Verband Deutscher Grundstücksnutzer

26.10.2016

Rekordgewinn beim Berliner Wasser - runter mit dem Preis!

Positive Effekte aus Rekommunalisierung der hauptstädtischen Wasserbetriebe endlich an Kunden weitergeben

Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) haben nach Angaben des Senats 2015 einen Rekordgewinn von 325 Millionen Euro erzielt. Dazu erklärt der Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), Peter Ohm:

Im Durchschnitt sind die zwei Millionen Berliner Haushalte am Gewinn der BWB mit einer Mehrbelastung von 162 Euro im Jahr beteiligt. Mehrbelastung, das heißt: Jeder der Berliner Haushalte zahlt 162 Euro mehr als für ein rein kostendeckendes Wirtschaften der BWB nötig sind, die ja eine Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge erfüllen.

Der VDGN fordert vom neuen Berliner Senat eine Senkung des Berliner Wasserpreises, die über das Niveau der „freiwilligen“ Absenkung nach der Preismißbrauchsverfügung des Bundeskartellamtes hinausgeht. Der Berliner Wasserpreis ist immer noch um mindestens sechs Prozent zu hoch angesetzt. Beim Preis für das Schmutzwasser sind es sogar 14 Prozent.

Nachdem die Berlinerinnen und Berliner die Rekommunalisierung der Wasserbetriebe erkämpft haben, müssen Vorteile daraus auch direkt an sie weitergegeben werden. Immerhin werden jetzt keine Renditen mehr an Großkonzerne gezahlt, wie das zu Zeiten teilprivater Beteiligungsverhältnisse geschah. Doch im Augenblick zahlen die Berliner Haushalte im Durchschnitt 45 Euro jährlich für den Rückkauf der Wasserbetriebe, ohne an dessen positiven Effekten als BWB-Kunden beteiligt zu werden.

Die Senkung der Preise für das Trink- und das Schmutzwasser ist in Berlin insbesondere nötig, um den Wasserverbrauch im wasserreichen Berlin anzukurbeln. Daß mehr Wasser verbraucht werden muß, darin sind sich fast alle Akteure in Berlin einig. Nur so läßt sich der für viele Bauwerke bedrohliche Anstieg des Grundwasserspiegels im Griff halten. Gelingen wird das aber nur mit spürbaren Anreizen bei den Preisen.