Verband Deutscher Grundstücksnutzer

„Der Kunde – Maß aller Dinge“

Wie der Marzahner Mario Wodara sein Unternehmen führt und wofür er sich engagiert

Unternehmenschef Mario Wodara

Mario Wodara ist ein waschechter Berliner, das hört man gleich. Doch wichtiger erscheint dem sympathisch-offenen Chef der Gebäudeservice Wodara GmbH die genaue Herkunft: „Ich bin ein Marzahner!“ Er wuchs auf im alten Dorfkern von Marzahn, um den herum in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts das größte Neubaugebiet der DDR entstand. Dort begann er bald nach absolvierter Modellbauer-Lehre ins Gebäude-reiniger-Handwerk reinzuriechen – von der Pike auf gewissermaßen. Die damalige Klubgaststätte „Akaziengrund“ und eine benachbarte Schule waren sein Revier, erinnert sich der 57jährige schmunzelnd: „Doch mit heutigen Anforderungen kann man das kaum vergleichen. Wir verdienten genauso viel wie der Direktor, hatten aber recht übersichtliche Tagesaufgaben zu lösen.“

Ziemlich harte Zeiten brachen für Mario Wodara mit der Wende an. Das mit einem Freund gegründete Reinigungsunternehmen stand unter keinem guten Stern – und irgendwann vor dem Aus: „Wir wurden ins Haifischbecken geworfen und haben starke Blessuren davongetragen. Das war mir eine Lehre“, betont er kurz und bündig.

Doch Mario Wodara ist ein Kämpfer. Das bekommt vermutlich jeder, der mit ihm zu tun hat, über kurz oder lang mit.

Im Jahr 2003 gründete er einen Gebäudereinigungsservice – diesmal allein und unter schwierigen Marktbedingungen. „Die Preise waren damals im Keller, alle Aufträge verteilt“, so Wodara. Doch viele alte Kunden kamen zurück – und so wuchs und wuchs die anfangs mit 10 bis 15 Mann recht überschaubare Truppe auf über 100 Mitarbeiter. Gut die Hälfte der Aufträge sind auch heute noch im Bereich der Gebäudereinigung angesiedelt, die meisten Kunden sind Hausverwaltungen in ganz Berlin.

In Marzahn, wo sich auch die Unternehmenszentrale befindet, betreut Wodara beispielsweise den Betreiber einer Reihe von Kitas und eine Wohnungsgesellschaft. Mitglied im VDGN-Unternehmenspool ist das Unternehmen seit langem. Ein Grund war und ist die starke Bindung zum Bezirk; für Mario Wodara eine Herzensangelegenheit, wie er betont.

Im Laufe der Jahre baute das Unternehmen sein Dienstleistungsspektrum stetig aus. Heute zählen auch Hauswartsdienste einschließlich kleiner Reparaturen dazu, Maler- und Lackierarbeiten, Pflege von Gärten und Grundstücken bis hin zum Zaun- oder Wegebau. Und den Winterdienst erledige man auch für einige treue Kunden unter den VDGN-Mitgliedern, sagt Mario Wodara. Obwohl die unpratikablen Regelungen, noch unter dem rot-rot regierten Senat beschlossen, ihm und anderen Winterdienstlern der Hauptstadt nach wie vor zu schaffen machen, unterstreicht der Unternehmenslenker.

Das hat auch mit seinem hohen Anspruch zu tun: „Unsere Kunden sind das Maß aller Dinge. Sie sollen mit unserer Arbeit voll und ganz zufrieden sein. Die Qualität entscheidet, ob sich Vertrauen aufbauen kann. Davon lebt unser Unternehmen schließlich.“ Zu einem geflügelten Wort wurde so der bei Wodara gekürte Begriff „Qualitrauen“. „Unsere eigenwillige Wortschöpfung ist einmalig und setzt sich durch“, betont der Chef und lacht.

Vier Jahre lang hat das Unternehmen an einem vom Bund geförderten Coaching für eine moderne, transparente Arbeitsorganisation teilgenommen. Bei Wodara weiß jeder, was er zu tun hat, wofür er verantwortlich zeichnet – und wofür nicht. Dafür wurde eigens ein Handbuch erarbeitet. Jeder Mitarbeiter bekommt schon bei seiner Einstellung mit dem Arbeitsvertrag eine genaue Stellenbeschreibung. In der Firmenzentrale unübersehbar angebracht, zeigt überdies ein Plan Schritt für Schritt die Auftragsabwicklung.

Ebenso wichtig ist dem Chef der Zusammenhalt: „Menschlich verstehen wir uns, das ist die Basis für ein gutes Miteinander im Alltag.“ Man helfe sich beispielsweise beim Umzügen. Und schaue über den Tellerrand hinaus. Statt Weihnachtsgeschenken spendet das Unternehmen Geld für ein Kinderhospiz. Und damit nicht genug: „Wir haben dort einen ganzen Tag gearbeitet, das Haus gereinigt, Essen gekocht, Gardinen gewaschen“, berichtet Mario Wodara. Stolz sei er auf seine Mitarbeiter, die sagten: „Chef, das können wir wieder machen.“

Kerstin Große

 

 

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