Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Poroton statt Polystyrol

Für seinen Neubau nutzt der VDGN natürliche Baustoffe aus Erde, Wasser, Feuer und Luft

Eine Außenmauer aus Poroton-Ziegel – hier das neue VDGN-Beratungszentrum im Rohbau – ist nachhaltig und bietet viele Vorteile
Eine Außenmauer aus Poroton-Ziegel – hier das neue VDGN-Beratungszentrum im Rohbau – ist nachhaltig und bietet viele Vorteile Foto: Rainer Große

Der Bau geht zügig voran, am 29. September wurde das Richtfest für unseren Neubau auf dem VDGN-Grundstück in Berlin-Biesdorf gefeiert. Schon der Rohbau ist auf viel Interesse bei Anwohnern, Mitgliedern und Gästen des Verbandes gestoßen. Und mehrfach ist in diesem Zusammenhang die Frage aufgetaucht „Was denn, da kommt jetzt gar keine Dämmung mehr davor? Wir dachten, sowas geht heute gar nicht mehr ohne Polystyrol.“ Natürlich geht es, und das war uns auch ein wesentliches Anliegen bei der Planung des Gebäudes.

Denn die Forderung „Energiesparen ja, aber nachhaltig und mit Köpfchen“ hat sich der VDGN seit Jahren auf die Fahnen geschrieben, wenn es um Neubau und Sanierung von Wohnhäusern geht. Deshalb unterstützen wir intelligente Lösungen, um abseits nicht mehr nachvollziehbarer Forderungen nach immer stärkeren Dämmdicken sinnvoll mit Strom und Wärme zu haushalten. Diesem Thema waren nicht zuletzt auch mehrere Veranstaltungen gewidmet, die der VDGN gemeinsam mit dem Verein zur Förderung und Pflege der städtischen und kommunalen Umwelt (VfU) organisiert hat. Das Fazit der Referenten und Gäste war dabei stets eindeutig: „Jeder Bauherr muß technologieoffen den Weg selbst bestimmen können, auf dem er vorgegebene Ziele realer Energieeinsparung erreicht.“

Gerade die oftmals von der Politik hoch gelobten Wärmedämmverbundsysteme sind sehr kritisch zu betrachten, unter anderem wegen der Verwendung potentiell gesundheitsschädlicher bzw. brandgefährlicher Materialien wie etwa Polystyrol. Hinzu kommt mit zunehmender Dämmdicke immer geringere Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit bei hohen Investitionskosten.

Unsere Erfahrung beim Hausbau: Die Vorgaben der Energieeinsparverordnung lassen sich kostengünstig auch unter Verzicht auf Wärmedämmverbundsysteme einhalten. Gut beraten wurde der VDGN dabei vom Ingenieurbüro Plangemann & Schmidt, das für uns den erforderlichen Wärmeschutznachweis erstellt hat. Das Büro empfahl uns den Einsatz von ausgesprochen leichten Porotonziegeln, die durch eine Vielzahl von Luftporen und in Kombination mit anderen Komponenten wie dreifach verglasten Fenstern ausgezeichnete Dämmwerte garantieren. Hinzu kommen laut Diplom-Ingenieur Werner Plangemann eine Vielzahl anderer Vorteile: „Die Ziegel punkten beim Thema Brandsicherheit, sie bieten eine hervorragende Putzfläche und sorgen für ein angenehmes Raumklima.“ Und ein Blick in die Geschichte zeigt, daß die Vorteile von Hohlziegeln bereits während der römischen Antike erkannt und genutzt wurden. Was liegt also näher als eine Rückbesinnung auf Baustoffe aus den natürlichen Elementen Erde, Wasser, Feuer und Luft. In diesem Sinne wird der VDGN-Neubau zweifach Modellcharakter haben. Er ist ebenso alters- und pflegegerecht wie auch nachhaltig.

Hagen Ludwig

 

 

zurück