Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Entdeckt auf der bautec

Messe zeigt Schrankhaus, Leuchtbeton, Hightech-WC – doch wenig Barrierearmes

Unsere Autoren Lin Dho und Niklas Witter auf der bautec Foto: Niklas Wittwer

Die „bautec“ ist eine internationale Baumesse, die in diesem Jahr vom 16. bis 19. Februar 2016 auf dem Messegelände Berlin stattfand. Aussteller sind große und mittlere Firmen der Baubranche und Gebäudetechnik. Wir schauten uns auf der Messe zu folgenden Themen um: Bautrends, barrierefreies Wohnen und Karriere in der Baubranche. Besonders beeindruckten uns Entwicklungen, die ihrer Zeit voraus sind, wie zum Beispiel folgende:

Mobiles Wohnen
Zum Thema „mobiles Wohnen“ war ein bewohnbarer Würfel aus hochverdichtetem, wasserfestem Faserverbundstoff CDF zu bewundern. Der Wohnblock ist auch unter dem Namen „Schrankhaus“ bekannt und beinhaltet auf 15 Quadratmetern  Bad, Küche und Wohnschlafzimmer mit voller Innenausstattung inklusive Armaturen und Möbel. Das Produktdesign wurde von Studenten der Fachhochschule Potsdam entwickelt. Konstruktion und Bau realisierten Studenten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Bei einem Umzug läßt sich das Haus auf einen Tieflader verladen und mitnehmen und kann von zwei Personen aufgebaut werden.

LeuchtbetonDas Unternehmen ist ein Spin-Off der Technischen Universität Berlin und hat Lichtfaserbeton erfunden. Die Glasfasern werden auf einer Kunststoffmatrix während des Betongießens integriert. LEDs beleuchten die Lichtfasern, die an der Oberfläche als Lichtpunkte wahrnehmbar sind. Leuchtbetonelemente werden wie normaler Beton verarbeitet und bedürfen keiner besonderen Schutzschicht. Der Leuchtbeton hat ein beeindruckendes Design und kann zum Beispiel in Form eines Waschbeckens seine Strahlkraft entfalten. In öffentlichen Räumen ist er als Sicherheitselement für Fahrbahnen und Bahnsteige interessant. Daher sind die Deutsche Bahn und die Berliner Verkehrsbetriebe daran interessiert.

Selbstreinigendes WC
Das sogenannte Washlet von einer Firma aus Japan funktioniert wie ein Dusch-WC, hat aber entscheidende Vorteile. Die Keramik ist randlos, hat eine Tornado-Flush-Spülung und eine Spezialglasur für eine extrem glatte Oberfläche. Toilettenpapier, Toilettenbürste und WC-Reinigung haben hier ausgedient. Was im asiatischen Raum bereits weit verbreitet ist, hat in Deutschland noch nicht die Aufmerksamkeit erlangt.

KarriereaussichtenDas Thema barrierearmes Wohnen erschien auf der bautec unterbelichtet. Bodengleiche Duschen wurden entdeckt, aber viel mehr auch nicht.

Die Karrierechancen in der Baubranche sind gut und vielfältig. Auf der bautec waren verschiedene Bildungseinrichtungen vertreten, die Bewerber anzulocken versuchten. Es geht darum, die nächste handwerklich begabte Generation hervorzubringen. Doch das Interesse der jungen Leute an handwerklichen Berufen hält sich in Grenzen. Das wird sich rächen, denn das Handwerk ist unser Fundament für ein funktionierendes Leben. Prognosen sagen: In zehn Jahren werden für die Handwerkerstunde 100 Euro verlangt bei Wartezeiten auf einen Termin von einem halben Jahr. Wer baut, renoviert und repariert unsere Wohnung in Zukunft?

Wir hoffen nicht, daß diese Handwerkerlücke zu einer Lücke im System werden wird, mit Folgen für das Leben und Wohnen in unserer Gesellschaft.

Niklas Wittwer und Linh Do

Die beiden Autoren sind Schüler am Oberstufenzentrum für Wirtschaft und Sozialversicherung in Berlin-Schöneweide und absolvieren ein halbjähriges Praktikum beim VDGN.

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