Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Länger lüften ist besser

Telefonforum zum Thema Heizen und Energie

Birgit Holfert

Wann ist eine Fußbodenheizung sinnvoll? Und wie das Haus bei längerer Abwesenheit heizen? Fragen zum sinnvollen und energiesparenden Heizen beantwortete Diplom-Ingeneurin (FH) Birgit Holfert, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt, im Telefonforum des VDGN.

Wir wollen einen Wintergarten bauen, haben eine Ölheizung. Sollten wir die Ölheizung nutzen oder ein anderes Heizungssystem?
Wenn die Kapazität des Ölkessels für eine Heizungserweiterung mit dem Wintergarten ausreicht, sollte man diese nehmen. Wenn der Ölkessel aber sowieso aus Alters- oder Effizienzgründen getauscht werden soll, sollte man prüfen, ob man auf einen anderen Energieträger – Gas oder Holz bzw. Pellet – umsteigen kann.

Übrigens: Für den Kesseltausch gibt es derzeit attraktive Förderungen vom Staat. Bis zu 15 Prozent der Austauschkosten erhält man als Zuschuß. Lassen Sie sich von einem Energieberater der Verbraucherzentrale ausführlich beraten. Es gibt dafür eine kostenlose Hotline: 0800 809 802 400

Meine Frau möchte gern eine Fußbodenheizung. Ich schrecke etwas vor den Installationsarbeiten zurück. Können Sie mir sagen, wann eine solche Heizung Sinn hat?
Fußbodenheizungen und Wandheizungen sind sogenannte Flächenheizungen. Man benötigt eine große Wärmeübertragungsfläche, weil sie mit niedrigen Heizungstemperaturen zusammenarbeiten. Besonders effektiv sind Fußbodenheizungen daher in Kombination mit Brennwertkesseln und Wärmepumpen. Beide Heizanlagen arbeiten am effektivsten mit niedrigen Heizungsvorlauftemperaturen. Hat man noch einen Standard- oder Niedertemperaturkessel und heizt mit hohen Temperaturen, muß ein separater Mischerkreis für die Fußbodenheizung installiert werden, da diese meist nur mit einer Vorlauftempertatur von maximal 40 Grad Celsius arbeitet.

Wie oft am Tag und wie lange sollten wir lüften, damit wir keinen Schimmel an den Wänden kriegen?
Das kommt auf die Außentemperaturen, die Raumgröße und die vorhandene Raumfeuchte an. In feuchten Räumen, also in Bad, Küche, Schlafzimmer, muß öfter bzw. länger gelüftet werden, da dort mehr Feuchte entsteht durch Atmen, Kochen, Duschen usw. Überprüfen Sie die Luftfeuchte in Ihren Räumen am besten mit Hilfe eines Thermo-Hygrometers (Thermometer und Luftfeuchtigkeitsmeßgerät). Die relative Luftfeuchtigkeit sollte in Räumen mit etwa 20 Grad Celsius Raumtemperatur 60 Prozent nur kurzzeitig übersteigen.

Es sollte cirka zwei- bis viermal täglich gelüftet werden, je nachdem, wie oft Sie sich in den Räumen aufhalten. Ihr Schlafzimmer sollten Sie vor allem nach dem Aufstehen gut lüften, um die während der Nacht entstandene Feuchtigkeit abzuführen. An Frosttagen, das heißt Tagen mit trockener Außenluft, reichen meist zehn Minuten, an wärmeren Tagen sollte man bis zu 20 Minuten lüften. Auch unmittelbar im Anschluß an das Duschen, Baden, Kochen oder Fußbodenwischen sollten Sie mindestens zehn Minuten stoßlüften.

Wir haben ein Haus und sind nicht oft dort. Wie heizen wir während unserer Abwesenheit am besten, damit nicht alles auskühlt, aber auch nicht zuviel Energie verschwendet wird?
Das hängt sehr stark vom Zustand Ihres Hauses ab. Das Haus sollte zumindest frostfrei gehalten werden, damit keine Wasserleitungen einfrieren können. Das wird mit einer Raumtemperatur von etwa 10 Grad Celsius sicher erreicht. Allerdings kühlen bei Abwesenheit von mehr als drei Tagen dann auch die Außenwände sehr stark aus. Je nach Raumgröße und Kesselleistung dauert es dann zwei bis drei Tage, bis sich nicht nur die Raumluft, sondern auch das Mauerwerk wieder erwärmt hat und ein angenehmes Raumklima entsteht. Nutzt man das Haus nach dem Leerstand nur für zwei bis drei Tage, sollte man die Raumtemperatur während der Abwesenheit auf cirka 16 bis 17 Grad Celsius halten, um eine schnelle Aufheizung der Räume bis auf 18 bis 19 Grad Celsius zu erreichen.

Nutzt man das Haus nach längerem Leerstand wieder für längere Zeit, kann man es während der Abwesenheit bis auf 12 Grad Celsius Raumtemperatur abkühlen lassen. Man hat dann jedoch für etwa zwei bis drei Tage recht kühle Raum- und Wandtemperaturen, aber in der Zwischenzeit Energie gespart. Bei solchen Konstellationen bieten sich Kaminöfen an, da sie hohe Temperaturen beim Heizen abstrahlen und die Räume relativ schnell aufgeheizt werden.

Generell sind solche Heizschwankungen problematisch und können an schlecht gedämmten Häusern auch Feuchteschäden nach sich ziehen. Energieberater der Verbraucherzentrale können bei einem Energie-Check Ihr Haus begutachten und konkrete Empfehlungen geben.

Unsere Fenster beschlagen von innen. Ist das normal?
Wenn Fenster von innen beschlagen, ist das ein Zeichen von relativ hoher Luftfeuchtigkeit und einem schlechten Wärmedämmwert der Fenster. Die Fensterscheiben sind kalt und wenn die warme, feuchte Luft dagegen strömt, kondensiert die Luftfeuchtigkeit aus. Sie sollten öfter lüften. Stoßlüften ist effektiver und schneller als Kipplüften. Überprüfen Sie die Luftfeuchtigkeit im Raum mit einem Thermo-Hygrometer, es sollten nicht mehr als 60 Prozent Luftfeuchtigkeit sein.

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