Verband Deutscher Grundstücksnutzer

14.11.2019

Windkraft: 1000 Meter sind das mindeste

VDGN begrüßt geplante Abstandsregel zu Wohnbebauung und fordert Ausgleich für Wertverlust von Grundstücken

Der Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) begrüßt das Vorhaben der Bundesregierung, den Mindestabstand von Windkraftanlagen zu Wohnsiedlungen ab fünf Häusern auf 1000 Meter festzulegen. „Eigentlich sind 1000 Meter noch zu wenig“, sagt VDGN-Präsident Christian Gräff. „Wenn man weiß, daß jetzt in Mecklenburg-Vorpommern Windräder mit 240 Metern Gesamthöhe in der Planung sind, muß für die Betroffenen eigentlich eine Regel wie in Bayern her. Dort ist als Mindestabstand das Zehnfache der Gesamthöhe einer Anlage vorgeschrieben. Es geht hier um die Gesundheit und Lebensqualität vieler Menschen in den ländlichen Regionen, die von bebaungsnahen Windparks stark beeinträchtigt werden."

Gräff fügt hinzu: „Für viele Menschen auf dem Lande sind ihre Wohngrundstücke die wichtigste materielle Sicherheit. Windkraftanlagen in der Nähe aber mindern den Wert der Grundstücke. Deshalb fordern wir eine Ausgleichsabgabe, die von den Windparkbetreibern an die betroffenen Eigentümer von Wohngrundstücken zu entrichten ist. Das sollte auf der Grundlage von Gutachten staatlich bestellter Experten geschehen. Dieses Modell wird in unserem Nachbarland Dänemark längst praktiziert.“

Wie in Dänemark sollten der von Windrädern erzeugte Schall, ihre visuelle Wirkung, der Schattenwurf und der Abstand in die Begutachtung einbezogen werden, fordert Gräff. Der Wertverlust der Grundstücke wird bei diesem Modell von den Projektträgern voll erstattet. Außerdem muß den Anwohnern ein Anteil von 20 Prozent an den Anlagen zum Vorzugspreis angeboten werden. „Daß Dänemark das Pionierland bei der Nutzung erneuerbarer Energien weltweit ist, dürfte bekannt sein. Diese Spitzenposition hat es offenbar auch dem Umstand zu verdanken, daß es früh einen Weg zum Interessenausgleich zwischen Windparkbetreibern und betroffenen Grundstückseigentümern gefunden hat.“


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