Verband Deutscher Grundstücksnutzer

19.09.2019

Entscheidend ist auf der Schiene

Unhaltbare Zustände in Berlin-Brandenburger Regionalzügen. So gelingt die Wende nicht

„Grau ist alle Theorie – entscheidend is auf’m Platz“. Diese alte Fußballweisheit kann getrost auch auf die Situation des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zwischen Berlin und Brandenburg angewendet werden. Entscheidend ist letztlich, was auf der Schiene passiert. Und dort herrscht derzeit Chaos.

Dass der Ausbau des ÖPNV die zentrale Rolle bei einer angestrebten  Verkehrswende in der Metropolenregion Berlin spielen muss – darüber sind sich nahezu alle Akteure einig. Die Beschleunigung des Netzausbaus und die Erhöhung von Qualität und Sicherheit sind deshalb auch  zwei Grundpfeiler im jüngst vorgelegten Zehn-Punkte-Programm des VDGN für mehr Mobilität. Seitens der Politik wird in diesem Zusammenhang meist auf das langfristig angelegte Programm „i2030“ zum Ausbau des Schienennetzes in Berlin-Brandenburg verwiesen. Kurzfristige Entlastung hatte die Bahn mit der Beschaffung zusätzlicher Doppelstockzüge aus Bayern versprochen. Doch das blieb graue Theorie.

Aktuell schreibt die Berliner Morgenpost vom 19. September 2019 über unhaltbare Zustände in überfüllten Regionalzügen. Nicht nur, dass der der durchgehende Regionalverkehr zwischen Charlottenburg/Zoologischer Garten und Hauptbahnhof für mehrere Wochen unterbrochen ist. Auch Fahrgäste der RB 10 (Nauen-Berlin-Südkreuz) berichten von dramatischen Szenen. Spätestens in Spandau, oft auch schon vorher, sei meist kein Reinkommen in die Züge  mehr  möglich. Auch auf anderen Linien könne die Bahn die ab Frühjahr zugesagten zusätzlichen Züge nicht zur Verfügung stellen, heißt es. Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) zeigte sich gegenüber der Morgenpost extrem verärgert über die Deutsche Bahn. Indes wird eine weitere Zuspitzung der Lage befürchtet, wenn ab 24. September auch die Strecke Charlottenburg-Spandau gesperrt wird. Die Bahn verspricht nunmehr  Besserung. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, hat Alt-Bundestrainer Sepp Herberger einmal passend gesagt. Wir sind gespannt.