Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Wärme vom Dach

Power to Heat: Erste positive Ergebnisse eines Modellvorhabens in Eigenheimen

Blick in den Heizungskeller eines ins Modellvorhaben eingebundenen Objekts in Bremerhaven Foto: IWO
Blick in den Heizungskeller eines ins Modellvorhaben eingebundenen Objekts in Bremerhaven Foto: IWO

Selbsterzeugter Strom aus der Photovoltaik (PV)-Anlage kann auch die Wärmeversorgung eines ölbeheizten Gebäudes unterstützen. Das zeigen erste Ergebnisse eines aktuellen Modellvorhabens des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) und shine (easyOptimize GmbH). Mit vergleichsweise geringem Aufwand konnte laut einer Pressemitteilung in Ein- und Zweifamilienhäusern der Solarstrom-Eigenverbrauchsanteil von durchschnittlich 32 auf 52 Prozent gesteigert werden. Das ermöglicht auch eine Senkung des Brennstoffbedarfs. Über den Start dieses Modellvorhabens war auf dem gemeinsamen Energieforum des VDGN und des Vereins zur Förderung und Pflege der städtischen und kommunalen Umwelt (VfU)) im Juli berichtet worden.

Die Grundidee von Power to Heat in Hybridheizungen besteht darin, Strom immer dann zur Warmwasserbereitung oder zum Heizen einzusetzen, wenn er anderweitig nicht beziehungsweise nicht sinnvoll genutzt werden kann. Öl-basierte Anlagen würden sich laut IWO dafür besonders gut eignen, da dank der Energiereserve im eigenen Tank auch längere Phasen mit geringem Stromangebot problemlos überbrückt werden können.

Erkenntnisse der ersten Monate
Das Modellvorhaben läuft derzeit in neun Ein- und Zweifamilienhäusern. Verwendet wird dabei PV-Strom, der nicht für die Stromversorgung des Gebäudes benötigt wird und ansonsten ins öffentliche Netz eingespeist werden würde.

Vier Häuser liefern seit Anfang März 2017 Daten aus dem Betrieb. Diese vier Objekte verfügen über Wärmespeicher, die sowohl die Heizung als auch die Trinkwassererwärmung mit Energie versorgen. „Durch einen einfachen, im Speicher eingebauten und intelligent angesteuerten Heizstab konnte der im Haus genutzte Anteil des selbstproduzierten Solarstroms von Anfang März bis Ende August durchschnittlich um 20 Prozentpunkte auf 52 Prozent gesteigert werden. Zugleich wurde die Netzeinspeisung durchschnittlich um 20 Prozent reduziert“, berichtet IWO-Projektleiter Christian Halper. Abhängig von der Größe der PV-Anlage sowie der Höhe und dem Profil des Strombedarfs seien in diesen ersten vier Monaten bis zu 1.502 Kilowattstunden selbsterzeugter Solarstrom in den Heizstab geflossen. Dies entspreche einer Heizölmenge von rund 150 Litern.

Kostenaufwand vergleichsweise gering
PV-Anlage und Wärmespeicher mit Heizstabeinbaumöglichkeit waren bereits bei den Teilnehmern vorhanden. Daher mußten lediglich Heizstab und intelligente Ansteuerung beschafft und nachgerüstet werden. Horst Fischer, technischer Referent bei IWO: „Der Kostenaufwand mit Montage hierfür lag bei den Teilnehmern in dieser Zeit bei rund 1.200 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Für Hausbesitzer, die den Grad ihrer Solarstrom-Eigenversorgung erhöhen möchten, ist das also bereits heute eine überlegenswerte Option.“

„Finanziell wird diese Hybridheizungsvariante für Hausbesitzer dann in naher Zukunft besonders interessant, wenn die Einspeisevergütung der eigenen Photovoltaik-Anlage nach 20 Jahren endet und sie damit deutlich weniger Geld für den ins Netz eingespeisten Solarstrom erhalten“, ergänzt Achim Kreutz, Customer Service Manager bei shine.

Hagen Ludwig

Weitere Teilnehmer gesucht

Für das bis Ende 2018 laufende Modellvorhaben können sich auch jetzt noch kurzfristig weitere Interessenten melden. Hinweise dazu sowie umfangreiches Informationsmaterial zum Power-to-Heat-PV-Modellvorhaben mit Videos, Fotos und Grafiken stehen unter www.zukunftsheizen.de/Hybrid bereit.

 

 

 

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