Verband Deutscher Grundstücksnutzer

31.07.2018

Wasser marsch mit GRÜN-Tarif!

Hitze und verdurstende Bäume – VDGN erneuert Forderung nach Umgestaltung der Berliner Wassertarife

Heiß und stickig ist es in Berlin in diesem Sommer. Schon wieder mal. Die Schattenplätze sind rar. Und wer in Parks und Grünanlagen durchatmen will, findet nur noch vertrocknete, staubige Wiesen. Der Grund: Wassermangel. Er betrifft auch Bäume und Büsche an Berlins Straßen, die zu vertrocknen drohen, wenn die Berliner nicht helfen.

Der Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) hat deshalb mit Briefen an die Chefs der Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses seinen Vorschlag erneuert, in der Hauptstadt beim Trinkwasser einen GRÜN-Tarif einzuführen. Mit ihm sollen es sich die Berliner insbesondere in den Siedlungsgebieten wieder leisten können, bei der Pflege des städtischen Grüns mitzumachen. Dazu Peter Ohm, 1. Vizepräsident des VDGN: „Die Aufrufe der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wie auch der Berliner Wasserbetriebe an die Bürger, doch die Bäume zu gießen, sind schön und gut. Doch zu welchem Preis? Immerhin für mehr als 1,80 Euro den Kubikmeter Trinkwasser und 2,21 Euro den Kubikmeter Abwasser. Für viele Menschen in der Stadt ist damit zu teuer geworden, was früher für sie mal selbstverständlich war.

Unser Vorschlag für den GRÜN-Tarif sieht so aus: Auf der Basis der Zahlen über den Wasserverbrauch eines Haushalts in den letzten fünf Jahren werden der durchschnittliche Wasserverbrauch und die dazugehörige Abwassermenge dieses Haushaltes ermittelt. Diese Menge wird dann dem Haushalt zum normalen Preis für das Trinkwasser berechnet. Was aber darüber hinaus an Trinkwasser von diesem Haushalt verbraucht wird, gerade auch zum Wässern von Bäumen und Sträuchern an der Straße, wird nach dem GRÜN-Tarif berechnet. Das heißt: Der Kunde zahlt dafür nur die bei den Berliner Wasserbetrieben tatsächlich entstehenden Kosten, etwa 20 bis 30 Cent pro Kubikmeter Trinkwasser.“

Die Fraktionen von SPD und CDU hatten bereits im Mai 2016, also vor der letzten Wahl zum Abgeordnetenhaus, einen Antrag zur Prüfung eines Pilotprojektes „Grünwasserstrategie für Berlin“ in das Landesparlament eingebracht. Das aber wurde dann von der jetzigen Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz vom Tisch gewischt.

Peter Ohm: „Wir fordern, das Projekt GRÜN-Tarif sofort wieder aufzugreifen. Wenn Bäume wie jetzt gerade massenhaft ihr Laub abwerfen, fallen sie als Filter für Stickoxide und Feinstaub aus. Das müssen wir verhindern. Deshalb: Wasser marsch, damit Berlins Grün erhalten bleibt. Und wenn damit der Wasserverbrauch steigt, dann ist das nicht schlecht, sondern nützlich. Denn es hilft die Gefahr zu bannen, die für große Teile der Berliner Gebäudesubstanz aus einem zu hohen Grundwasserspiegel resultiert.“