Verband Deutscher Grundstücksnutzer

18.10.2019

Wohnen muß nach Grundsteuerreform bezahlbar bleiben

VDGN fordert Bundesländer auf, Öffnungsklausel zu nutzen, um Wohnkosten nicht zu verteuern

Nach der Einigung über die Reform der Grundsteuer auf Bundesebene am Freitag (18. Oktober 2019) hat der Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) vor einer Verteuerung der Wohnkosten gewarnt. VDGN-Präsident Christian Gräff erklärt dazu: „Durch die Wertentwicklung der Grundstücke kann die Reform gerade in den neuen Bundesländern zu enormen Kostensteigerungen für Mieter und Hauseigentümer führen. Die Ausgestaltung des Berechnungsmodells und die Höhe des Hebesatzes werden dabei maßgeblich sein.“

Gräff weist darauf hin, daß die Bundesländer abweichend von der Bundesregelung andere Modelle zur Berechnung der Grundsteuer anwenden können: „Die Bundesländer müssen daher diese Öffnungsklausel nutzen, um die Wohnkosten nicht zu verteuern. Ansonsten tritt die prognostizierte Erhöhung der Grundsteuer um rund 70 Prozent im Osten ein. Angesichts der hinterherhinkenden Entwicklung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse im Osten würde dies zu sozialen und politischen Verwerfungen in den östlichen Bundesländern führen.“

Gräff fordert abschließend: „Wenn schon das System unterschiedlicher Einheitswerte in West und Ost abgeschafft wird, müssen auch Vorkehrungen getroffen werden, die Eigentümer selbstgenutzter Wohngrundstücke im Osten zu schützen. Eigenheime und Eigentumswohnungen sind nicht zuletzt Teil einer verantwortlichen Vorsorge, die Menschen für das Alter getroffen haben. Sie dafür zu bestrafen, ist widersinnig und politisch falsch.“