Verband Deutscher Grundstücksnutzer

01.02.2018

Wohnraum erhalten, Gesundheit schützen!

Berlin: „Aktionsbündnis für trockene Keller“ fordert Senat zum Kampf gegen das Hochwasser von unten auf

Das Bauaktenarchiv in Berlin-Mitte muß wegen Gesundheitsgefahren auf unabsehbare Zeit geschlossen bleiben, weil die Akten verschimmeln. In Gesundbrunnen verfault die Carl-Kraemer-Grundschule und ist teilweise gesperrt. Im Neuköllner Blumenviertel steht das Wasser in vielen Kellern und macht Häuser unverkäuflich. In der Siedlung „Mäckeritzwiesen“ steht das Wasser in den Wohnzimmern. Doch Berlins Senat will es weiter nicht wahrhaben, daß hier für die Stadtgesellschaft ein existentielles Problem vorliegt, dessen Ursache im zu hohen Berliner Grundwasserspiegel liegt.

Das vom Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) initiierte Aktionsbündnis „Für trockene Keller in Berlin“ hat sich deshalb erneut mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit gewandt. Unter der Überschrift „Wohnraum erhalten, Gesundheit schützen!“ verlangt es vom Berliner Senat, die Einhaltung siedlungsverträglicher Grundwasserstände endlich als Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge zu begreifen und das auch in der Berliner Landesverfassung zu verankern. Berlin brauche ein intelligentes und zukunftsweisendes Wassermanagement und eine Absenkung der Preise für das Wasser und Abwasser, um den Wasserverbrauch anzukurbeln. Für die Unterstützung von Betroffenen bei der Sanierung ihrer geschädigten Häuser verlangt das Aktionsbündnis einen staatlichen Finanzierungsfonds. Bestehende Anlagen für siedlungsverträgliche Wasserstände, so insbesondere Hebebrunnen, Pumpen, Regenwasserauffangbecken, Dränage- und Kanalsysteme sollen vom Land Berlin betrieben, erhalten und gegebenenfalls erweitert werden.

Dazu VDGN-Vizepräsident Peter Ohm: „In Berlin kommt das Hochwasser von unten. Auch davor müssen die Menschen und die Gebäudesubstanz geschützt werden. Der derzeitige Berliner Senat betreibt in der Sache eine ebenso kurzsichtige wie bürgerfeindliche Politik. Das zeigt sich verschärft im Neuköllner Blumenviertel, wo die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz die Anwohner nötigt, selbst den Weiterbetrieb einer bislang öffentlich betriebenen Hebebrunnenanlage zu finanzieren. Und das Blumenviertel soll die Blaupause für die weitere Vorgehensweise in ganz Berlin werden. Das darf nicht sein, denn ansonsten zahlt bald jeder Berliner für siedlungsverträgliche Wasserstände. Das Geld für den Schutz Berlins vor dem Hochwasser von unten ist jedenfalls vorhanden und wurde von den Menschen in der Stadt aufgebracht: In nur acht Monaten des Jahres 2017 führten die Berliner Wasserbetriebe rund 89 Millionen Euro Gewinn an das Land Berlin ab.“

» Zur Resolution des "Aktionsbündnisses für trockene Keller in Berlin"