Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Baugeld ist günstig wie nie zuvor

VDGN-Telefonforum zum Thema Bausparen

Manfred Heinrich

Wieviel Eigenkapital benötige ich für eine Hausfinanzierung? Welche Fördermittel gibt es? Und wie wird ein Bausparvertrag am besten eingesetzt? Welche Zinsen gibt es? Tips rund ums Bausparen gab Manfred Heinrich , Gebietsleiter Fläming/Spreewald in Luckenwalde/Zossen der LBS Ostdeutsche Landesbausparkasse AG im Telefonforum des VDGN.

Wie viel Eigenkapital benötige ich für eine Hausfinanzierung?
Von großer Bedeutung ist eine wohlüberlegte, solide Finanzierung. Immobilienerwerber sollten 20 bis 30 Prozent der Gesamterwerbskosten in Form von Eigenkapital einbringen. Weitere 20 bis 30 Prozent können durch ein Bauspardarlehen abgedeckt werden, die restlichen 40 bis 60 Prozent durch einen klassischen Immobilienkredit.

Wieviel muß ich für einen Bausparvertrag anlegen?
Sie können schon mit kleinen Sparbeträgen Eigenkapital für Ihren Immobilienwunsch aufbauen. Die eigenen Sparleistungen können durch die Bausparförderung (Wohn-Riester, Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage) ergänzt werden. Je nach Bauspartarif sparen Sie 40 bzw. 50 Prozent der Bausparsumme an. Dieses angesparte Guthaben und das zinsgünstige Bauspardarlehen können beispielsweise für die Finanzierung einer Immobilie, aber auch für den altersgerechten Umbau und die Modernisierung genutzt werden. Das gilt nicht nur für Maßnahmen in den eigenen vier Wänden, sondern auch in der Mietwohnung. Ein weiterer Vorteil: der Darlehensanspruch kann an Kinder oder Enkel übertragen werden.

Ich habe meine Berufsausbildung abgeschlossen und noch ein geringes Einkommen. Vor kurzem habe ich einen Bausparvertrag abgeschlossen. Welche Fördermittel gibt es?
Mit Bausparen können Sie mehrere staatliche Förderungen erhalten, besonders in jungen Jahren, wenn das Einkommen noch nicht so hoch ist. Möglich sind zum Beispiel Arbeitnehmersparzulage, Wohnungsbauprämie und Wohn-Riester. Fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber nach, ob er vermögenswirksame Leistungen zahlt. Diese sind oft tariflich vereinbart und können bis zu 40 Euro im Monat betragen. Hierauf kann auch noch die Arbeitnehmersparzulange beantragt werden. Außerdem erhalten Sie auf die selbst geleisteten Einzahlungen in Höhe bis zu 512 Euro jährlich bis zu 45 Euro Wohnungsbauprämie. Diese ist allerdings an Einkommensgrenzen (25.600 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen) gebunden. Zusätzlich zu Ihrem Bausparvertrag sollten Sie einen Wohn-Riester-Vertrag abschließen, er ist nicht einkommensabhängig und es gibt üppige Zulagen. Als Berufseinsteiger erhalten Sie bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres zusätzlich einen einmaligen Starterbonus von 200 Euro.

Lohnt sich ein Bausparvertrag in der jetzigen Zinssituation noch? Andere Banken bieten auch günstige Kredite an. Welche Vorteile hat ein Bausparvertrag?
In der derzeitigen Niedrigzinsphase läßt sich ein Bauvorhaben so günstig wie nie zuvor finanzieren. Gerade im aktuellen Zins-umfeld ist der Bausparvertrag wichtig bei der Finanzierung privaten Wohneigentums. Mit einem Bausparvertrag sichern Sie sich bereits heute die günstigen Zinsen für ein eventuelles Bauspardarlehen. Bis zur letzten Rate sichern sich die Kunden die günstigen Konditionen mit einem jetzt festgeschriebenen günstigen Darlehenszins. So verschaffen Sie sich heute und auch später einen Zinsvorteil. Schon ein Zinsanstieg um zwei Prozent kann zehntausende Euro mehr kosten.

Laut Berechnungen von Finanztest sind Kombikredite der Bausparkassen mit staatlicher Riester-Förderung zur Zeit besonders günstig, noch billiger als vergleichbare Bankdarlehen.

Unser Bausparvertrag ist noch nicht zuteilungsreif. Wir fragen uns, wie wir später ein Bauspardarlehen einsetzen?
Sie können Ihr Bauspardarlehen für den Bau, Kauf oder die Modernisierung Ihres Eigenheims verwenden, natürlich auch für den Grundstückserwerb. Wichtig ist, daß die Immobilie wohnungswirtschaftlich genutzt wird. Natürlich können Sie das Darlehen auch zur Umschuldung nutzen und mit ihm andere Baudarlehen ablösen. Ihr Bauspardarlehen müssen Sie nicht nur unbedingt für Eigentum einsetzen. Sie können zum Beispiel auch ein dauerhaftes Wohnrecht in einer Seniorenresidenz erwerben.

Welche Zinsen gibt es?
Das niedrige Zinsniveau wirkt sich bei jüngeren Verträgen aktuell auch bei der Verzinsung der Bau-sparguthaben aus. Auf Grund dieser Entwicklung sind aber auch extrem niedrige Zinsen in der Darlehensphase möglich. Der aktuell günstigste Zinssatz beträgt bei der LBS Ost für ein Darlehen je nach Tarif ab 0,99 Prozent. Aus diesem Grund sollten sich Finanzierer auch bereits schon jetzt langfristig die niedrigen Zinsen für mögliche Anschlußfinanzierungen sichern.

Was sind die Vorteile von Wohnriester und wie hoch ist die Förderung?
Mit der staatlichen Wohn-Riester-Förderung finanzieren Sie die eigenen vier Wände wesentlich günstiger. Im Jahr muß der sogenannte Mindesteigenbetrag, also vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens (maximal 2.100 Euro) abzüglich der staatlichen Zulagen, in den Riester-Bausparvertrag fließen, mindestens aber 60 Euro. Riester-Sparer erhalten außerdem jährlich eine Zulage von maximal 154 Euro. Zusätzlich gibt es eine hohe Kinder-Zulage: 185 Euro für Kinder, die vor 2008 geboren wurden, 300 Euro für jüngere Kinder. Riester-Sparer unter 25 Jahren freuen sich außerdem über einen einmaligen Starter-Bonus von 200 Euro.

Neben den jährlichen Zulagen können die eingezahlten Beträge von der Steuer abgesetzt werden. Das alles bietet den Vorteil, das Bauspardarlehen schneller zu tilgen und gleichzeitig so Darlehenszinsen zu sparen. Für eine vierköpfige Familie kann der Riester-Vorteil laut Berechnungen von Finanztest bis zu 50000 Euro betragen.

Wir möchten unser Haus modernisieren und benötigen kurzfristig eine größere Summe. Unser Bausparvertrag ist noch nicht zuteilungsreif. Was empfehlen Sie?
Hier kommt ein Bauspar-Kombikredit für Sie infrage, das wäre der Tarif LBS-Konstant. Er ist ab 30.000 Euro Finanzierungsbedarf möglich. Die Zeitschrift Finanztest bewertete in der Ausgabe März 2016 Kombiprodukte als günstige Alternative zu einem Bankdarlehen mit langer Zinsbindung. Hierbei schließen Sie gleichzeitig einen Bausparvertrag sowie einen Vorfinanzierungskredit ab, dessen Darlehensbetrag Ihnen sofort in voller Höhe zur Verfügung steht. Außerdem sichern Sie sich den günstigen Zinssatz (ab 1,71 Prozent gebundener Sollzins) vom ersten bis zum letzten Tag und das bei gleichbleibenden Raten über die gesamte Laufzeit.

Die Zinsbindung für unsere Baufinanzierung endet in Kürze. Wie können wir uns jetzt bereits gute Konditionen für die Anschlußfinanzierung sichern?
Baugeld ist günstig wie nie zuvor. Sichern Sie sich deshalb rechtzeitig mit einem neuen Bausparvertrag die Zinsen für die spätere Anschlußfinanzierung. Mit einem sogenannten Forwarddarlehen profitieren Sie von den derzeit  niedrigen Zinsen und einer langfristigen Zinssicherheit. Die Vorlaufzeit sollte aber nicht länger als 24 bis 36 Monate sein. Bedenken Sie Ihre dann vorhandene Restschuld und planen dementsprechend, welche Rate für Sie machbar ist.

Erhalte ich bei der Immobilienfinanzierung neben der Bau-sparförderung auch noch weitere Förderungen?
Der Staat unterstützt Sie mit unterschiedlichen Förderprogrammen. Das macht Ihre Finanzierung um einiges günstiger. Die bundeseigene Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) vergibt zinsgünstige und langfristige Darlehen sowie Zuschüsse zur energetischen Verbesserung von Wohngebäuden sowie den altersgerechten Umbau.

Darüber hinaus fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Investitionen in erneuerbare Energien.

Auch das Landesförderinstitut und teilweise auch Kommunen unterstützen den Erwerb bzw. die Modernisierung von Wohneigentum.

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