Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Pflanzenfreund und Geschäftsmann

Firmenporträt: Holger Zahn leitet den Gartenservice beim Traditionsunternehmen Späthsche Baumschulen

Holger Zahn
Holger Zahn

Wer das historische Gelände der Späthschen Baumschulen in Berlin-Baumschulenweg besucht, ist auf Schritt und Tritt mit der wechselvollen Geschichte dieses legendären Unternehmens konfrontiert.

Schöne alte Gebäude, das weitläufige Gelände mit dem großen Angebot an Pflanzen und Gartenzubehör, das Büro des früheren Chefs und Namenspatrons – alles atmet Geschichte und hat doch nichts Museales an sich. Denn hier wird zuallererst gearbeitet, und zwar hart. Die Zeiten für Baumschulen sind nicht gerade leicht. Neue Züchtungen lohnen kaum noch, erzählt Holger Zahn. Denn das dauert seine Zeit, ist vom Wetter, Kunden und Zufällen abhängig – im Markt jedoch zählt nur die Schnelligkeit. Holger Zahn ist Pflanzenfreund, aber auch Geschäftsmann.

Um zu überleben, sind gute Ideen gefragt, Durchsetzungskraft und die nötige Ausdauer, betont er. Und so führt der 56jährige Diplomgartenbauingenieur die Geschäfte bei der Gartenservice GmbH – einem von drei Betriebsteilen der Späthschen Baumschulen. Seit zwei Jahren ist es seine eigene Firma. Fachmännische Leistungen rund um den Garten- und Landschaftsbau bestimmen ihr Profil, auch die Baumpflege bis hin zum Wege- und Zaunbau zählen dazu.

Vor kurzem wurde die Gartenservice GmbH Mitglied im Unternehmenspool des VDGN. Die Gründe: „Wir möchten Berliner Hauseigentümer direkt ansprechen und erreichen. Die Mitglieder des Verbandes sind doch unsere Kunden – oder könnten es noch werden.“

Seit 1987 arbeitet Holger Zahn bei den Späthschen Baumschulen. Einst zum Obstgärtner im Havelland ausgebildet, verschlug es ihn irgendwann nach Berlin. Trotz des zwischenzeitlich erworbenen Hochschulabschlusses war er erstmal als Hilfsgärtner angestellt. Andere würde das verunsichern, ihn offenbar nicht: „In der Praxis dazuzulernen, war damals ein starkes Motiv für mich.“ Nach einem halben Jahr übertrug man ihm schon die Verantwortung als Ausbilder für Lehrlinge und in der Erwachsenenqualifizierung. Schulabgänger, aber auch viele Ältere mit mehr Lebenserfahrung, gehörten zu seinen Zöglingen: darunter Aussteiger oder politisch Mißliebige, die man „in die Produktion“ geschickt hatte. „Nur eine Woche schlauer“ als sie, war das für Holger Zahn kein leichtes Brot. Aber offensichtlich biß er sich durch, auch nach der Wende. „Zahn weiß alles“ – das war damals so ein geflügeltes Wort und erzählt etwas über den Respekt vor seinen fachlichen Fähigkeiten.

Den Späthschen Baumschulen gab man bei der Treuhand keinerlei Chance in der Marktwirtschaft. Nirgendwo bekamen sie Kredit, erzählt Zahn, konnten kein Material und keine Maschinen kaufen. Doch das totgesagte Ostberliner Traditionsunternehmen überlebte, bisweilen auf abenteuerliche Weise. Sie wußten sich zu helfen, damals wie heute, sagt Holger Zahn.

Keine Scheu vor neuen Herausforderungen: Der erste Berliner Klarapfeltag im Sommer 2016 war so ein Novum im ohnehin schon vollen Veranstaltungskalender der Späthschen Baumschulen: „ Wir hatten tausende Besucher hier, ein Rieseninteresse. Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen“, resümiert er. So wird es wohl, neben den traditionellen Wein- und Sommerfesten, schon 2017 wieder Klarapfeltage geben. Doch vorher kommt der Weihnachtsmarkt – dieses Jahr zum ersten Mal an jedem Adventswochenende!

Dazu lädt Holger Zahn VDGN-Mitglieder auf das Gelände der Späthschen Baumschulen ein: Wer seinen VDGN- bzw. VMEG-Mitgliedsausweis vorweisen kann, braucht keinen Eintritt für den Weihnachtsmarkt zu zahlen.

Kerstin Große

Holger Zahn mit Uwe Schönfelder vom VDGN-Unternehmenspool. Im Hintergrund die Neuzüchtung der Winterlinde Tilia cordata ‘Merkur’ aus dem Jahr 2000. Erst jetzt bringen sie die Späthschen Baumschulen auf den Markt

Holger Zahn führt die Geschäfte bei der Gartenservice GmbH, einem Betriebsteil der Späthschen Baumschulen in Berlin. Sie bietet Hauseigentümern Leistungen rund um den Garten-, Zaun- und Wegebau an. Die Späthschen Baumschulen gibt es seit fast dreihundert Jahren. Heute offerieren sie neben selbst herangezogenen und hinzugekauften Pflanzen auch ein breites

Veranstaltungsangebot. Näheres unter www.spaethsche-baumschulen.de

Zum Weihnachtsmarkt in der nach eigenen Angaben ältesten Baumschule Deutschlands haben diese selbstentworfenen und -gebauten Holzbuden Premiere. Erstmals findet der Markt an allen vier Adventswochenenden jeweils von 11 bis 20 Uhr auf dem Gelände der Späthschen Baumschulen in Berlin-Baumschulenweg statt. Weihnachtsbäume mit und ohne Pflanzballen, Überraschungen für die Kinder – inklusive Weihnachtsmann –, eine nostalgische Südtiroler Weihnachtskrippe, Naturwaren, Leckereien, Kunsthandwerk und vieles mehr sind versprochen. VDGN-Mitglieder brauchen bei Vorlage ihres Mitgliedsausweises keinen Eintritt (3 Euro für Erwachsene) bezahlen

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