des Präsidiums aus persönlichen Gründen nicht wieder für das Amt des Präsidenten an. Der Verbandstag wählte ihn zum 1. Vizepräsidenten. Für seine erfolgreiche Arbeit dankte der Verbandstag Peter Ohm mit stehendem Applaus.

Der aus Brandenburg stammende Christoph Schmidt-Jansa hat Rechtswissenschaft an der Freien Universität Berlin sowie Steuerrecht an der Universität Potsdam studiert und arbeitete vor seiner Tätigkeit beim VDGN als Rechtsanwalt. Auf dem Verbandstag betonte er, daß der VDGN vor zahlreichen neuen Herausforderungen bei der Interessenvertretung für seine Mitglieder stehe.

Zuvor hatte Peter Ohm eine erfolgreiche Bilanz der Verbandsarbeit vor dem Hintergrund einer komplizierten gesamtpolitischen Situation gezogen.  Ob Probleme der Pflege in einer immer älter werdenden Gesellschaft, fehlende Kitaplätze, Schulen und bezahlbare Wohnungen oder die Verödung ländlicher Gebiete: Der VDGN erwarte, daß die Politik sich dieser Themen ernsthaft annimmt.  Zu erleben sei jedoch, daß die etablierten Parteien weiter machen wie bisher.

„Verbände wie der VDGN sind deshalb wichtiger denn je, um Korrekturen einer falschen Politik zu erzwingen. Und wir tun das in immer mehr Bereichen, weil die Komplexität unseres Lebens durch Internet und neue Medien nicht mehr am Gartenzaun endet“, so Peter Ohm.

So sei der VDGN in diesem Jahr maßgeblich an einer Änderung des Bundesbaugesetzes beteiligt gewesen, wonach Gemeinden unter bestimmten Bedingungen durch vorhabenbezogene Bebauungspläne die Zulässigkeit des Wohnens im Sondergebiet Erholung ermöglichen können.

„Hinsichtlich der Rechtsfragen rund um Datschen und Garagen hat der VDGN einen wichtigen juristischen Sieg errungen. „In einem Berufungsverfahren ist das Landgericht Gera unserer Argumentation gefolgt, daß ein Entschädigungsanspruch nach Schuldrechtsanpassungsgesetz noch innerhalb von drei Jahren nach Grundstücksübergabe geltend gemacht werden kann“, berichtete Ohm.

Vehement setzt sich der VDGN für die langfristige Sicherung von Kleingärten über Bebauungspläne ein. Herzlich gedankt wurde in diesem Zusammenhang dem bisherigen 1. Vizepräsidenten Dr. Michael Jagielski, der die Entwicklung des Kleingartenwesens im VDGN wesentlich geprägt hat und zur Neuwahl nicht mehr antrat.

Ein weiterer Schwerpunkt der Verbandsarbeit war der Kampf gegen ungerechtfertigte Straßenausbaubeiträge mit mehreren erfolgreichen Prozeßgemeinschaften bis hin zu einer vom VDGN eingereichten Verfassungsbeschwerde. Aktuell bleibt auch die Forderung nach Rückzahlung aller Altanschließerbeiträge. Für die Mitglieder einer vom VDGN organisierten Prozeßgemeinschaft in Bernau ist sie bereits vollständig erfolgt. Im Bereich des MAWV Königs Wusterhausen machen mehr als 500 Betroffene ihre Ansprüche auf Staatshaftung über einen VDGN-Vertrauensanwalt geltend.

Zudem sind in diesem Jahr drei musterhafte Klagen initiiert und eingereicht worden, mit dem Ziel, adäquaten Schallschutz für die Anwohner des künftigen Großflughafens Schönefeld durchzusetzen.

Zu einem Schwerpunkt der Verbandsarbeit ist das Thema Leben, Wohnen und Pflege im Alter (LWP) entwickelt worden. Ziel ist es, ältere und pflegebedürftige Mitglieder durch komplexe Beratung und praktische Hilfe dabei zu unterstützen, möglichst lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben zu können. Im März 2017 erfolgte die Zulassung vom Land Berlin für Betreuungs-und Entlastungsleistungen – inzwischen sind 16 Alltagshelfer bei pflegebedürftigen Mitgliedern im Einsatz. Im engen Zusammenhang mit dieser Thematik steht der Bau eines neuen Beratungszentrums auf dem VDGN-Gelände in der Berliner Irmastraße, das im Frühjahr 2018 eröffnet werden soll.

Auch der Unternehmenspool des VDGN stehe daraus resultierend mit der Erbringung spezieller LWP-Dienstleistungsangebote vor neuen Herausforderungen, so Ohm. Insgesamt wurden 2015 und 2016 jährlich etwa 1.300 Aufträge mit einem Volumen von jeweils 12 Millionen Euro über den Pool vermittelt.

Das Wohnungseigentum ist und bleibt ebenso fester Bestandteil im Tätigkeitsbild des VDGN. Mit dem Verein Deutscher Wohnungseigentümer (VDWE) hat er  einen bundesweit agierenden Verein in seinen Reihen, der seinen Mitgliedern Beratung, Fortbildung, Interessenvertretung und Dienstleistungen bietet.

Von der regen Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes zeugen unter anderem 180 Telefonforen bei Tageszeitungen sowie in eigener Regie in den vergangenen zweieinhalb Jahren.

Am Nachmittag erfolgte die Neuwahl des Präsidiums. Neben Christoph Schmidt-Jansa und Peter Ohm wurden in das geschäftsführende Präsidium Lothar Blaschke als 2. Vizepräsident, Ute Brach als Vizepräsidentin mit besonderem Geschäftsbereich (m.b.G.), Holger Becker als Pressesprecher sowie Hagen Ludwig als Schatzmeister gewählt. Der bisherige Vizepräsident m.b.G. Eckhart Beleites, trat für dieses Amt nicht mehr an, wird aber weiter im Präsidium tätig sein. In seinem Vermögensbericht machte er zuvor deutlich, daß der VDGN auch finanziell auf sehr sicheren Füßen steht.

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