Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Startkapital war ein Trabbi

Firmenporträt: Mit seinem Gartenservice arbeitet Frank Rieger seit 25 Jahren für eine grüne Stadt

Frank und Torsten Rieger (v.r.): Schrittweise übernimmt der Sohn zusammen mit einer Mitarbeiterin die Geschäfte beim Gartenservice-Unternehmen

Zum Urgestein im VDGN und dessen Unternehmenspool gehört Frank Rieger, heute 71 Jahre alt. Mit seinem Gartenservice startete er vor 25 Jahren in eine ungewisse Zukunft. Die Firmenausstattung war übersichtlich: eine Mitarbeiterin, ein Trabant mit Anhänger und das wieder aktivierte Wissen als gelernter Baumschulgärtner.

Noch heute ist der Firmeninhaber überzeugt, das Richtige getan zu haben: „Wo sonst hat man mitten in der Stadt eine so enge Bindung zur Natur?! Gärten anzulegen und zu pflegen – das ist und bleibt ein schöner Beruf!“

Der Gartenservice Rieger ist ein Familienunternehmen: Sohn Torsten und Ehefrau Erika unterstützen den Chef nach Kräften in der praktischen Umsetzung von Kundenaufträgen bzw. bei Angebots-erstellung und Buchhaltung. Jahrelang hat auch Tochter Katrin im Unternehmensbüro mitgearbeitet, wohnt aber jetzt nicht mehr in Berlin.

Acht Mitarbeiter gehören inzwischen zur Stammbelegschaft, im Winter verstärkt durch weitere vier Helfer. Ihre ersten praktischen Schritte als zukünftige Garten- und Landschaftsbauer gingen über die Jahre vier Auszubildende beim Gartenservice Rieger. Dazu kooperierte die Firma mit einem Berliner Bildungsträger.

Und nun steht der Generationswechsel an: Torsten Rieger und eine Mitarbeiterin, die bald ihren Meisterabschluß in der Tasche hat, werden die Geschäfte übernehmen. Der Übergang soll ganz allmählich, Schritt für Schritt vollzogen werden. Leicht fällt es dem Seniorchef nicht loszulassen, ist im Gespräch zu spüren.

Die Firma ist ihr Leben, das wird bei allen Riegers deutlich. Über Jahrzehnte kannten sie keinen pünktlichen Feierabend. War die Arbeit bei den Kunden getan, ging es zu Haus oft weiter: „Bis in die Nacht hinein haben wir Angebote erstellt, Pläne für neu anzulegende Gärten entwickelt oder Pflanzen und Material bestellt“, erinnert sich Erika Rieger. Und auch die Löhne sollten immer pünktlich bei ihren Mitarbeitern sein, betonen sie, solche Fürsorge verstehe sich von selbst.

Mit einem Auftrag fängt es immer an: Wer dann mit seiner Leistung überzeugt, der wird auch ein zweites oder drittes Mal gerufen, ist Riegers Erfahrung. Sie können auf einen gewachsenen, festen Kundenstamm in ganz Berlin bauen. Wer ihnen die Neuanlage oder Auffrischung von Gärten, Müll- oder Spielplätzen anvertraute, beauftragte sie später oft mit der notwendigen Pflege des Grüns. Hausverwaltungen, Wohnungseigentümergemeinschaften, viele Eigenheimbesitzer, so  auch VDGN-Mitglieder, gehören zu ihren zufriedenen Kunden. Sogar Kleingärtner nehmen ihre Dienste in Anspruch, erzählt Frank Rieger: „Manche geben beispielsweise den Hecken- oder Baumschnitt lieber in die Hände des Fachmanns, oder sie lassen Kompost entsorgen. Oft fehlt die Zeit es selbst zu tun. Oder sie wollen sich einfach nur erholen in ihrem Garten.“

Nach ein bißchen mehr Ruhe sehnen sich auch Frank und Erika Rieger, die ja längst im Rentenalter sind, zumal sie gesundheitlich in letzter Zeit einige Tiefschläge verkraften mußten. Gut, daß Sohn Torsten auch in schweren Zeiten an ihrer Seite war und ein Händchen hat für die Kunden und ihre Wünsche, freut sich der Seniorchef.

Er hat dem Junior eine wichtige Gabe vererbt: „Mit den Leuten reden können, den richtigen Ton treffen – ohne dieses Talent wären wir als Dienstleister untauglich.“ – So kann der Generationswechsel gelingen.

Kerstin Große

 

 

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