Verband Deutscher Grundstücksnutzer

Der erste Schritt fiel schwer

Leben und Wohnen im Alter : VDGN-Berater halfen Antrag zu stellen und vermittelten „Heinzelfrau” für den Haushalt

Foto: Lothar Blaschke

„Leben und Wohnen im Alter – der VDGN hilft“ – unter dieser Rubrik berichten wir künftig regelmäßig von Beratungen für VDGN-Mitglieder, die sich an uns gewandt haben. Sie benötigen Unterstützung, weil ihnen das Alter und Behinderung, Krankheit oder ein Unfall das Leben erschweren.

Jeder Fall, über den wir erzählen, ist einzigartig. Zum Schutz der Privatsphäre unserer Mitglieder verzichten wir darauf, ihre Namen zu nennen. Doch wir meinen: Ihre Erfahrungen können auch für andere hilfreich sein.

Auch Sie sind gefragt. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, wir sichern Ihnen eine diskrete Behandlung Ihrer Angelegenheit zu. Berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen, Ihren Problemen, stellen Sie ihre Fragen. Sie erreichen die VDGN-Berater fürs Leben und Wohnen im Alter telefonisch unter 030 / 514 888 220, per Mail an unternehmenspool@vdgn.de oder per Fax 030 / 514 888 229.

Familie H. wohnt seit über 30 Jahren in ihrem Einfamilienhaus am Berliner Stadtrand. Sie sind beide über 80 Jahre alt und treue Mitglieder im VDGN. Bereits mehrmals wurden die Dienste des Unternehmenspools in Anspruch genommen. Mit den vermittelten Handwerkerleistungen war man stets zufrieden.

Nun fordert das Alter seinen Tribut. Das Gehen fällt beiden schwer. Sie können daher ihr Haus kaum verlassen. Eigentlich könnte Frau H. einen Antrag auf Schwerbehinderungsgrad stellen, ist sich aber noch unschlüssig. Das fängt schon bei der Frage an, wo denn die Formulare dafür zu haben sind. Und was, wenn einem die Behördensprache in diesem Papier kaum verständlich ist? Gibt es jemanden, den man um Hilfe bitten könnte? – Oder hätte ein Antrag auf Pflegestufe mehr Aussicht auf Erfolg? Welche Voraussetzungen sind dafür eigentlich nötig?

Anruf beim VDGN: Berater kamen
Mit diesen Fragen schlägt sich das Paar schon seit mehr als einem halben Jahr herum. Sie wissen aber nicht so richtig, wie der erste Schritt zu gehen ist. Schließlich gab ihnen das VDGN-Journal den Anstoß. Die Artikel aus der Rubrik „Leben und Wohnen im Alter“ hatten sie regelmäßig verfolgt. Aber auf die Idee, „das hat ja etwas mit uns zu tun“, sind sie lange nicht gekommen.

Nun aber nahmen sie den Telefonhörer in die Hand und riefen beim VDGN an. Die Mitarbeiterin war freundlich und verständnisvoll. Schnell wurde klar: Hier ist ein ganzer Fragenkomplex zu überprüfen: ob Frau H. pflegebedürftig ist und eine Pflegestufe beantragen könnte, oder ob ein Antrag auf Anerkennung der Schwerbehinderung besser wäre. Zudem stand die Frage im Raum: Wird Hilfe im Haushalt benötigt? Die VDGN-Berater fürs Leben und Wohnen im Alter entschieden schnell, das alles vor Ort genauer mit den H.s zu besprechen. Das war dem Ehepaar nur recht, so mußten sie keine langen Wege auf sich nehmen.

Ihren Haushalt führen sie bisher selbständig. Sie helfen sich gegenseitig und bewältigen so fast alle Aufgaben. Das soll sich auch so schnell nicht ändern. Doch warum sich weiter quälen beim Gardinenwaschen, Fensterputzen oder Reparaturen?

Die Chemie stimmte sofort
Daß für solche kleinen Alltagsdienste Hilfe vom VDGN-Unternehmenspool vermittelt wird – das war ihnen neu. Umso dankbarer nahmen sie den Tip der VDGN-Berater an und testeten das Angebot: Eine Firma für Hausmeistertätigkeiten stellte sich bei Familie H. vor, der Firmenchef persönlich machte sie mit seiner „Heinzelfrau“ bekannt.

Die Chemie stimmte auf Anhieb, die Helferin kommt ab sofort einmal im Monat. Mit dem Firmenchef sind sie übereingekommen, daß es keine festen Routineaufgaben geben wird. Die Arbeiten legen die H.s bei jedem Termin flexibel fest. Das war ihnen wichtig. Mit dieser Lösung sind sie sehr zufrieden und haben zusätzlich die Sicherheit, im Notfall die Arbeitszeit auch kurzfristig aufstocken zu können. Auch die VDGN-Beratung zu Fragen der Pflegestufe und Schwerbehinderung hat Familie H. dabei geholfen, eine längst überfällige Entscheidung zu treffen: Der Antrag auf Anerkennung eines Schwerbehinderten-grades ist auf den Weg gebracht worden. Eine Pflegestufe zu beantragen, hat zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn.

Manchmal ist es wichtig, einen Anstoß von außen zu bekommen. Das nächste Mal werden H.s mit dem Anruf beim VDGN nicht mehr so lange warten.

Dr. Martyna Voß 

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