Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Mit dem Gärtner Steuern sparen

VDGN-Telefonforum zum Thema Steuern

Uwe Rauhöft

Welche Steuervorteile gibt es im neuen Jahr? Was hat sich geändert? Wann müssen Rentner eine Steuererklärung machen? Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Neuen Verbandes der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) gab im Telefonforum des VDGN Auskunft zum Thema Steuern.

Ich mußte im vergangenen Jahr mit der Steuererklärung für 2014 knapp 600 Euro Steuern nachzahlen. Jetzt hat mich das Finanzamt aufgefordert, bereits pro Quartal einen Betrag zu leisten. Ist das rechtens?
Ja, das Finanzamt muß in bestimmten Fällen Vorauszahlungen festsetzen. Das Einkommensteuergesetz sieht dies vor, wenn die voraussichtliche verbleibende Steuerschuld mindestens 400 Euro im Jahr beträgt. Die Vorauszahlungen sind am 10. März und alle weiteren drei Monate zu entrichten. Nach der Festsetzung fordert das Finanzamt hierzu nicht mehr gesondert auf, Sie müssen selbst an die Überweisung denken, um Säumniszuschläge zu vermeiden. Deshalb empfiehlt sich eine Einzugsermächtigung für die Vorauszahlungen. Vorauszahlungen treffen in der Regel steuerpflichtige Rentner oder Selbstständige. In bestimmten Fällen können auch Vorauszahlungen bei Arbeitnehmern anfallen, beispielsweise bei der Steuerklassenkombination III/V. Die Vorauszahlung wird selbstverständlich auf die verbleibende Steuerschuld angerechnet. Die Gesamtbelastung ändert sich deshalb nicht.

Können wir auch die Kosten für das Schneiden der Hecke absetzen? Wir haben dazu jemanden beauftragt, weil wir es nicht mehr selbst schaffen.
Diese Kosten gehören, ebenso wie andere Gartenpflegearbeiten, zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Sie sind meist in voller Höhe absetzbar, weil – anders als bei geförderten Handwerkerarbeiten –  nicht geförderte Materialkosten bei den Dienstleistungen meist nicht auftreten.  Die Kosten für Maschinennutzung u. ä. brauchen nicht herausgerechnet zu werden. Wichtig ist jedoch, daß die Arbeiten von einem Dritten durchgeführt werden. Das heißt, daß Sie hierfür eine ordnungsgemäße Rechnung erhalten und den Betrag überweisen. Dann werden 20 Prozent der Rechnungssumme unmittelbar von der Einkommensteuerschuld abgezogen, maximal sogar bis zu 4.000 Euro.

Mein Mann ist im Jahr 2014 verstorben. Zusammen mit der Witwenrente halte ich jetzt rund 1.800 Euro Rente im Monat. Bisher mußten mein Mann und ich keine Steuererklärung einreichen. Das hat sich jetzt sicher geändert?
Grundsätzlich müssen Sie bei der von Ihnen genannten Höhe an gesetzlicher Rente eine Steuererklärung einreichen und auch mit einer Steuerzahlung rechnen. Allerdings gilt dies nicht sofort. Für das Jahr 2014 werden Sie steuerlich ohnehin noch als Ehepaar zusammen veranlagt. Und auch für das Folgejahr nach dem Tod eines Partners erhalten Sie übergangsweise noch einmal den günstigen Splittingtarif für Ehepaare für die Steuerberechnung. Mit einer Steuerbelastung müssen Sie deshalb erst für das Jahr 2016 rechnen. Die Steuererklärung hierfür ist dann erst 2017 einzureichen, so daß Sie noch etwas Zeit haben. Allerdings sollten Sie bereits dieses Jahr alle Belege aufheben, die sich steuermindernd auswirken können. Das sind beispielsweise Handwerkerleistungen, Dienstleistungen im Haushalt, Spenden und Krankheitskosten.

Unsere Tochter ist im vergangenen Jahr 25 Jahre alt geworden. Seitdem erhalten wir kein Kindergeld mehr, obwohl sie ihr Studium noch nicht beendet hat. Können wir die Unterhaltskosten für die Tochter steuerlich absetzen?
Genau das ist möglich. Unterhaltsleistungen, insbesondere an bedürftige Angehörige, sind gerade dann absetzbar, wenn kein Kindergeldanspruch mehr besteht. Die Angaben sind in der Anlage „Unterhalt“ zur Steuererklärung einzutragen. Wenn die unterstützte Person nicht mehr im Haushalt lebt, müssen die Zahlungen nachgewiesen werden. Der Höchstbetrag entspricht dem steuerfreien Existenzminimum. Er erhöht sich allerdings um Zahlungen zur Kranken- und Pflegeversicherung. Tragen Sie deshalb die Beiträge der Tochter für die studentische Krankenversicherung auch in die Anlage Unterhalt ein. Eigene Einkünfte der unterstützten Person werden angerechnet, wenn sie 624 Euro im Jahr überschreiten. Werden die Unterhaltszahlungen nur für einen Teil des Jahres anerkannt, weil vorher noch Kindergeld gezahlt wurde, sind diese Beträge entsprechend monatlich zu kürzen.

Ab welcher Rentenhöhe muß ich mit einer Steuerzahlung rechnen?
Das hängt maßgeblich davon ab, seit wann die Rente gezahlt wird. Wer bereits 2005 oder früher in Rente gegangen ist, braucht bis zu einer derzeitigen Rente von rund 19.000 Euro im Jahr bzw. und 1.600 Euro im Monat nicht mit einer Steuerzahlung rechnen. Bei Rentenbeginn 2014 mindert sich der Betrag auf rund 15.000 Euro Jahresrente oder 1.250 Euro Monatsrente. Für Rentenbeginn in den Jahren zwischen 2005 und 2014 liegen die Werte zwischen den genannten Beträgen. Für Ehepaare gelten die doppelten Beträge.

Die Werte können Sie als Orientierung nutzen. Sie gelten, wenn keine anderen Einkünfte erzielt wurden außer der gesetzlichen Rente. Zugrundezulegen ist die Bruttorente vor Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Wer diese Beiträge eigenständig einzahlt, braucht den Zuschuß der Krankenversicherung jedoch nicht zu berücksichtigen, dieser ist steuerfrei.

Wenn noch andere Altersbezüge vorliegen, muß die Steuerpflicht je nach Fall gesondert geprüft werden, weil die Besteuerung dieser anderen Bezüge unterschiedlich sein kann. Für Betriebspensionen gelten dieselben Steuerregelungen wie für Beamte. Andere Firmenrenten, beispielsweise aus Pensionskassen, können in voller Höhe steuerpflichtig sein oder auch nur mit einem geringen Ertragsanteil von beispielsweise 18 Prozent bei Beginn der Auszahlung mit den 65. Lebensjahr. Die steuerliche Behandlung hängt von der Förderung während der Einzahlung der Beiträge ab.

Ich habe gehört, daß Straßenanliegerbeiträge steuerlich absetzbar sind. Ist das richtig? Wir nutzen unser Grundstück selbst, es ist nicht vermietet.
Grundsätzlich ja, aber es gibt noch einige Hürden. Der Bundesfinanzhof hatte bereits 2014 entschieden, daß Kosten für Anschlüsse an das öffentliche Versorgungssystem als geförderte Handwerkerleistung zählen. Die Leistung wird zwar nicht vollständig auf dem Grundstück erbracht, aber im unmittelbaren Zusammenhang. Die Finanzverwaltung in einigen Bundesländern will dies aber nur für den entschiedenen Sachverhalt anerkennen, d. h. für direkten Kosten von Trinkwasser- und Kanalisationsanschlüssen.

Nach unserer Auffassung gehören Kosten für den Straßenbau aber ebenso dazu. Das hat jetzt kürzlich das Finanzgericht Nürnberg in einem rechtskräftigen Urteil auch bestätigt. Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat hingegen in einem vergleichbaren Fall den Abzug abgelehnt. Wir haben somit widersprüchliche Rechtsprechung und müssen wahrscheinlich abwarten, bis ein neuer Streitfall bis zum Bundesfinanzhof kommt. Sie sollten aber die Aufwendungen auf jeden Fall geltend machen. Ein weiteres Problem ist die Schätzung des Lohnanteils. Hier kann man sich an den Prozentsatz in den bisherigen Streitfällen orientieren. Dies waren beispielsweise im Streitfall von Nürnberg 42,5 Prozent der Beiträge.

Wir sind jetzt in eine andere Wohnung umgezogen. Dabei hatten wir sowohl für die neue Wohnung noch vor unserem Einzug verschiedene Handwerker arbeiten als auch für die bisherige. Welche Kosten können wir eigentlich absetzen?
Grundsätzlich Aufwendungen sowohl für die neue als auch für die alte Wohnung. Das Bundesfinanzministerium hat in seinem Anwendungsschreiben klar geregelt, daß Sie bei einem Umzug auch bereits vor Einzug Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen können. Das gilt, soweit Sie den Mietvertrag oder Kaufvertrag abgeschlossen haben. Ebenso zählt auch noch die alte Wohnung nach Auszug zu Ihrem Haushalt, wenn Sie aufgrund des vorherigen Mietvertrages noch bestimmte Aufwendungen erbringen. Wichtig ist jedoch, daß Sie insgesamt nur Handwerkerleistungen bis zu 6.000 Euro Lohn gefordert erhalten. Die Aufwendungen für die beiden Wohnungen werden dabei zusammengerechnet.

www.nvl.de

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