Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Finanzcheck zum Jahresende

Telefonforum zum Thema Finanzen

Gibt es einen ganz allgemeinen Rat, woran man zum Jahresende alles so denken muß, um seine Finanzen zu ordnen? Prüfen Sie, ob Ihre Geldanlagen und Versicherungen noch Ihrer Lebenssituation entsprechen oder angepaßt werden müssen. Thomas Mende, LBS-Bezirksleiter in Strausberg, gab im Telefonforum des VDGN Tips zu Wohnungsbauprämien, Arbeitnehmersparzulage, vermögenswirksamen Leistungen und Freistellungsauftrag.

Ich habe einen Bausparvertrag und bekomme auch Wohnungsbauprämie. Im letzten Jahr habe ich vergessen, sie zu beantragen. Was nun?
Ihr Anspruch ist noch nicht verfallen. Bausparer können Wohnungsbauprämie noch rückwirkend bis einschließlich 2013 beantragen. Innerhalb der Einkommensgrenzen – für Alleinstehende 25.600 Euro, Verheiratete 51.200 Euro – erhalten Sparer 8,8 Prozent Prämie vom Staat auf die jährlichen Sparleistungen. Das sind bis zu 45,06 Euro für Singles, für Verheiratete bis zu 90,11 Euro. Stichtag für das Sparjahr 2013 ist der 31. Dezember 2015. Die Prämienanträge sind an die Wohnungsbauprämienstelle der Bausparkasse zu senden.

Ich lasse meine vermögenswirksamen Leistungen (vL) auf einen Bausparvertrag überweisen. Wann muß ich die dafür mögliche Arbeitnehmersparzulage beantragen, zum Jahresende wie die Wohnungsbauprämie?
Die Arbeitnehmersparzulage wird mit der Einkommenssteuererklärung beantragt. Der Antrag muß spätestens bis Ende des vierten Kalenderjahres nach Einzahlung gestellt werden. Prüfen Sie auch, wie hoch Ihr zu versteuerndes Einkommen in den Jahren war. Denn prämienbegünstigt sind neben eigenen Einzahlungen auch vermögenswirksame Leistungen (vL) von maximal 480 Euro pro Jahr, auf die keine Arbeitnehmersparzulage gezahlt wird.

Tip: Lag Ihr zu versteuerndes Einkommen über den Grenzen für die Arbeitnehmersparzulage (17 900 Euro für Alleinstehende, 35 800 Euro für Verheiratete), jedoch unter denen für die Wohnungsbauprämie, können Sie auch im Rahmen der prämienbegünstigten Höchstbeträge für die vL Wohnungsbauprämie beantragen.

Wenn ich jetzt noch einen Wohn-Riester-Vertrag abschließe und etwas einzahle, bekomme ich dann die komplette Förderung für dieses Jahr?
Ja, dies gilt übrigens für alle Riesterprodukte, egal ob Versicherung, Fonds-Sparplan oder eben Wohn-Riester. Sie müssen allerdings den gesamten Mindesteigenbetrag für 2015 noch einzahlen. Nur so sichern Sie sich die maximale Zulagen. Berechnungsgrundlage sind hier vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens, maximal 2.100 Euro, abzüglich der staatlichen Zulagen.

Wie hoch ist dann die jährliche Zulagenförderung bei Wohn-Riester?
Jeder Erwachsene bekommt bis zu 154 Euro Grundzulage pro Jahr. Für Kinder gibt es bis zu 185 Euro zusätzlich, für ab 2008 geborene Kinder sogar 300 Euro, solange sie kindergeldberechtigt sind.

Bekomme ich die Zulage für meinen Wohn-Riestervertrag eigentlich automatisch?
Nein. Ihre Zulage müssen Sie beantragen oder Sie erteilen Ihrem Anbieter eine Vollmacht, dies für Sie zu übernehmen. Am besten, Sie unterzeichen gleich einen Dauerzulagenantrag. Dies gilt übrigens für alle Riester-Produkte. Anderenfalls erhalten Sie einen Antrag, der innerhalb von zwei Kalenderjahren nach Ablauf des jeweiligen Beitragsjahres bei dem Anbieter Ihres Vorsorgevertrages eingehen muß. Änderungen, die sich auf den Zulagenanspruch auswirken, müssen Sie Ihrem Anbieter jedoch unverzüglich mitteilen.

Bis wann muß ich spätestens den Antrag für die Zulagen meines Riester-Vertrages abschicken?
Den Antrag für die Riester-Zulage können Sie jeweils zwei Jahre rückwirkend einreichen. Für 2013 muß der Antrag bis spätestens 31. Dezember 2015 bei Ihrem Anbieter vorliegen. Den Antrag für 2015 können Sie erst im nächsten Jahr stellen, aber spätestens bis 31. Dezember 2017 einreichen. Um keine Frist zu versäumen, haben Sie die Möglichkeit am Dauerzulageverfahren teilnehmen, indem Sie Ihrem Anbieter eine entsprechende Vollmacht erteilen.

Kann ich den Zulagenantrag nur zum Jahresende stellen oder geht das auch früher?
Sie können den Antrag bereits Anfang des nächsten Jahres stellen. Je früher der Antrag vorliegt, um so früher wird die Zulage Ihrem Konto gutgeschrieben und damit auch verzinst. Es lohnt sich also, bereits Anfang 2016 die Zulage für 2015 zu beantragen.

Muß ich jedes Jahr meinen Freistellungsauftrag aktualisieren?
Freistellungsaufträge können unbefristet erteilt werden. Es lohnt sich aber, die einzelnen Aufträge immer mal wieder zu überprüfen und gegebenenfalls die nicht verbrauchten Beträge in den Freistellungsaufträgen umzuverteilen. Auf die korrekte Aufteilung muß jeder Steuerpflichtige selbst achten. Sie können den gesamten Freistellungsauftrag auf mehrere Kreditinstitute aufteilen. Zur Erinnerung: Der sogenannte Sparer-Pauschbetrag beträgt für Alleinstehende 801 Euro bzw. 1602 Euro für zusammen veranlagte Ehegatten. Bis zu dieser Höhe bleiben Zinsen und Kapitalerträge vom Abzug befreit. Reicht der Auftrag nicht aus, werden von der Differenz 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer fällig.

Ich habe gehört, daß man bei all seinen Banken für 2016 einen neuen Freistellungsauftrag stellen muß. Stimmt das? Bei uns hat sich nichts geändert.
Das müssen Sie nur, wenn Sie bisher Ihre Steueridentifikationsnummer noch nicht an die Bank gemeldet haben. Ihre Steuer-ID müssen Sie seit 2011 hierfür immer angeben. Die dazu geltende Übergangsregelung läuft Ende 2015 aus. Melden Sie die Nummer Ihrer Bank noch bis zum Jahresende. Liegt die Steueridentifikationsnummer ab 2016 nicht vor, muß die Bank für die gezahlten Zinsen Abgeltungssteuer einbehalten.

Was passiert, wenn ich meine Freistellungsaufträge ungünstig verteile und auf einem bestimmten Konto nicht alle Zinsen freigestellt sind?
Achten Sie bereits bei Antragstellung auf eine möglichst passende Aufteilung und kontrollieren Sie jährlich Ihre Geldanlagen. Sonst kann es schnell passieren, daß bei ungünstiger Verteilung der Freibeträge die Steuer trotzdem fällig wird, obwohl der Sparerpauschbetrag noch gar nicht ausgeschöpft ist. Dann kriegen Sie die Steuern nur über die Steuererklärung wieder.

Ich bin Rentnerin und habe 2013 zwei Freistellungsanträge für Geldanlagen und einen für Bausparen abgegeben. Seit einem Jahr bin ich Witwe, nun sagte man mir, daß ich 2015 nicht mehr einen so hohen Freibetrag geltend machen kann und auch keine Nichtveranlagungsbescheinigung erhalte?
Der Erhalt einer Nichtveranlagungsbescheinigung (NV) ist abhängig vom Einkommen. Sollte Ihr Einkommen   dazu zählen auch Witwenrente und Kapitalerträge   einen bestimmten Betrag übersteigen, wird Ihnen das Finanzamt keine NV ausstellen. Sie sollten mit Ihren Einkommensunterlagen jetzt zum Finanzamt gehen und das prüfen lassen. Als Alleinstehende steht Ihnen nur noch ein Freibetrag von 801 Euro zu.

Sollten Ihre Kapitalerträge 2014 darüber liegen, führt die Bank beziehungsweise die Bausparkasse auf den übersteigenden Betrag die Abgeltungssteuer von 25 Prozent ab. Sollte Ihr persönlicher Steuersatz darunter liegen, ist es möglich, sich über die Steuererklärung ein Teil des Geldes wieder zurückzuholen. Hierzu können Sie sich auch an einen Steuerberater oder an einen Lohnsteuerhilfeverein wenden.

Muß man für Zinsen aus Bausparguthaben auch Abgeltungssteuer abführen, und wenn ja, wie viel wäre das?
Die Abgeltungssteuer gilt ab dem 1. Januar 2009 für Einkünfte aus Kapitalvermögen in Privatvermögen mit dem einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer Sie gilt auch für Bausparguthaben, wenn kein ausreichend bemessener Freistellungsauftrag oder eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorliegen. Nur Riester-Verträge sind von der Abgeltungssteuer befreit.

Ich muß zum Jahresende noch einige Zahlungen leisten. Zählt bei Überweisungen der Tag, an dem ich überwiesen habe oder wann das Geld beim Empfänger ankommt?
Bei vielen Banken ist der 29. oder 30. Dezember der letzte Buchungstag im Kalenderjahr. Bis dann können auch nur noch Online-Überweisungen vorgenommen werden. Sie müssen auch bedenken, daß es evtl. einige Tage dauert, bis das Geld auf dem Konto des Empfängers eingegangen ist.

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