Verband Deutscher Grundstücksnutzer

01.07.2020

Geplante Kleingartenteilung ist eine Mogelpackung

VDGN kritisiert die geplante Verkleinerung Berliner Parzellen auf 250 Quadratmeter

Der VDGN kritisiert die vom Berliner Senat geplante Teilung von Kleingartenparzellen. Dazu erklärt der 1. Vizepräsident des VDGN, Peter Ohm: „Nach dem Willen des Senats sollen Kleingärten in Berlin künftig nur noch eine Größe von 250 Quadratmeter haben. Das geht sowohl aus einer jetzt vom Senat beschlossenen Charta Stadtgrün als auch aus dem vorliegenden Entwurf des Kleingartenentwicklungsplans 2030 hervor. Diese erhebliche Verkleinerung – bisher sind die Parzellen je nach Bezirk im Durchschnitt zwischen 306 und 496 Quadratmeter groß – wird unter dem Strich den ökologischen Wert der Kleingärten reduzieren und letztlich zu einer weiteren Verringerung der Gesamt-Kleingartenfläche in der Stadt führen.

Tatsächlich handelt es sich bei den Teilungsplänen um eine Mogelpackung, mit der die politische Vorgabe erfüllt werden soll,  weiterhin 19 Parzellen je 1000 Einwohner zur Verfügung zu stellen. Angesichts des Bevölkerungswachstums müßten dafür eigentlich weitere Kleingartenflächen in Berlin geschaffen werden. Stattdessen wurden sie in den vergangenen Jahrzehnten um die Hälfte reduziert, und auch der aktuelle Kleingartenentwicklungsplan sieht weitere Umwandlungen in Bauland vor. Dort wird zwar behauptet, daß 82 Prozent der derzeit 877 Anlagen mit rund 71.000 Parzellen auf rund 2.900 Hektar dauerhaft gesichert seien. Das jedoch ist nicht mehr als eine politische Absichtserklärung. Tatsächlich vor Umwandlung in Bauland geschützt sind nur etwa 15 Prozent der Flächen durch ihre Festsetzung in entsprechenden Bebauungsplänen.

Wenn nun auch der Berliner Landesverband im Bund Deutscher Gartenfreunde (BDG) davor warnt, daß die Parzellen zu klein werden könnten, um noch ökologischen Wert und Erholung zu bieten, verwundert das schon sehr. War es doch BDG-Präsident Dirk Sielmann, der sich im Rahmen eines  Modellprojekts in Hamburg für eine „Nachverdichtung im Bestand“ der Kleingärten ausgesprochen hat. Inzwischen werden Hamburger Kleingärtnern, deren Anlagen Bauvorhaben weichen müssen, Ersatzparzellen von 180 bis 250 Quadratmetern angeboten, auf denen neben der Laube nur noch Platz für ein paar Beete, aber keinesfalls für Bäume ist. Diesem Negativbeispiel darf Berlin auf keinen Fall folgen.“